Samstag, 29. Juni 2013

Final Destination (2000)

Keine Frage, der Tod holt uns alle - früher oder später.
FINAL DESTINATION (Final Destination), der Teenie-Horror-Hit von James Wong, nutzt eine bekannte urbane Legende, nach der die Überlebenden von Flugzeugabstürzen eine geringere Lebenserwartung haben als andere, für einen höchst unterhaltsamen Abzählreim des Schreckens, in dem die ausgetüftelten Mordszenen die Hauptattraktion darstellen.

Die Story: Alex (Devon Sawa) soll mit seiner Schulklasse nach Paris reisen, hat aber noch vor dem Start eine Vision vom Absturz des Flugzeugs. Gemeinsam mit anderen Mitschülern verlässt er die Maschine, die kurz darauf tatsächlich explodiert. Kurz darauf werden die Überlebenden der Reihe nach durch bizarre Haushaltsunfälle dahingerafft, und Alex muss erkennen, dass er durch seine Vision dem Tod selbst einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, die dieser nun korrigieren muss. Aber wie hält man den Tod auf?

FINAL DESTINATION nutzt seine wirklich originelle Grundidee für ein spannendes Szenario und hat sogar eine durchaus tiefere Bedeutungsebene, in der die Unausweichlichkeit des Todes und unsere Angst vor dem Unvermeidlichen geschickt bespielt werden - umso mehr, weil der Tod hier Teenager trifft, die sich naturgemäß nicht sonderlich mit ihrem eigenen Ableben beschäftigen, durch die makaberen Ereignisse aber dazu gezwungen werden, sich der eigenen Sterblichkeit bewusst zu werden. Dass der Tod in FINAL DESTINATION stets einen geradezu mathematischen Zeitplan verfolgt, den man trickreich umgehen kann (oder auch nicht, wie sich am Ende herausstellt), sollte man nicht weiter hinterfragen, das gehört zum Spaß des Films, der nicht nur tempo- und einfallsreich inszeniert ist, sondern auch nach den unzähligen (und teilweise stinklangweiligen)  "Scream"-Ablegern Ende der 90er eine echte Bereicherung des halbtoten Teenie-Horror-Genres darstellte.

Das junge und attraktive Ensemble ist gut aufgelegt, und das Drehbuch versteht es geschickt, die Charaktere in lebens efährliche Situationen zu bringen, die wir alle aus dem Alltag kennen (wie Wasser auf elektrischen Geräten, Ausrutschen im Bad und das Hantieren mit Gas, Küchenmessern und anderen spitzen Gegenständen), und die gerade wegen ihrer Nachvollziehbarkeit so gut funktionieren - wobei der Film besonders für Toilettenszenen auffällig viel übrig hat, warum auch immer.
Der Tod tritt hier stets durch raffiniert eingefädelte Kettenreaktion ein, die der klassischen 'Suspense'-Theorie Hitchcocks folgen - das Publikum weiß immer ein wenig mehr als die Figuren und sieht das Unheil früher kommen, ohne aber zu wissen, wann und wie genau der Tod schließlich zuschlägt. Diese Technik wendet Regisseur James Wong so gut an, dass die folgenden Sequels sich überhaupt nur noch auf die ausgefallenen Todesarten konzentrieren und die Figuren weitgehend außer acht lassen. Insofern folgt die FINAL DESTINATION-Reihe Klassikern des modernen Horror-Kinos wie "Das Omen" (1976), in denen ebenfalls die spektakulär erdachten Morde für den Nervenkitzel sorgen. FINAL DESTINATION legt aber zusätzlich Wert auf sympathische Charaktere, denen man erst einmal nicht den Tod an den Hals wünscht, insofern unterscheidet er sich deutlich von den Nachfolgern.

FINAL DESTINATION war zu Recht erfolgreich, hat bislang vier Fortsetzungen erfahren, und ein Ende ist nicht in Sicht. Das Erfolgsrezept ist - im Gegensatz zu den Protagonisten der Filme - offenbar nicht tot zu kriegen.

08/10


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