Sonntag, 24. März 2013

Species II (1998)

Eine Marsmission geht gigantisch in die Hose, als drei Astronauten, die eigentlich Bodenproben auf dem roten Planeten entnehmen sollen, stattdessen von der bösen (und sexy) Alien-DNA infiziert werden, die wir bereits aus "Species" (1995) kennen.
Zurück auf der Erde, verwandelt sich der hübsche Besatzungschef Patrick (Justin Lazard) in ein wandelndes Sex-Monster, das unbedingt gestoppt werden muss, bevor es eine ganze Brut von Alien-Sprösslingen zeugt. Hilfreich erweist sich da die geklonte und friedliche Zwillingsschwester von Sil (Natasha Henstridge), dem weiblichen Bösewicht aus Teil 1, die in einem Labor gezüchtet wurde und über eine telepathische Verbindung zum männlichen Gegenpart verfügt... 

SPECIES II (Species 2) gelingt das Kunststück, noch weniger Sinn als das Original zu machen und erwies sich in den Kinos als das genaue Gegenteil des Vorgängers, nämlich als überraschender Total-Flop, der von enttäuschten Fans aus den Sälen gebuht und von Kritikern mit Kopfschütteln bedacht wurde. Dabei wurde hier an allen Ecken und Ende geklotzt, was das Zeug hält. Erotik und Gore - die beiden Schlüssel zum Erfolg des Originals - wurden extrem hochgefahren, wodurch sich auch der Trash-Faktor drastisch erhöhte. Deshalb macht SPECIES II trotz eines saudummen Scripts auch deutlich mehr Spaß als das züchtigere Original. Tatsächlich ist das Sequel dermaßen blutrünstig, dass sich die FSK 16-Freigabe (wieder mal) nur dadurch erklären lässt, dass ein großes Studio hinter dem Film stand (MGM). Wäre dies ein kleiner, unabhängiger Film, würde er schneller auf dem Index landen als man "Willkür" sagen kann. Im 5-Minuten-Rhythmus wird der Zuschauer mit aufgeplatzten Bäuchen, triefenden Eingeweiden, grotesken Geburts-Szenarien, weggeballerten Köpfen und flotten Dreiern (welche für einen Mainstream-Film heftig an der Grenze zum Hardcore kratzen) beglückt, und im Finale wird das weibliche Alien per - naja, nennen wir es mal 'Extrem-Deepthroating' ins Jenseits befördert - eine Disziplin, die ich gerne bei den nächsten Olympischen Spielen sehen würde.

Musste sich im ersten Teil Natasha Henstridge als sexy Ungeheuer durch den Film rammeln, kommt diese 'Ehre' in der Fortsetzung Justin Lazard zu, der hier eigentlich nach diversen TV-Rollen ("Central Park West") seinen großen Kinodurchbruch feiern sollte, was aber aufgrund des Misserfolgs leider nicht geklappt hat. Regisseur Peter Medak, der sich im Audiokommentar der DVD selbst kritisch zum Film äußert und besonders mit der Nacktheit angeblich Probleme hatte, lässt keine Gelegenheit aus, den knackigen Lazard aus seinen Klamotten herauszuholen - eine willkommene Abwechslung zum üblichen Hollywood-Schema. Als sexbesessenes Alien-Pin-Up zieht er alles durch die Laken, was ihm vor die Füße fällt, bis es dann im Showdown zum ultimativen Erotik-Clash mit seiner außerirdischen Partnerin Henstridge kommt (die dabei - wie gesagt - die schlechteren Karten hat).

Natürlich ist SPECIES II von vorne bis hinten blöde (wo kriegt eigentlich Alien-Daddy Lazard die Kartoffelsack-Kleider für seine gerade gezeugten Alien-Kinder her? Hat der die für Notfälle immer dabei?), aber er ist auch nie langweilig. Die Production Values können sich wieder sehen lassen, die Spezialeffekte sind größtenteils (bis auf den weggeschossenen Kopf) erste Sahne, und auch die Schauspieler liefern solide Leistungen ab. Neben Natasha Henstridge wiederholen Marg Helgenberger und Michael Madsen ihre Rollen aus dem Original und bilden ein gutes Gespann, wobei das Augenmerk klar auf Seiten der Aliens liegt. In einer Nebenrolle darf sich George Dzundza als Militär-Vertreter wie ein Schwein aufführen und die arme Henstridge quälen (in einer Szene, die nur dazu da ist, Henstridges Brüste prominent ins Licht zu rücken), während Peter Boyle als Wissenschaftler in der Klapsmühle ordentlich chargieren kann.

Regisseur Peder Medak hat viele exzellente Filme gemacht, hier kapituliert er komplett und überlässt den F/X-Technikern das Feld. Lediglich die Sequenz, in der Henstridge telepathischen Kontakt zu Lazard aufnimmt, der gerade ein potentielles Opfer sucht, während die Alien-Jäger ihm auf den Fersen sind, zeigt, dass Medak auch für gute Spannung sorgen kann.

SPECIES II ist lupenreiner Trash mit attraktiven Darstellern und ansehnlichem Budget, eine bizarre Mischung aus derbem Sex und cartoonhaftem Splatter. Also bitte, was gibt's daran nicht zu mögen?

07/10

Bitte anschnallen - jetzt wird's trashig!
Natasha Henstridge (mit Gurtpflicht) in "Species II"




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