Donnerstag, 2. Mai 2013

Jeepers Creepers 2 (2003)

Der 'Creeper' ist zurück und mal wieder auf der Suche nach Frischfleisch. Diesmal hat er sich einen Bus voller Basketballer und Cheerleader ausgesucht, die aufgrund einer Motorpanne mitten in der Prärie auf Hilfe warten müssen. Die Essensglocke für das Monster ist damit geläutet...

Nach dem finanziellen Erfolg des vergleichsweise kleinen Vorgängers "Jeepers Creepers" (2001) musste selbstverständlich ein Nachfolger her. Man darf es Regisseur Victor Salva anrechnen, dass er nicht den gleichen Plot noch einmal erzählt, sondern sowohl inhaltlich als auch formal andere Wege geht. Dafür stehen ihm deutlich mehr Geld und bessere Production Values zur Verfügung, weswegen JEEPERS CREEPERS 2 (Jeepers Creepers 2) auch einen schickeren und professionelleren Eindruck macht als der schmalbrüstige Vorgänger.

Während das Original jedoch in zwei Hälften - eine gute und eine sehr schlimme - zerfiel, ist das Sequel durchgängig mau, weder besonders gut noch furchtbar schlecht. Fast-Food-Kino zum Einmalsehen und Vergessen. Trotz eines stimmungsvollen Beginns, in dem sich der 'Creeper' als Vogelscheuche tarnt und einem kleinen Jungen nachstellt (schon wieder diese Fantasien...), trotz mehrerer Hitchcock-Anspielungen in den letzten beiden Dritteln und trotz guter Kameraarbeit kommt JEEPERS CREEPERS 2 einfach nie übers Mittelmaß hinaus.

Dafür sorgen vor allem die zwar knackigen, aber heillos unsympathischen Protagonisten, die hier als Kanonenfutter für das Monster verbraten werden, und die nichts anderes sind als eine nervige Gruppe plappernder, kreischender und intriganter Zicken, Machos und Feiglinge. Da ist kein Sympathieträger weit und breit zu entdecken, und ob einer von ihnen - oder alle - zur Hölle fahren, ist vollkommen wurscht. Die Mädels bleiben übrigens relativ züchtig, während sich die Jungs halbnackt auf dem Busdach sonnen oder gemeinsam zum Pinkeln gehen dürfen, womit der Film eher zu den wenigen homoerotischeren Beiträgen des Genres gezählt werden darf. Aber das nur am Rande.

Unter den ansonsten unbekannten und profillosen Darstellern findet sich ein Bekannter, nämlich Lynch-Schauspieler Ray Wise ("Twin Peaks"), der nach dem Tod seines Filmsohnes einen privaten Rachefeldzug gegen den 'Creeper' startet und sich dafür ein tolles 'Monstermobil' konstruiert hat. Dieser ganze Strang ist so hoffnungslos albern und trashig, dass man sich eher für den Darsteller schämt und unangenehme Erinnerungen an die 'lustigen Rattenfänger' in Argentos missglücktem "Phantom der Oper" (1998) aufkommen.

JEEPERS CREEPERS 2 hat ein paar spannende Momente, die aus der schutzlosen Situation entstehen, in der sich die potentiellen Opfer befinden, er weist auch eine überzeugende Hochsommer-Atmosphäre auf und kann mit ein paar ausgewählten Splatter-Momenten punkten. Insgesamt aber gehört dieses Sequel zu den 'kann man sehen, muss man aber nicht'-Fällen. Die Meinungen gehen da wieder sehr auseinander, manche finden ihn besser als den Vorgänger (weil teurer und actionreicher), die anderen können gar nichts mit ihm anfangen, weil die Figuren so uninteressant sind. Ich persönlich würde mir lieber die erste Hälfte des Originals noch einmal ansehen als den kompletten 2. Teil.

5.5/10



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