Sonntag, 30. Juni 2013

Final Destination 2 (2003)

Bei vielen Fans gilt FINAL DESTINATION 2 (Final Destination 2) als bester Teil der Reihe, was vermutlich daran liegt, dass Regisseur David R. Ellis ("Final Call", 2004) und seine Drehbuchautoren schlicht und einfach das Beste aus dem Original herauspicken, alles Überflüssige weglassen und kräftig auf die Splatter- und Tempotube drücken. Dabei kommt ein über weite Strecken packender, humorvoller und nie langweiliger Action-Kracher heraus, dessen Laufzeit wie im Flug - oder in diesem Fall, wie auf der Überholspur - vorbeirast. Das ist Fast Food-Kino im buchstäblichen Sinn.

Der Inhalt ist - wie bei allen Sequels der Reihe - deckungsgleich mit dem Vorgänger. Zu Beginn erfolgt eine Katastrophe, hier eine Massenkarambolage auf dem Highway, die sich aber als Vision unserer Protagonistin (A.J. Cook) herausstellt. Nachdem sie udn ein paar andere Menschen von dem kurz darauf tatsächlich stattfindenden Unfall verschont bleiben, schlägt der Tod erbarmungslos zu und holt sich einen nach dem anderen der Überlebenden...

Ja, tut mir Leid, ich würde hier auch gern mal was Originelleres schreiben, aber die Plots sind eben immer gleich. Ist auch egal, denn FINAL DESTINATION 2 legt ohne viel Vorrede gleich heftig los. Der Autocrash, der die Geschichte ins Rollen bringt, ist dermaßen brillant in Szene gesetzt, dass er locker mit jedem Action-Blockbuster mithalten kann - was nicht verwundert, wenn man weiß, dass Regisseur Ellis lange Jahre als Stuntman und Stuntkoordinator tätig war. Die Sequenz ist aber nicht nur in technischer Hinsicht ein Knaller, sondern spielt auch geschickt mit unseren alltäglichen Ängsten. So entdecken wir auf dem Highway genau die Autofahrer, die wir alle hassen (die Drängler, Raser, Fahrer am Handy, etc.).
Diese Ängste finden sich auch im weiteren Verlauf, wenn Zahnarztbesuche, Fahrstuhlfahrten und Barbecues blutig enden oder Airbags zum genau falschen Zeitpunkt aufgehen. Den Vogel schießt aber der glückliche Lottogewinner ab, der zu Hause schnell ein paar Nudeln in der Mikrowelle warm machen will, um dann am Ende einer bizarren Kettenreaktion von einer Feuerleiter zermalmt zu werden. Da wird die Spannung so lange gedehnt, bis das Publikum nur noch kichern kann - um dann völlig unvorbereitet eins über die Rübe zu bekommen.

Das Drehbuch schafft es sogar, im letzten Akt noch ein paar raffinierte Schlenker einzubauen, die den bekannten Ablauf nicht ganz so vorhersehbar machen. Die Variation zum ersten Teil besteht auch darin, dass die Protagonistin nun verschlüsselte Botschaften erhält, die jedes Mal den nahenden Tod ankündigen, aber erst richtig gedeutet werden müssen. Ernst nimmt sich FINAL DESTINATION 2 dabei zu keinem Zeitpunkt, er will vor allem Spaß machen. Um inhaltlich an den Vorgänger anzuknüpfen, wiederholt Ali Larter, die einzige Überlebende aus Teil 1, ihre Rolle. Auch Tony Todd als Leichenbeschauer und Verkörperung des Bösen ist erneut mit von der Partie.

Die Schauspieler agieren ordentlich und machen das Beste aus ihren eindimensionalen Rollen. Der Film bemüht sich, die meisten von ihnen sympathisch zu zeichnen, und neben den üblichen Teenies finden sich sogar ein paar Erwachsene und Halbwüchsige als Opfer wieder. Die Todesszenen sind aber allesamt so over the top, dass ihr Ableben niemandem wirklich weh tut. Man darf sich aber wirklich wundern, dass FINAL DESTINATION 2, in dem immerhin Minderjährige von fallenden Glasplatten zermatscht werden, mit einer FSK 16-Freigabe davongekommen ist. Die folgenden Teile hatten nicht so viel Glück.

Auch wenn man dem Original zugestehen muss, dass die originelle Grundidee dort erst entwickelt wurde, darf man doch sagen, dass FINAL DESTINATION 2 die Steilvorlage hervorragend nutzt und dem gewillten Horror-Fan ein tolles Spektakel um die Ohren klatscht, bei dem eigentlich keine Wünsche offen bleiben - wenn man akzeptieren kann, dass die durchaus vorhandenen ernsthafteren Auseinandersetzungen mit der Unaufhaltsamkeit des Todes aus Teil 1 hier Platz machen für pures, fluffiges Entertainment, bei dem man das Gehirn gern im Handschuhfach vergessen darf.

8.5/10

1 Kommentar:

  1. Den meiner Meinung nach interessantesten Aspekt der Fortsetzung hast Du leider nicht angesprochen: die Thematik, dass der Tod quasi den Fehler aus Teil 1 mit all seinen Kettenreaktionen nie wieder in den Griff kriegen wird und quasi hoffnungslos an allen Ecken und Enden den alten Plan alternativ zusammenzimmern muss mit immer mehr Abweichungen vom Original. Das Drehbuch zu solch einem konsequenten Weitererzählen von Teil 1 ist für Autoren sicherlich nicht gerade der einfachste Stoff. Es braucht also nicht verwundern dass ab Teil 3 lieber von alternativen Geschehnissen erzählt wird, anstatt das immer weiter ausufernde Szenario noch halbwegs im Überblick zu behalten.

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