Mittwoch, 1. Januar 2014

Kino-Liste: 50 Lieblingsfilme der 60er

Dieses Mal kommen wir ohne lange Vorrede gleich zu meinen Favoriten der 60er Jahre, bei denen die Prioritäten klar erkennbar sind: Hitchcock, Polanski, Wilder und alte Diven mit Hackebeil.


1  PSYCHO (1960)









Norman Bates stopft für sein Leben gern Vögel aus, aber die diebische Elster, die sich in seinem Motel einnistet, landet nicht als Wandschmuck im Hotel, sondern als Leiche im Sumpf. Was wird nur Mutter dazu sagen? Hitchcocks kleiner großer Film ist ein Werk für die Ewigkeit und gehört damit auf den ersten Platz von so ziemlich jeder Liste. 


2. DIE VÖGEL (1963)









Tippi Hedren spielt mit Liebesvögeln, bald darauf spielen die Vögel mit ihr. Hitchcocks Screwball-Comedy, die sich zum beklemmenden Horrorfilm mausert, ist viel mehr als eine tricktechnische Meisterleistung, und die gute Tippi hat nie die Anerkennung bekommen, die sie verdient. Von mir schon! Niemand raucht so schön Zigarette, während sich im Hintergrund Dutzende von Krähen versammeln, wie unsere Tippi im grünen Designerkostüm.


3. 2001 - ODYSSEE IM WELTRAUM (1968)









Kubricks Reise ins All, die Unendlichkeit und darüber hinaus ist wahrscheinlich der beste Film aller Zeiten, und wer das Glück hatte, ihn im Kino zu sehen, wird dieses Abenteuer sein Leben lang nicht los. Sciene Fiction, wie sie sein sollte, intellektuell, philosophisch, visionär und bombastisch. "Was tust du da, Dave?"


4. ROSEMARIES BABY (1968)









Problemschwangerschaften gibt es viele, aber bei Mia Farrow ist es wie verhext. Erst schmeckt das Schokoladenmousse kalkig, dann schneidet sich Mia die Haare ab, verschlingt blutige Steaks, entdeckt dank Scrabble-Buchstaben satanische Anagramme und hält die harmlosen Senioren von nebenan für Teufelsanbeter. Oder sind sie das etwa?  "Er hat die Augen seines Vaters!" Ave Satani.


5. MARNIE (1964)









Tippi Hedren sieht rot, und Sean Connery macht nicht nur das scharf, sondern auch die Tatsache, dass die schöne Marnie eine gefühlskalte, neurotische Diebin ist, die eigentlich im Bates Motel unter die Dusche gehört. Stattdessen bringt er Marnie zu ihrer Mutter, die vor surrealen Hafenkulissen wohnt, um Marnies dunkle Vergangenheit aufzuarbeiten. Hitchcocks gefloppter und lange verpönter Film hat bei mir gleich ins Schwarze, bzw. Rote getroffen. "Ein krankes Meisterwerk" nannte Truffaut den Film. Richtig. 


6. PEEPING TOM - AUGEN DER ANGST (1960)










Sissis Ex-Gatte Karlheinz ist kaum wieder zu erkennen, wenn er Prostituierte mit der Kamera verfolgt und sie mit Hilfe des angespitzten Stativs ins Jenseits befördert. Für den Extra-Kick müssen sich die Opfer auch noch selbst beim Sterben zusehen, und alles nur, weil dem irren Papa für dessen Angststudien kein anderes Kaninchen als der scheue Sohn zur Verfügung stand. Michael Powells Meilenstein wurde so heftig verrissen, dass er die Karrieren aller Beteiligten versenkte. Einige haben sich erholt, andere trafen Fassbinder, der Rest blieb zurück oder wurde später von Scorsese neu entdeckt und zu Recht gefeiert.


7. DAS TAL DER PUPPEN (1967)
 







Ein Film, der alles hat, was das Herz begehrt: schlechtes Schauspiel, absurde Musiknummern, groteske Turmfrisuren und tonnenweise Makeup auf jungen Gesichtern, Sharon Tate, Krebserkrankungen, Alkoholismus, Drogensucht, Irrenanstalten und einen Catfight auf dem Damenklo, bei dem Susan Hayward die Contenence und die Perücke verliert. "Seid Ihr auch schön geil?" fragt die Synchronfassung und setzt noch eins drauf. Der Mount Everest des Trashs. Der Haarspray-Verbrauch dieses Films ist allein verantwortlich für das Ozonloch. Der macht süchtig! "Ich will ein Püppchen!"


8. SCHLOSS DES SCHRECKENS (1961)









Gouvernante Deborah Kerr bekommt es in diesem von Freddie Francis atemberaubend fotografierten Gruselstück für Anspruchsvolle mit zwei engelsgleichen Kinderlein zu tun, hinter deren Unschuldsaugen das Böse lauert. Willkommen im Schloss des Schreckens, das eigentlich mehr ein Landsitz ist, wo unheimliche Schatten auf Dächern stehen, Gesichter hinter Fensterscheiben auftauchen, wo Geister Tränen der Trauer vergießen und eine scheinbar hilfsbereite Heldin sich in eine hysterische Domina verwandelt, die das Unglück erst heraufbeschwört. "Es war nur der Wind."


9. TANZ DER VAMPIRE (1967)









Professor Abronsius und sein trotteliger Diener Alfred wollen in den verschneiten Karpaten ein Vampirnest ausräuchern, aber die Vampire haben anderes mit den beiden furchtlosen Vampirkillern vor. Sharon Tate nimmt genau ein winterliches Schaumbad zuviel, und der junge Polanski muss sich nicht nur gegen Wölfe und axtschwingende Schergen wehren, sondern auch gegen die Avancen des hübschen Grafensohnes, der auch nur das eine will - Blut!  "Wollen wir einem Engel gestatten, durchs Zimmer zu gehen?"


10. DIE BRAUT TRUG SCHWARZ (1968)









Die heutige To Do-Liste von Jeanne Moreau: die Mörder ihres Mannes vom Balkon werfen, vergiften, mit Pfeil und Bogen erlegen, in einer Abstellkammer ersticken und auf dem Schrottplatz erschießen. Anschließend: die Strafe auf sich nehmen und ins Gefängnis gehen, um den letzten Überlebenden im Männertrakt abzustechen. Ganz schönes Pensum, das Truffaut seiner Diva zumutet, aber immerhin will er ja Hitchcock übertreffen.


11. MANCHE MÖGEN'S HEISS (1960)










Marilyn Monroe ist so heiß, dass ihr sogar der Zug hinterherpfeift. Tony Curtis ahmt als Saxophonistin Josephine nicht nur den Schmollmund seiner Tante, sondern auch Cary Grant nach, um an Marilyns Zuckerdose zu naschen, und Jack Lemmon verliert als Kontrabassistin nicht nur seine Busen, sondern auch sein rumba-rasselndes Herz an einen notgeilen Mümmelgreis und begnadeten Tangotänzer. "Nobody's Perfect!"


12. JAMES BOND 007 - IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT (1969)


"Das wär' dem anderen nie passiert!" - Was denn genau, im besten Bond aller Zeiten mitzuspielen? Hut ab und auf den Garderobenständer für George Lazenby, der sich nicht nur wacker schlägt, sondern auch das Glück hat, einen fantastischen Regisseur, eine grandiose Partnerin (Diana Rigg), mitreißende Action-Sequenzen und atemberaubende Schneelandschaften mit an Bord zu haben. Ein epischer Bond, dessen Ende zu Tränen rührt. Ich stehe dazu.


13. EIN TOTER SPIELT KLAVIER (1961)









Susan Strasberg entdeckt in der sonnigen Strandvilla tote alte Männer im Swimming Pool und kommt ein paar Erbschleichern auf die Spur, die sie um den Verstand bringen wollen. Aber Susan spielt selbst ein doppeltes Spiel, in Hammers bestem Hitchcock/Die Teuflischen-Verschnitt, inszeniert vom frühzeitig verstorbenen Seth Holt.


14. WARTE BIS ES DUNKEL IST (1967)









Audrey Hepburn will doch nur Weltmeisterin der Blinden werden, aber eine finstere Gang, die vom noch finsteren Alan Arkin angeführt wird, sucht nach einer Puppe, die in Audreys Apartment versteckt ist. Bald schon ist die ganze Wohnung finster und die Chancengleichheit vermeintlich wieder hergestellt, aber das Licht im Kühlschrank, Audrey, mein Gott, das Licht im Kühlschrank hast du vergessen...!


15. MISFITS - NICHT GESELLSCHAFTSFÄHIG (1961)










"Warum bringt ihr euch nicht selber um und seid glücklich?" fragt Marilyn in ihrem letzten vollendeten Film den Mann, den sie sich zeitlebens als Vater gewünscht hat, den kantigen Clark Gable, der sich beim Kampf mit den Wildpferden so verausgabt, dass der Herzinfarkt nicht lange auf sich warten ließ. Montgomery Clift, von privaten Unglücksfällen entstellt, komplettiert als neurotisches Muttersöhnchen und abgehalfterter Rodeo-Reiter diese Ansammlung von Gezeichneten, in John Hustons Abkehr vom klassischen Westernhelden, der im Niemandsland verzweifelt seine Männlichkeit sucht und stattdessen die eigene Verwundbarkeit entdeckt.


16. EINS ZWEI DREI (1961)










Coca Cola-Chef James Cagney muss in wenigen Stunden im geteilten Berlin den Kommunisten Horst Buchholz in einen vorzeigbaren Kapitalisten-Schwiegersohn verwandeln, um seine eigene Karriere zu retten. Zur Seite stehen ihm die sexy Sekretärin Lilo Pulver, Hubert von Meyerinck samt Adelsgeschlecht aus Blutern, eine russische Lustmolch-Delegation und Hanns Lothar, der bei den Nazis im Untergrund, sprich: in der U-Bahn, tätig war und von allem nichts gewusst hat, weil er ja unten war und nciht wusste, was oben so passiert, schon klar. Und Billy Wilder hat wirklich geglaubt, dass 1961 jemand darüber lachen kann?


17. BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963)









In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine, besagt ein alter Schlager, aber in Hill House ist immer Nacht und niemand jemals alleine. Das merkt auch bald Julie Harris' Eleanor, die nur ein Zuhause sucht und es schließlich auch findet. Das ist aber kein Happy End in Robert Wises exemplarisch zurückhaltendem Grusel-Klassiker, der auch durch ein saudummes Remake nicht kaputt gemacht werden konnte. In der Nacht. In der Dunkelheit.


18. DIE WAHRHEIT (1960)










Brigitte Bardot kämpft nach einem Verbrechen aus Leidenschaft um ihre Ehre und gegen die spießbürgerliche Moral des Strafgerichts, das die jugendliche Sünderin gern auf dem Scheiterhaufen brennen sehen würde. Ein packendes Drama um Schuld und Unschuld, und die beste Leistung, die Bardot je zeigte. Das Merci vielmals geht an Henri-Georges Clouzot.


19.  16 UHR 50 AB PADDINGTON (1961)









Margaret Rutherfords Miss Marple beobachtet einen Mord im vorbeifahrenden Zug, arbeitet kurz darauf als Köchin beim englischen Landadel und bekommt es mit dem unheimlichen Mörder zu tun, der seine Taschenuhr zurück haben will. Witz, Spannung, Charme und Grusel halten sich in diesem ersten Film der berühmten Reihe so perfekt die Waage, dass man ihn immer und immer und immer wieder sehen kann. They don't make 'em like this anymore.


20. DAS INDISCHE TUCH (1963)










Auf dem Landsitz 'Mark's Priory' geht der Halstuchmörder um und schickt eine versammelte Erbschleichergesellschaft der Reihe nach ins Jenseits, in diesem ironischen Wallace, in dem Teewagen von selber fahren, wo sich hinter jedem Schrank ein Geheimgang verbirgt und Inspektor Fuchsberger sich nur per Telefon meldet, weil Kollege Heinz Drache schon zugegen ist. Und der mit dem armen Edgar so gar nichts mehr zu tun hat.


21. WAS GESCHAH WIRKLICH MIT BABY JANE? (1962)










Bette Davis hat als ehemaliger Kinderstar zwar noch ihre alten Puppen im Schrank, aber schon lange nicht mehr alle Tassen, worunter besonders ihre an den Rollstuhl gefesselte Schwester Joan Crawford leiden muss. Die aber schleppt selbst ein dunkles Geheimnis mit sich herum, das ihr erst nach servierten Mittagessen aus Kanarienvögeln und Ratten an Blattsalat entlockt werden kann. Da sind bei Miss Davis aber schon sämtliche Schrauben aus der Fassung geraten, in Robert Aldrichs grandioser Abrechnung mit den grausamen Mühlen Hollywoods, der Selbstverliebtheit seiner Stars und dem Horror verblassenden Ruhms. 


22. SPIEGELBILD IM GOLDENEN AUGE (1967)









Major Marlon Brando schmiert sich die Feuchtigkeitscreme seiner Gattin Elizabeth Taylor ins Gesicht, um für einen jungen Soldaten attraktiver zu sein, der gerne nackt auf Pferden reitet. Elizabeth wirft ihm dafür die Unterwäsche an den Hals oder prügelt ihn mit der Reitgerte, wenn sie es nicht gerade mit Brian Keith in den Brombeerbüschen treibt. Keiths Ehefrau Julie Harris hingegen schneidet sich die Brustwarzen mit der Heckenschere ab. Da ist ganz schön was los in diesem perversen Südstaaten-Armeestützpunkt, gegen den 'Sodom und Gomorrah' wie Disneyland wirkt.


23. CHARADE (1963)









Audrey Hepburn muss als leidgeprüfte Heldin stets essen, wenn sie unter Stress steht. Davon kann man zwar nichts sehen, aber Stress bekommt sie genug, wenn plötzlich ihr Gatte tot aus dem Zug fällt und Gauner hinter dessen verborgenen Vermögen her sind. Cary Grant wechselt seine Identitäten häufiger als Miss Hepburn ihre Garderobe, und über den Altersunterschied sehen wir gnädig hinweg, denn Stanley Donens Thriller-Komödie im besten Hitchcock-Stil ist einfach von Drehbuchautor Peter Stone zu schön erdacht, um Fragen nach Logik oder Wahrscheinlichkeit zu stellen. 


24. MITTERNACHTSSPITZEN (1960)









Doris Day erhält als amerikanische Ehefrau von Rex Harrison anonyme Drohanrufe, wird vor den Bus geschubst und unter einstürzenden Baugerüsten begraben, und das alles nur, damit sie einmal nicht singt. Für einen Hitchcock zu simpel, aber für einen David Miller spannendes Whodunit-Kino mit einer wundervollen Hauptdarstellerin, die im Finale die Mitternachtsspitzen überwerfen und die Treppe kreischend hinunterkriechen darf, während John Gavin seinen britischen Akzent sucht.


25. ARABESKE (1966)









Stanley Donen setzt auf "Charade" noch eins drauf und hetzt seine Stars Gregory Peck und Sophia Loren durch ein bonbonfarbenes Swinging London, verfolgt von finsteren Arabern mit Schuhfetischen, monströsen Landmaschinen, Falken und Bulldozern. Noch bizarrer als die extravaganten Kostüme der Loren sind nur die verzerrten Optiken und Kameramätzchen, die nicht nur die Stars schwindlig machen. Ein durch und durch-geknallter Agentenspaß, der immer wieder Freude macht - nicht nur wegen Lorens Stiefeln. "Warum habe ich dir bloß nicht geglaubt?" - "Vielleicht, weil ich immer so schrecklich viel lüge!"


26. BLUTIGE SEIDE (1964)









Ein gesichtsloser Killer mordet sich auf der Suche nach einem verräterischen Tagebuch durch einen Modesalon, und Mario Bava inszeniert mit viel Liebe für satte Farben, schöne Frauen und raffinierte Kameraspiele einen erlesen komponierten Alptraum. Die Geburtsstunde des Slashers und die Haute Couture des Horrorfilms.


27. BUNNY LAKE IST VERSCHWUNDEN (1965)









Otte Premingers zu Unrecht vergessener Psycho-Thriller schildert die verzweifelte Suche einer jungen Mutter nach ihrem Kind, das sie im Kindergarten abgegeben hat, an das sich aber niemand erinnern kann - oder will. Ein teuflisches Komplott, oder sitzt bei Carol Lynley vielleicht selbst eine Schraube locker? Wer "Black Christmas" kennt, ahnt die Auflösung dieses hochspannenden Krimis. Die große Überraschung aber ist ein völlig entspannter und zurückgenommener Laurence Olivier als freundlicher Ermittler.


28. WIEGENLIED FÜR EINE LEICHE (1964)









Wieder Bette Davis, aber diesmal ohne Crawford, die nach wenigen Tagen aus dem Projekt ausstieg und den Platz räumte für Olivia de Havilland, die ganz eigene Erfahrung mit Hassbeziehungen zu Verwandten hat (von denen Schwester Joan Fontaine ein Liedchen singen könnte, wenn sie nicht kürzlich verstorben wäre). Robert Aldrich vermengt Grand Guignol, Tennesse Williams und Sunset Boulevard zu einem morbiden Schauer-Cocktail, und der arme Bruce Dern, der zuvor bereits von Hitchcocks Marnie mit dem Schürhaken erlegt wurde, verliert hier Kopf und Hand per Hackebeilchen. Pech. "Ich nehme nur meine Sachen und gehe!" - "Seit wann gehört meine Cousine zu Ihren Sachen?"


29. DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT (1964)









Der Film, der Barbara Steele zur Horror-Ikone machte, ein böses Märchen über einen schwarzen Sonntag, einen alten Hexenfluch, düstere Fledermaus-Grüfte, Geheimgänge hinter der Ahnengalerie ein kleines Mädchen, das zum Kühemelken durch den dunklen Mitternachtswald gehen muss. Die Stunde, wenn eine Gänsehaut nach der anderen kommt, und der vielleicht beste italienische Horrorfilm überhaupt. Von Maestro Bava, selbstverständlich. Ohne Dracula.


30. DIE VERDAMMTEN (1969)


Lucino Viscontis grausame Oper über die Machtergreifung der Nazis, den tiefen Fall einer Industriellenfamilie, das verführerische Böse und die Perversionen der Macht, mit Bezügen zu  Macbeth und hart wie Krupp-Stahl. Helmut Berger stürzt sich erst in Drag, dann in die SS-Uniform und treibts mit Kindern, seiner Mutter und mit sonstwem. Dirk Bogarde ist erst Mitläufer, dann Strippenzieher und darf sich am Ende selbst samt Gattin das Leben nehmen. Früher war alles besser, aber nicht im Deutschland der 30er. "Kinder, heut' Abend, da suche ich mir 'nen Mann!"


31. KÜSS MICH DUMMKOPF (1964)









Im "Apartment" hat Jack Lemmon nur seine Wohnung an lüsterne Kollegen vermietet, hier verleiht der manisch eifersüchtige Schlagerkomponist Orville Spooner gleich seine Gattin an den durchreisenden Dean Martin, um ein paar Gassenhauer zu verhökern. Die örtliche Prostituierte spielt die Ehefrau, während die Ehefrau die Freuden der Prostitution kennenlernt. Und Billy Wilder dachte im Ernst, dass er Amerika DAS als heitere Unterhaltung vorsetzen könne?


32. DR. SELTSAM ODER WIE ICH LERNTE, DIE BOMBE ZU LIEBEN (1964)










Zunächst als ernthafter Thriller über die Atombomben-Bedrohung geplant, wurde Kubrick schnell klar, dass viel absurde Komik im Aufrüstungs-Wahnsinn liegt. Voila: die beste Filmsatire aller Zeiten, genial ausgestattet von 'Bond'-Designer Ken Adam und meisterhaft verrückt gespielt von allen Beteiligten, allen voran Peter Sellers, der neben einem Offizier und dem amerikanischen Präsidenten auch noch den merkwürdigen Dr. Seltsam mit Hitler-Komplex spielen darf.


33. VIER FRAUEN UND EIN MORD (1963)









Miss Marple geht als widerspenstige Geschworene erst dem Richter auf die Nerven, dann spielt sie großes Provinz-Theater, um einen Mörder zu finden, dessen Name irgendwas mit einer Rose zu tun hat, und an dessen Identität ich mich nie erinnnern kann, obwohl ich diesen zweitbesten Marple-Film schon hundertmal gesehen habe. Aber wen interessiert schon der Krimi-Plot, wenn Margaret Rutherford die Bühne betritt?


34. DIE KAKTUSBLÜTE (1967)









Ingrid Bergman spielt für ihren Chef die Ehefrau und tanzt mit Senior Sanchez den 'Dentist', Goldie Hawn trägt die flauschigsten Puschen der Welt, lässt die schönsten Tränen kullern und räumt für ihre erste Filmrolle des Oscar ab. In der launigen Verwechslungskomödie zeigen sich alle von ihrer besten Seite. "Sie sind eine Frau, die man kennen muss!"


35. URTEIL VON NÜRNBERG (1961)











"Wir haben doch von allem nichts gewusst! Das müssen Sie mir glauben!" beteuert Marlene. Aber Spencer Tracy weiß bald nicht mehr, was er glauben soll. Ein Urteil gegen die Naziverbrecher muss er trotzdem fällen. Maximilian Schell versucht es ihm so schwer wie möglich zu machen, während sich Judy Garland und Montgomery Clift die Seelen aus dem Leib spielen. Großes Thema, große Besetzung, großes Kino von Stanley Kramer.


36. DAS APARTMENT (1960)










Zur Ausbeutung gehören immer zwei. Jack Lemmon vermietet als schüchterner Angestellter seine Wohnung an den fremdgehenden Chef, der sich dort mit Fahrstuhldame Shirley MacLaine vergnügt, bis diese dort einen Selbstmordversuch startet und von Lemmon auf den rechten Weg gebracht werden muss. Die schönste Tragikomödie der Filmgeschichte über die kleinen Leute in den unteren Etagen des (Berufs-)Lebens und das Finden der Selbstachtung.  Einer von Billy Wilders größten Hits und ein kluger, zeitloser Klassiker. "Shut up and deal!"


37. DER SCHWARZE KREIS (1964)









Zweimal Bette Davis zum Preis von einer bietet diese grimmige Mischung aus Melodram und Kriminalstück. Die gute Bette mordet die böse Bette und nimmt deren Platz ein, doch der Hund des Hauses erkennt den Unterschied, mag die neue Bette aber trotzdem lieber und zerfleischt stattdessen den schmierigen Peter Lawford, der die neue Bette erpressen will. Beste Szene: weil sie die Unterschrift der echten Bette nicht fälschen kann, versengt sich die falsche Bette selbst die Hand am feurigen Schürhaken. Aua!


38. WER DIE NACHTIGALL STÖRT (1962)










Nachtigall, ick hör' dir trapsen, aber gestört wird der gefiederte Nachbar, der Geschenke in Bäumen versteckt, nur kurz, um zwei Kinder zu beschützen, die von Rassismus und Hass bedroht werden. Ihr Vater Gregory Peck kämpft vor Gericht für die Gleichbehandlung von Schwarz und Weiß, scheitert aber tragisch an der nie versiegenden Dummheit der Menschen. Wäre die nicht ein Rohstoff, mit dem man bis in alle Ewigkeit Energie erzeugen könnte? Diese alte Geschichte aus dem Süden der 30er bleibt immer aktuell, und Robert Mulligans Film ist der Grund, warum das Kino erfunden wurde. Wer hier am Ende keine Tränen vergießt, hat einfach kein Herz.


39. TELEFON BUTTERFIELD 8 (1964)










"Mach die Augen auf, Mama, ich bin die größte Schlampe der Stadt!" schreit Elizabeth Taylor und spricht damit aus, was alle denken. Als Edel-Callgirl putzt sich die Diva die Zähne mit Whisky, klaut Nerzmäntel, bohrt ihre High Heels in Laurence Harvey Füße und schreibt böse Nachrichten mit Lippenstift an Spiegel. Am Ende bekommt sie, was sie verdient, bzw. was Hollywood meint, dass eine Frau wie sie verdient. Einen Oscar gab's auch noch, aber den bekam Elizabeth eher aus Mitleid, weil sie gerade schwerkrank war, und Shirley MacLaine schaute in die Röhre. Hochglanz-Trash mit Soap-Charakter, aber hoch unterhaltsam. 


40. EIN PYJAMA FÜR ZWEI (1961)










Doris Day und Rock Hudson konkurrieren als Werbemanager um V.I.P., das Produkt, das es noch gar nicht gibt. Hudson spielt Day das zarte Lämmchen vor, ist aber in Wirklichkeit ein scharfer Wolf, der nur darauf wartet, Day die absurden Hüte vom sportlichen Leib zu reißen. Day hingegen schlüpft elegant aus ihren Pantoffeln und schlägt verzaubert die Eier in der Kaffeemaschine auf. Tony Randall ist die Königin der Lifte, und Hudson wird im Vorbeigehen für einen Transvestiten gehalten. "Von dem hätte ich das am allerwenigsten erwartet." Jaja.. 


41. DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN (1968)










"Sie kommen, um dich zu holen, Barbara!" George Romero erfindet die Mitternachts-Matinee und schickt seine Helden durch eine wahrhaft erschreckende Nacht, in der sie sich vor einer Horde Zombies verbarrikadieren müssen, um am Ende doch dran glauben zu müssen. Töchter bringen ihre Mütter um, und die Hinterwäldler knallen Schwarze noch lieber ab als Untote. Ein Hinterhof-Film, der tief in die amerikanische Psyche eindrang und das Kino für immer verändert hat.


42. WER HAT ANGST VOR VIRGINA WOOLF? (1966)










Burton und Taylor saufen, streiten und demütigen sich vor den Augen ihrer Gäste, doch das ist erst der Anfang des gemütlichen Beisammenseins. Taylor erhielt für das furiose Regiedebüt von Mike Nichols ihren zweiten Oscar, und der war dieses Mal sogar verdient. Die Ansammlung von Kraftausdrücken hingegen sorgte für Aufruhr bei den Zensurbehörden und ist hauptverantwortlich für das heute noch gültige Ratingsystem Hollywoods.


43. EKEL (1965)










Stille Wasser sind tief, und manchmal tragen sie auch gehäutete Kaninchen in der Handtasche mit sich herum und träumen von Vergewaltigung, während die Wände ihres Apartments immer näher zu rücken scheinen. Männer sollten Catherine Deneuve lieber nicht in die Quere kommen, dann greift die Blondine zu Rasiermesser und Kerzenhalter. Polanskis düstere Psycho-Show über Risse in Beton und Seelen ist Arthouse-Horror vom Feinsten.


44. LIEBESGRÜSSE AUS MOSKAU (1963)











Connery war nie attraktiver und abgebrühter als in diesem Agenten-Thriller, der wirklich eine Geschichte erzählt, anstatt seinen unkaputtbaren Helden durch eine Action-Nummernrevue mit größenwahnsinnigen Erzschurken und deren Comic-Helfern zu jagen. Die Liebesgrüße fallen daher auch weniger romantisch als beinhart aus. Robert Shaw, Lotte Lenya, eine unvergessliche Reise im Orient-Express und die schnurrige Daniela Bianchi, deren Mund für Connery "genau die richtige Größe hat" (ähem) sorgen wir knisterndes Entertainment.


45. LETZTES JAHR IN MARIENBAD (1961)








Was genau im letzten Jahr in Marienbad geschah, werden wir nie erfahren, aber auf jeden Fall wurde kräftig auf der Orgel gespielt. Surrealismus als Salon-Theater, Menschen, die wie Schachfiguren hin- und hergeschoben werden, Delphine Seyrig als geheimnisvolle Schönheit und ein Labyrinth aus Andeutungen und verschlungenen Pfaden im Inneren wie im Äußeren machen dieses Musterbeispiel des intellektuellen Kunstkinos, das sämtliche Regeln der Filmerzählung bricht, zum Meisterstück. 


46. DAS GEHEIMNIS DER FALSCHEN BRAUT (1967)










Truffaut ahnte nicht, dass das Publikum die schöne Catherine Deneuve nicht als eiskalte Mörderin und schon gar nicht den geliebten Nationalhelden Jean-Paul Belmondo als schwaches Opfer einer Femme Fatale akzeptieren würde. So geriet der ambitionierte Film Noir trotz und vor allem wegen der Starbesetzung zum Flop. Die Zeit gab Monsieur Truffaut aber Recht, denn diese Hitchcock-Hommage über eine sado-masochistische Liebe gehört zu seinen besten Werken.


47. BOTSCHAFTER DER ANGST (1962)









Kriegsheld Laurence Harvey bekommt vom Feind ordentlich die Haare und das Gehirn gewaschen und wird als Sleeper eingesetzt, um ein Attentat zu begehen. Sein Armeekumpel Frank Sinatra kommt ihm auf die Schliche, und Angela Lansbury zieht als abgründig böse Mama im Hintergrund die Strippen. Politisch höchst umstrittenes, aber formal perfektes Paranoia-Kino von John Frankenheimer, das die Nation bis ins Mark verunsicherte.


48. FRÜHSTÜCK BEI TIFFANY (1961)









Für Truman Capote war Marilyn Monroe die Idealbesetzung, aber niemand frühstückt so reizend vor Schaufenstern wie Audrey Hepburn als Holly Golightly. Blake Edwards verpackt die New Yorker Liebesgeschichte zwischen einem Callgirl und einem Stricher so elegant und amüsant, dass man gar nicht merkt, was einem da vorgesetzt wird. Geschmackliche Entgleisungen gibt es trotzdem, und die heißen alle Mickey Rooney. Das Studio war dagegen, Audrey "Moon River" singen zu lassen. Wie falsch kann man liegen?


49. NUR PFERDEN GIBT MAN DEN GNADENSCHUSS (1969)









Eine deprimierende Story aus der Depressionszeit wird unter der Leitung Sydney Pollacks zu einem deprimierenden, aber außergewöhnlichen Filmerlebnis, in dem Jane Fonda sich vom Image des aufblasbaren Sexpüppchens endgültig freitanzt. Ein erschöpfendes Drama über den Willen zum Überleben in verzweifelten Zeiten, über menschliche Würde, Brot und Spiele. Über Menschen, die mitmachen, aufgeben oder sich die Kugel geben. Pferde erschießt man ja auch.


50. DER MANN, DER ZWEIMAL LEBTE (1966)









Ein Mann wechselt die Identität und wird als Rock Hudson neu geboren, doch das geborgte Leben ist nicht mehr rückgängig zu machen. In John Frankenheimers zweitem Geniestreich der 60er darf Hudson beweisen, dass er auch ohne Doris Day zurechtkommt und sich hinter dem Pin-up ein echter Schauspieler mit Tiefe versteckt. Der kafkaeske Alptraum ging am Publikum vorbei und muss dringend neu entdeckt werden.


UND DANN WÄREN DA NOCH:

Blow Up (1966)
Fahrenheit 541 (1966)
Spiel mir das Lied vom Tod (1968)
Asphalt Cowboy (1969)
Bonnie und Clyde (1967)
Das Dorf der Verdammten (1960)
Goldfinger (1964)
Belle de Jour - Schöne des Tages (1967)
Die toten Augen von London (1961)
Petulia (1968)
Eine Witwe mordet leise (1969)






Kommentare:

  1. Hallo Mathias, auf deine Dekadenlisten habe ich ja schon lange gewartet, Es sind doch auch einige Filme dabei, die ich noch nicht gesehen habe. Bei den 70ern "Hospital" oder "Konformist"...oder hier "Die Wahrheit". Ansonsten viel Übereinstimmung. Muss meine Dekadenlisten auch updaten. Momentan bin ich gerade dabei die Filme (DVDs) des Jahres 2013 zu küren, aber ich muss noch 3--4 Filme anschauen, von denen ich denke, dass die unbedingt beim Werten berücksichtigt werden müssten....beovr ich diese Best Of Liste veröffentlichen will."Liebe" von Haneke ist so eine DVD, wo ich mich bis heute noch nicht aufraffen konnte, ihn auch anzuschauen. Oder der vielgelobte "Broken Circle" - da hört sich die Thematik auch so schwer an.
    Du hast Dich ja in den letzten Wochen etwas rar gemacht, umso mehr hat es mich jetzt gefreut wieder von Dir zu lesen.
    Wünsche Dir ein glückliches und zufriedenes Neues Jahr.
    LG Ray

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  2. Danke für den Kommentar, ich kenne ja auch Deine Lieblinge mittlerweile und muss immer an Dich denken, wenn ich "Tanz der Vampire", etc. aufliste. :-)
    Ehrlich gesagt, zu "Liebe" kann ich mich auch nicht aufraffen, ich bin irgendwie auch mit Haneke durch. Vielleicht packt es mich mal wieder, aber mich hat ehrlich gesagt schon "Das weiße Band" kalt gelassen, so sehr man den auch bewundern kann. LG, Mathias

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  3. Hey, da biste ja wieder! Hab dich schon vermisst, aber in Deinen Schreibpausen kann man immerhin die von dir empfohlenen Filme gucken und wird gut unterhalten. ;)

    Diese Listen sind ganz schön lang, phew. Aber ich habe jetzt mal 3 Filme davon mitgenommen, die ich nicht kenne UND interessant finde: "Die Wahrheit", "Der Mann, der zweimal lebte" und "Das Geheimnis der falschen Braut". Ansonsten haste wirklich die besten da mit drin - oder im Anschluss aufgezählt.

    "Das weiße Band" fand ich ganz fürchterlich. Ich habe mich durch den Film gelangweilt und war dann schrecklich enttäuscht über das nicht vorhandene Ende; irgendeinen Twist als Auflösung hatte ich da schon erwartet, aber lief einfach nur gleichbleibend lahm aus. Als Liebhaber von alten s/w-Filmen hat man das im Film dargestellte wilhelminische Sittengemälde schon x-mal besser und aus meiner Sicht auch authentischer gesehen. Der Film hat mir rein gar nichts gegeben.

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  4. Ja, da liegen wir so ziemlich auf der gleichen Wellenlänge, auch wenn ich den formal/schauspielerisch schon hervorragend fand. Nur hat er mich eben leider nie wirklich interessiert.
    "Die Wahrheit" und "Der Mann..." sind hierzulande schwer zu bekommen, leider, und die "falsche Braut" gibt es nur auf einer unterirdischen DVD, aber immerhin, es lohnt sich trotzdem. Nett, dass Du mich vermisst hast. :-) So regelmäßig wie noch vor Monaten werde ich leider auch in absehbarer Zeit nicht mehr posten können, aber ich bemühe mich, am Ball zu bleiben. LG und ein frohes neues Jahr, Mathias

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  5. Gut, dann muss ich mal schauen, wo/wie ich an die Filme komme. Vielleicht laufen die ja noch mal im Fernsehen. Schlechte Quali schreckt mich selten ab, dann mach ich mich mal auf die Suche.

    Ist nicht ganz so schlimm, wenn Du nicht jeden Tag eine Filmkritik schreibst - das ist sowieso eine Schlagzahl, die ich immer bewundert habe (ich schaffe im Vergleich höchstens 4 im Monat!). Wenn es nur 2/Woche sind ist auch schon schön. Hauptsache, man liest wieder was von Dir ;)

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  6. Ich bemühe mich. :-) So langsam gehen mir allerdings die Filme aus. Meine Lieblinge habe ich fast alle besprochen (bis auf Ausnahmen wie "2001", über die schon so viel gesagt wurde, dass ich beim besten Willen nicht weiß, was ich da noch für einen Senf dazugeben soll), und Filme nur zu schauen, um sie zu rezensieren, mache ich nicht, ich sehe mir nur an, was mich wirklich interessiert. Das wird früher oder später nach so vielen Besprechungen ein Problem. LG, Mathias

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  7. Das ist echt schade,aber ich kann's auch nachvollziehen und hab's schon ab und zu befürchtet. Irgendwann hat man halt alles gesehen (was einen interessiert) - Du, nicht ich. Bei mir dauert es noch etwas zum Glück :)
    Leider kommt eben auch nur wenig gutes Neues nach. Weiß nicht, ob Du Jim Jarmusch magst (vermute eher nicht so...), aber sein neuer Film hat mir gut gefallen: http://der-schwarze-planet.de/only-lovers-left-alive-2013/ und er gibt dem Genre Vampirfilm durchaus einen ganz anderen Dreh...

    Auch sehenswert schräg fand ich "Taxidermia". Aber den hatte ich wohl schon empfohlen. Wir sehen auch sehr gern Stummfilme und die alten Movies mit Vincent Price.

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  8. Ja, dass so wenig nachkommt, ist echt das Hauptproblem. :-( Ich habe gerade in letzter Zeit viel Neues gesehen, aber gefallen hat mir nichts, und ich will nicht immer nur Verrisse schreiben, das deprimiert mich selbst. Aber ein paar Filme habe ich ja noch nicht rezensiert, da kommt also schon noch was. :-) LG, Mathias

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