Montag, 1. Juli 2013

Final Destination 4 (2009)

Da ist er wieder, der Tod mit dem Plan.
Nachdem man bei New Line Cinema mit "Final Destination 3" (2006) erneut einen Kassenerfolg feiern konnte, holte man für den vierten Teil wieder Regisseur David R. Ellis an Bord, der bereits in "Final Destination 2" (2004) für ordentlich Spannung und Tempo gesorgt hatte. Auch hier gibt es einen spektakulären Autocrash, aber ansonsten sind die positiven Aspekte des Films sehr überschaubar. Da hilft auch kein 3-D.

Haken wir schnell die obligatorischen Elemente ab:
1. Die Katastrophe: ein Autorennen.
2. Die Protagonisten: farblose Twens mit fabelhaften Körpern, ein paar unsympathische Erwachsene, zwei nervige Kinder und ein sensibler Security-Mann.
3. Ist Tony Todd dabei? Nö.
4. Variationen des Grundmotivs: die Leute, die noch nicht 'dran' sind, können nicht sterben, selbst wenn sie es versuchen.

Desweiteren darf man festhalten, dass FINAL DESTINATION 4 (Final Destination 4) - abgesehen von ein paar Insider-Gags (ein Schwimmbad heißt 'Clear Rivers Water', nach dem Rollennamen von Ali Larter in den ersten beiden Teilen) - relativ humorfrei daherkommt, wenn man von den makaberen Todesarten absieht, die wieder für Schmunzler sorgen (sollen). Auch sonst macht sich der Film nicht viele Gedanken um so etwas Banales wie Handlung oder Konstruktion. Da muss Hauptdarsteller Bobby Campo nur mal kurz ins Internet, um sämtliche Details zu den Vorfällen der letzten Sequels zu finden (wahrscheinlich war er auf der IMDB) und den Plan des Todes zu verstehen. Danach rennt er lediglich den Ereignissen hinterher.

Das Drehbuch arbeitet zwar die Todesarten aus, die Charaktere kann man allerdings nicht einmal mehr als flach bezeichnen, weil selbst grundlegendste Infos fehlen. Wer sind diese Leute von Anfang 20, die den ganzen Tag bei Autorennen sitzen, im Schwimmbad liegen und in noblen Häusern und Apartments wohnen, welche offensichtlich sämtlich von Edel-Designern eingerichtet wurden? Wovon leben die alle? Sogar der (vermutlich schlecht bezahlte) Security-Guard bewohnt ein perfekt ausgestattetes Haus. Über die beiden Hauptfiguren erfährt man nichts - es sei denn, man macht sich die Mühe und schaut die Deleted Scenes (!) durch, dort findet man die knappe Info, dass sie wohl gerade die Schule abgeschlossen haben und Architektin und Broker (wie sympathisch) werden wollen.
Über die weiblichen Charaktere kann man ansonsten berichten, dass ihre Unterhaltungen ausschließlich um Schuhe, Sonnenbrillen oder Shopping im Allgemeinen kreisen und sie für ihr zartes Alter mehr Makeup im Gesicht tragen als ein durchschnittlicher Travestiekünstler im Jahr verbraucht. Die Jungs hingegen sind eitle Mucki-Machos mit hübscher Badehosen-Figur oder blasse Milchgesichter.

Das sind aber nicht die einzigen Schwächen, denn FINAL DESTINATION 4 enttäuscht sogar in den Bereichen, auf die es bei dieser Reihe überhaupt ankommt, nämlich bei den Todes-Szenarien, von denen einige gewohnt originell ausfallen (der Besuch im Schönheitssalon oder die Fahrt durch eine Autowaschanlage der Hölle), andere aber sind entweder so schlampig inszeniert, dass man nicht genau versteht, was eigentlich genau passiert, ergeben keinen Sinn (welcher Körper wird komplett durch ein Abflussrohr im Pool gesaugt??), oder aber die CGI-Tricks sind lächerlich (wie der Automechaniker, dessen Körper wie ein Puzzle in sich zusammenfällt).
Den heranrasenden Krankenwagen, der eine Figur unerwartet aus dem Bild katapultiert, haben wir schon im ersten Teil gesehen (dort war es ein Bus), und wenn am Ende ein LKW die letzten Überlebenden dahinrafft, hat man schon das Gefühl, dass der Tod sich vielleicht mal wieder eine frischere Variante ausdenken könnte als seine Opfer immer mit großen Fahrzeugen über den Haufen zu brettern. Selbst der anfängliche Autocrash kann nicht mit dem Highway-Unfall aus Teil 2 oder der Achterbahn im dritten Teil mithalten - zumal er von albernen 3-D-Effekten sabotiert wird, die schon in "Und wieder ist Freitag der 13." (1982) besser umgesetzt wurden.

Positiv ist zu vermelden, dass FINAL DESTINATION 4 ein geniales Vorspann-Design zu bieten hat, das die Todesfälle der vorangegangenen Episoden in Röntgenbild-Optik nachstellt. Das ist mit Abstand der kreativste Einfall im gesamten Werk. Die Musik von Brian Tyler macht ordentlich Krawall, und das Inszenierungstempo ist so hoch, dass man viele Schwächen übersehen kann, wenn man gewillt ist. Trotzdem fehlt hier einfach in vieler Hinsicht die Liebe zum Detail. Der Film ist ein grober Klotz, der zwar wuchtig um die Ecke kommt, dem man aber in jeder Minute anmerkt, dass hier nur noch ohne viel Anstrengung abkassiert werden soll.

05/10


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