Montag, 10. März 2014

Dead Heat (1988)

Warum ausgerechnet dieser B-Movie-Trash der 80er wieder aus der Versenkung geholt wurde, man weiß es nicht genau. Aber dennoch, ein herzliches Willkommen im Blu-Ray-Zeitalter, DEAD HEAT. Als ich knackige 18 war, da war DEAD HEAT (Dead Heat) ein Knaller auf jeder Video-Party. Mit genügend Knabberzeug und Grüner Wiese (ja, das Kultgetränk) konnte man sogar die blödesten Sprüche von VokuHila-Darsteller Joe Piscopo ertragen. Und gesplattert wird hier obendrein auch noch ganz ordentlich.

DEAD HEAT ist eine seltsame Mischung aus Knaller-Baller-Action à la "Lethal Weapon" und parodistischem Zombie-Schocker à la "The Return of the Living Dead" (1985). Der Plot: L.A. wird von einer Diebesbande in Atem gehalten, die Juwelenläden ausraubt und scheinbar nicht zu stoppen ist, auch nicht durch Kugeln. Die beiden Ermittler Bigelow (Piscopo) und Mortis (Treat Williams) vom Typ Prolo & Smart, deren Namen nicht zufällig an die Rollennamen von Gibson & Glover in oben erwähnter Action-Reihe erinnern (zumal 'Mortis' dann noch den Tod im Namen verbirgt, da hat sich jemand echt Gedanken gemacht), kommen einer Armee von Untoten auf die Spur, die durch eine Art Re-Animationsmaschine über Superkräfte verfügen. Als Mortis bei einem Einsatz stirbt, wird er flugs selbst unter diesen Zombie-Toaster gelegt und ermittelt nun selbst als Untoter weiter...

Ja, das ist alles ziemlich abgefahren, und damit meine ich nicht nur die schrecklichen Frisuren von Williams und Piscopo. Piscopo war übrigens in den 80ern kurzzeitig irgendwie populär, was nur an seinen strammen Bizeps liegen kann, mit denen er dem damaligen Kino-Titan Schwarzenegger ähnelte. Seine flotten Sprüche jedenfalls rangieren von cool bis unerträglich, ein paar Brüller sind allerdings dabei ("Entschuldigung, wenn ich Ihre Erektion kurz unterbreche, aber ich möchte gern den Manager sprechen"). In der Originalversion sind die Gags auch noch einen Tick gelungener als in der blödelnden Synchronfassung.

DEAD HEAT ist das Regiedebüt des Spitzencutters Mark Goldblatt, und der weiß, wie man Action inszeniert und rasant schneidet. So finden hier haufenweise sinnlose Schießereien statt, die jedem Pubertierenden der 80er die Freudentränen in die Augen getrieben haben. Die Masken und Make-Up-Effekte sind wundervoll handgemacht, und es gibt genügend originelle Einfälle, um die knappe Laufzeit wie im Kugelhagel verfliegen zu lassen.
In der besten Szene werden durch die Re-Animationsmaschine sämtliche gehäuteten und gerupften Tiere in der Vorratskammer eines China-Restaurants lebendig und fallen über die Ermittler her, die sich nun gegen kopflose Hühner und halbe Rinderhälften zur Wehr setzen müssen. Der Umstand, dass Treat Williams im Laufe der Handlung immer mehr zum Untoten mutiert, sorgt für ein paar gute Dialoge ("Ich hab' mich nie im Leben so gut gefühlt!" - "Das ist schwer zu glauben bei jemandem, der keinen Herzschlag hat!"), die zweifellos Robert Zemeckis zu seinem Mainstream-Hit "Der Tod steht ihr gut" (1992) inspiriert haben. Und am Ende gibt es noch eine hübsche 'Casablanca'-Parodie, wenn unsere Helden - nun beide untot - in die ewigen Jagdgründe schlendern und Piscopo davon träumt, als 'Sattel eines Damenfahrrades' wiedergeboren zu werden. Ja, das ist so ziemlich das Humor-Level des Films, aber man kann ihm nicht böse sein.

Die beste Idee von DEAD HEAT aber ist die Mitwirkung des großen Vincent Price (bitte jetzt verbeugen) als Erfinder der Zombie-Maschine. Nicht nur handelt es sich hier um einen der letzten Film-Auftritte unserer geliebten Horror-Ikone, sondern seine Darstellung veredelt einen Film, der eigentlich keine Veredelung verdient hätte.
Wer knallige Action mit wenig Budget, aber viel Einfallsreichtum und einer guten Portion Zombie-Splatter mag, der ist bei DEAD HEAT genau richtig. Zum echten Kult reicht es nicht, aber für den schnellen 80er-Happen allemal. Ein Film, der all denjenigen gefallen dürfte, die "Elvira, Herrscherin der Dunkelheit" (1987) ebenso lieben wie ich.

07/10


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