Donnerstag, 16. Mai 2013

The Return of the Living Dead (1985)

Armer George A. Romero. Nicht nur stieß seine lange und sehnsüchtig erwartete Zombie-Fortsetzung "Day of the Dead" (1985) nur auf lauwarme Reaktionen und wenig Begeisterung, nein, ausgerechnet THE RETURN OF THE LIVING DEAD (The Return of the Living Dead), der im Kino damals noch "Verdammt, die Zombies kommen!" hieß, und der sich über Romeros Vorbilder schamlos lustig macht, ließ die Kinokassen klingeln und stellte das Werk des Meisters in den Schatten. Schuld daran ist vor allem Michael Jackon (mit freundlicher Unterstützung von John Landis), der mit seinem wegweisenden "Thriller"-Video den ganzen Trend überhaupt in Gang setzte.

Die gute Nachricht: "Day of the Dead" ist mittlerweile rehabilitiert. Und THE RETURN OF THE LIVING DEAD gehört immer noch zu den kultigsten Horror-Komödien der 80er. Mit seiner Mischung aus albern-rotzigem Humor und blutigen Splatter-Effekten war er der direkte Vorreiter von Stuart Gordons "Re-Animator" (1986).

Inszeniert wurde dieser Zombie-Spaß von Dan O'Bannon, dem Drehbuch-Schöpfer von "Alien" (1979), der hier nach einer Vorlage von John A. Russo arbeitete, welcher schon am Drehbuch von Romeros Klassiker "Night of the Living Dead" (1968) beteiligt war. So nutzt THE RETURN OF THE LIVING DEAD nicht nur dessen Grundplot (mehrere Menschen verbarrikadieren sich vor einer Horde Untoter), sondern spielt auch in den Details mehrfach auf das große Vorbild an.

Der Inhalt: zwei vertrottelte Angestellte eines medizinischen Versandhandels, die in einer abgelegenen Lagerhalle nahe des örtlichen Friedhofs arbeiten, erwecken durch einen dummen Zufall sämtliche Tote der Umgebung zum Leben. Die steigen prompt aus ihren Gräbern, verspeisen eine Gruppe Punks, die auf dem Friedhof eine Party feiert, und belagern dann die letzten Überlebenden in der Werkshalle, die verzweifelt einen Ausweg aus ihrer misslichen Lage suchen...

Auch wenn sich der Humor überwiegend auf dem Niveau der 80er-Teenie-Komödie bewegt (nur eben sehr viel schwärzer), können sich die Spezialeffekte um die mordgierigen Zombies heute noch sehen lassen. Im Gegensatz zu Romeros Untoten schlurfen sie nicht in Zeitlupe durch die Landschaft, sondern zeichnen sich durch sehr unterschiedliche Charakteristika aus. Immerhin, warum sollte nicht auch die Welt der Zombies vielfältiger sein? Einige staksen zwar gewohnt ungelenk durch die Kellerräume des Warenlagers (siehe unten), andere dagegen agieren schnell und durchaus gewitzt. Sie können sogar ganze Worte sprechen - was zu einigen guten Gags führt, wenn sie über den Sprechfunk der dahingemetzelten Polizisten und Notärzte "Schickt mehr Sanitäter!" verlangen.
Die Szene, in der ein Zombie kopflos durch die Lagerhalle rennt und alles zerdeppert, was ihm in den Weg kommt, nimmt den "Re-Animator" bereits vorweg. Was alle Untoten gemeinsam haben, ist das Verlangen nach menschlichen Gehirnen. Während Romeros Zombies ihre Opfer auch mal komplett vernascht und sogar die Knochen noch abgenagt haben, sind O'Bannons Untote da eindeutig verwöhnter.

Neben den Zombie- und Maskeneffekten sorgen vor allem James Karen und Thom Mathews (die Schnecke aus "Freitag der 13. Teil 6", 1986) als Trottel vom Dienst, die nach unfreiwilliger Erweckung der Toten selbst zu Zombies mutieren, für Lacher. Ihre hysterischen Versuche, die Situation mit Hilfe des Chefs (Clu Gulager) und des örtlichen Leichenbeschauers (Don Calfa) wieder unter Kontrolle zu bekommen, führen stets dazu, dass die Lage immer aussichtloser wird.
Neben jeder Menge Humor und Gore (der aber stets im Rahmen bleibt) gibt es auch noch die gute alte Prise Sex, verkörpert von einer (wie üblich) nackten Linneau Quigley, die auf dem benachbarten Friedhof mit ihrer Punk-Gang eine Stripshow veranstaltet und ihrem Lover ungeniert in den Schritt greift (worauf dieser sagt: "Hey, wir sind auf dem Friedhof, zeig mal ein bisschen Respekt!").

THE RETURN OF THE LIVING DEAD war so erfolgreich, dass er mehrere Sequels nach sich zog. Sein Einfluss reicht bis hin zu modernen Horror-Komödien wie "Shaun of the Dead" (2004). Über den Trend der 80er, jeden Horror-Stoff ins Lächerliche zu ziehen, kann man geteilter Meinung sein, aber Dan O'Bannons Film gehört auf jeden Fall zu den besseren Vertretern des Sub-Genres. Aus heutiger Sicht ist er mit seinem rockigen Soundtrack und den Punk-Outfits dazu so durch und durch 80er, dass er auch wunderbar als nostalgische Zeitreise funktioniert.

7.5/10



"Schickt mehr Sanitäter!" - Ein Untoter aus "Verdammt, die Zombies kommen"

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