Dienstag, 30. April 2013

Jeepers Creepers (2001)

Die beiden Geschwister Trish (Gina Philips) und Darry (Justin Long) sind mit ihrem Wagen auf der Landstraße unterwegs, als sie von einer alten Klapperkiste gerammt und verfolgt werden. Kurz darauf werden sie Zeugen, wie der Fahrer des Schrottmobils scheinbar Leichen auf einem Grundstück beseitigt. Beim Nachforschen aber entdecken sie, dass sie einem Monster - dem so genannten 'Creeper' - in die Quere gekommen sind. Diese Horror-Gestalt taucht alle paar Jahre auf, sammelt Leichenteile und macht jetzt Jagd auf die Teenager...

JEEPERS CREEPERS (Jeepers Creepers) wurde mit einem relativ schmalen Budget von Victor Salva ("Powder", 1995) inszeniert und stellte sich als Überraschungserfolg in den Kinos heraus. Der Film beginnt als Teenager-Variante von Steven Spielbers Landstraßen-Thriller "Duell" (1971) und wird dann nach der halben Laufzeit zu einem lupenreinen Monster Movie mit mythischen Anklängen. Dass der Song 'Jeepers Creepers', der hier regelmäßig im Autoradio läuft, wenn das Monster in der Nähe ist, einen verstörenden Effekt erzielen kann, haben wir schon in John Schlesingers "Tag der Heuschrecke" (1975) gesehen. Irgendwas haben diese Jazz-Songs der 30er, das heute wohliges Gruseln verursacht.

Um es kurz zu machen: die erste Hälfte von JEEPERS CREEPERS ist ziemlich effektvolles Spannungskino, wenn man akzeptiert, dass die beiden jungen Helden sich wie komplette Idioten benehmen. Ganz ehrlich, wer steigt schon in einen Tunnel, in dem offenbar gerade eine Leiche versenkt wurde, während der mutmaßliche Killer nicht weit entfernt ist? Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Teenager von Natur aus irgendwie bescheuert sind, kann man das aber hinnehmen, und dann ist JEEPERS CREEPERS hervorragende Unterhaltung, inklusive einiger Gänsehaut-Momente, die man so im modernen Horrorkino nicht oft findet.

Die zweite Hälfte hingegen ist reiner Blödsinn. Da taucht plötzlich eine skurrile Märchentante/Katzenfrau auf (die wunderbare Eileen Brennan, die einem Leid tun kann), erzählt uns eine absurde Backstory des Monsters, die Klischees und Logiklöcher häufen sich, und von Spannung kann keine Rede mehr sein. Am Ende serviert JEEPERS CREEPERS eine bösartige Pointe, die den zuvor entstandenen negativen Eindruck fast wieder ausbügeln kann, aber insgesamt gesehen ist der Film einfach zu unausgewogen. Wäre der Creeper ein geheimnisvolles Wesen geblieben, dessen Ziele im Dunkeln bleiben, und hätte Regisseur Salva wie in der ersten Hälfte mehr auf Suspense als auf Mummenschanz gesetzt, hätte JEEPERS CREEPERS das Zeug zu einem kleinen Kultfilm gehabt. So ist er nur zur Hälfte sehenswert. Immerhin.

Keine Rezension über JEEPERS CREEPERS wäre vollständig ohne die Erwähnung, dass Regisseur Salva aufgrund sexueller Übergriffe am minderjährigen Hauptdarsteller seines Films "Clownhouse" (1989) zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Das verleiht fraglos all seinen Filmen einen mehr als unangenehmen Beigeschmack, besonders, wenn sie davon handeln, dass hässliche Monster hinter Teenagern her sind, um ihnen das Fell über die Ohren zu ziehen und - wie im Fall des 'Creepers' - deren Angst 'riechen' können.

07/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...