Donnerstag, 13. März 2014

Running Man (1987)

In einer fiktiven Zukunft ist die TV-Show "Running Man" der große Quotenhit. Dort werden überführte Verbrecher zur Abschreckung von engagierten Killern gejagt und zur Strecke gebracht, und das alles wird beklatscht und bejohlt von zombiehaften Fernsehzuschauern. Als es aber ausgerechnet unseren Arnie Schwarzenegger erwischt, stellt sich bald heraus, dass er nicht nur a) unschuldig ist und vom System 'entsorgt' werden soll, sondern dass er auch b) ein besserer Kämpfer ist als seine Widersacher. Nun muss er um sein Leben rennen, seine Unschuld beweisen und die Show "Running Man" als zynische Manipulationsmaschinerie des totalitären Überwachungsstaates entlarven. Da ist wieder jede Menge Ääktschn angesagt.

RUNNING MAN (The Running Man) war einer der großen 80er-Kino-Hits Arnold Schwarzeneggers und beginnt wie so oft als lauter, tumber und schlecht gemachter Action-Kracher mit simpelsten Dialogen und billigen Spezialeffekten, sowie der österreichischen Kampfmaschine als unbesiegbarem Muskelmann. Mit Beginn der "Running Man"-Fernsehshow aber entwickelt sich der Film zu einer durchaus rasanten Achterbahn, in der es auch überraschend satirische Spitzen und intelligente Einfälle gibt (wenngleich in überschaubaren Maßen, dies ist leider nicht "RoboCop"), bis es im Finale dann wieder ordentlich rummsen und unser Arnold mal wieder die Welt retten darf - und das Mädchen bekommt! Also alles wie gehabt. 

Regisseur Paul Michael Glaser, den die meisten als 'Starsky' aus "Starsky & Hutch" kennen, hat zwar keine eigene Handschrift vorzuweisen, aber er hält das Spektakel immerhin so unterhaltsam, dass man zuschauen kann, ohne einzuschlafen. Man muss aber durch die schlimme erste Viertelstunde durch, am besten mit geschlossenen Augen und Ohren. Sein Film ist weder so brutal-dümmlich wie frühere Schwarzenegger-Vehikel (à la "Phantom Kommando", der vom selben Drehbuchautor stammt), noch erreicht er die Klasse oder inszenatorische Kraft eines "Predator" (1987). Die Szenen, in denen die unfreiwilligen Teilnehmer von "Running Man" zum Spielbeginn auf die Startbahn 'geschossen' werden, sind überhaupt die besten (was dem Film bewusst ist, denn er wiederholt sie gleich mehrfach).

Schauspielerisch bewegt sich alles auf sehr anspruchslosem, aber solidem Niveau. Schade, dass Maria Conchita Alonso als einzige Frau im Team eine so schrecklich blöde und nervende Zimtzicke spielen muss, die alle ständig in Gefahr bringt und nie ihre Klappe halten kann. Da war das Kino der 80er eigentlich schon weiter. Herrlich unfreiwillig komisch wird es, wenn Yaphet Kotto als Arnies Best Buddy den Löffel abgibt und im Sterben eine völlig verkitschte Rede in bester "Begrab' mich an der Biegung des Flusses" oder "Wir sehen uns auf der anderen Seite"-Manier hält, bei der kein Auge trockenbleibt. So trashig ist RUNNING MAN leider nur selten. Und so schwarzhumorig hier auch das TV-Publikum und die seelenlosen Fernsehmacher gezeichnet werden, so zahnlos bleibt dann doch letztlich alles, man will das anvisierte Publikum (sprich: pubertierende Jungs) auch nicht überfordern.

Die inhaltlichen Elemente von RUNNING MAN hat man alle schon vorher gesehen, sie reichen von Horror-Klassikern wie "Graf Zaroff" (Die Menschenjagd als Luxusvergnügen) über Sci-Fi der 70er wie "Rollerball" (Blutiger Sport als moderne Brot-und-Spiele-Variante) bis zu Satiren wie dem TV-Juwel "Das Millionenspiel". Die Romanvorlage zum Film stammt übrigens von Stephen King, der dafür sein Pseudonym Richard Bachmann wählte.

Wer auf knallige 80er-Action mit ein wenig mehr Grips als unbedingt nötig steht, und wer sich an den Synthie-Klängen von Filmkomponist Harold Faltermeyer im besten John Carpenter-Modus erfreuen kann, dem sollte RUNNING MAN Spaß machen. In der Liste der Schwarzenegger-Filme würde ich ihn trotzdem weiter unten ansiedeln, weil er sein Potential nie wirklich nutzt und zu oft schon damals abgenudelte Klischees bedient. Dass RUNNING MAN in Deutschland bis vor kurzem noch auf dem Index stand, verstehe wer will, er ist weder übermäßig brutal noch sonstwie kontrovers und könnte locker ab 16 freigegeben werden.

06/10

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