Samstag, 29. Dezember 2012

Die Rache der Pharaonen (1959)

Die Mumie ist mal wieder los. Wie üblich wird sie von unvorsichtigen Archäologen in Ägypten freigelegt und stapft dann - einem Fluch und einer düsteren Beschwörung folgend - durch Haustüren, Fenster und Sümpfe, um die Grabschänder zu bestrafen.

Die britischen Hammer Films erhielten von den amerikanischen Universal-Studios offiziell die Rechte für eine Neuverfilmung des Klassikers "The Mummy" (1932), der Plot des von Jimmy Sangster verfassten Drehbuchs orientierte sich aber eher an späteren Mumien-Filmen wie "The Mummy's Tomb" (1940) oder "The Mummy's Hand" (1942).
Wie üblich fällt diese britische Variante unter der Regie von Terence Fisher - der zuvor schon Frankenstein und Dracula erfolgreich neu belebte - äußerst kurzweilig und farbenfroh aus und reduziert eine komplexe Geschichte auf unterhaltsames Groschenroman-Niveau. Der Gewaltfaktor ist auf beinahe Null zurückgeschraubt, sehenswert sind aber die fantasievollen Kostüme und Beleuchtungseffekte. Visuell gehört DIE RACHE DER PHARAONEN zu den schönsten Hammer-Produktionen. Die Farben explodieren förmlich auf der Leinwand und verschleiern gekonnt das schmale Budget, das man lediglich an den zu engen und kulissenhaften Bauten (gemalte Himmel, künstliche Pflanzen) erkennt, die nie überzeugend vermitteln, der Film würde tatsächlich in Ägypten spielen.

Die Schauspieler agieren gewohnt souverän. Peter Cushing gibt den besorgten Mumienprofessor mit Hinkebein, Christopher Lee hingegen muss die meiste Zeit mit schlammigem Klopapier umwickelt durch die Szenerie torkeln. Dafür bekommt er eine ausgiebige Rückblende, in der er ohne Mumien-Verkleidung zu sehen ist. Er bemüht sich, dem Monster eine tragische Note zu verleihen, wenn er in Cushings Ehefrau (Yvette Furneaux) seine damalige Geliebte wiederzuerkennen glaubt, aber das Mumien-Kostüm schränkt ihn doch zu sehr ein.

DIE RACHE DER PHARAONEN ist nicht der beste Mumien-Film aller Zeiten, das ist und bleibt das Original mit Boris Karloff. Er ist aber um Welten besser als das gleichnamige Stephen Sommers-Spektakel von 1999, das eher an die Indiana Jones-Filme angelehnt ist denn an klassischen Universal-Horror. Wer mit den Produktionen der Hammer Studios nicht viel anfangen kann, der wird auch an diesem Werk nicht viel Freude haben, aber für Fans bietet es genügend Abwechslung und farbenprächtige Grusel-Unterhaltung.

07/10

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