Dienstag, 27. November 2012

Shopping (1986)

Die neueste Errungenschaft einer Einkaufspassage sind drei Wach-Roboter, die zum Schutz vor Ladendieben und anderem Gesindel eingesetzt werden und keinen Spaß verstehen. Was aber, wenn diese Roboter einen Kurzschluss haben und harmlosen Angestellten nachjagen, die sich nach Feierabend in der Mall mit ein bisschen Musik und Sex vergnügen wollen? Dann haben wir einen typischen Film aus der Roger Corman-Schmiede: kurz, knackig, blutig und trashig.

SHOPPING (der im Original den schönen Titel "Chopping Mall" trägt und kurzzeitig auch "Killbots" hieß) wurde von Cormans Ehefrau Julie produziert und bietet ein Szenario, bei dem sich Regisseur Jim Wynorski über diverse Vorbilder lustig machen kann (selbstverständlich nicht allzu intelligent), allen voran den "Terminator" (1984), der Pate für die Killer-Roboter stand. Der letzte zur Strecke gebrachte Roboter schießt allerdings nicht noch einmal aus den Flammen hervor, um nach dem Final Girl zu grapschen. Man wundert sich.

Daneben wird auch George Romero kräftig zitiert, wenn die Eingeschlossenen sich mal eben im Waffenladen bedienen und herumballern als gäb's kein Morgen. Ebenso selbstverständlich ist bei einer Corman-Produktion, dass sich keinerlei Anspruch in den Film verirrt, dafür aber einige Längen zu verzeichnen sind, die hauptsächlich mit den Teenager-Charakteren zu tun haben, welche lediglich als Kanonenfutter herhalten müssen. Als solches geben sie aber gute Zielscheiben ab und werden von den Killbots mit ordentlich Schmackes ins Jenseits befördert. Im wohl besten Moment wird einer kreischenden Nebendarstellerin von den Mordmaschinen im wahrsten Sinne der Kopf weggepustet, und die spannendste Sequenz schildert, wie sich das Final Girl in einer Zoohandlung versteckt, während ganze Armeen von Spinnen und Schlangen über sie drüberkriechen.

SHOPPING ist ganz auf die jugendliche Zielgruppe zugeschnitten, was bedeutet, dass auch ein paar nackte Brüste und durchtrainierte Torsos am Start sind. Zu spielen gibt es für das Ensemble nicht viel, und das ist auch besser so. Sie müssen hübsch aussehen, viel rennen, kreischen und durch Scheiben springen. Unter den Darstellern finden sich übrigens so illustre Genre-Bekannte wie Dick Miller (als Hausmeister Walter Paisley, der von den Robotern unter Strom gesetzt wird), Paul Bartel, Mary Woronov und Barbara Crampton ("Re-Animator", 1985).

Für eine Billigproduktion kann SHOPPING mit ganz ordentlichen Production Values aufwarten. Die Special Effects sind überzeugend, das Roboter-Design sieht besser aus als es müsste, und das Setting bietet genügend Abwechslung für unterhaltsame 80 Minuten.Wer nicht zuviel erwartet, kann sich hier recht kurzweilig amüsieren oder zumindest über die absurden 80er-Frisuren und den schlimmen Synthie-Soundtrack ablachen.

06/10

Kommentare:

  1. Noch im selben Jahr spielte Final Girl Kelli Maroney das Final Girl in Zero Boys, wo man als Spannungsmoment ebenfalls wieder Schlangen über sie drübergleiten ließ. Falls Du ihn nicht kennst: Zero Boys ist ein kleiner B-Film-Geheim-Tipp, der auf dem Cover wie ein Actionfilm aussah, zunächst auch so beginnt, um sich dann als waschechter Horrorfilm zu entpuppen.
    Ich fand es übrigens immer erstaunlich wie man gerade sie als Final Girl casten konnte, besitzt sie doch kaum Ausstrahlung. Mir geht es übrigens nicht wie Dir. Ich finde Shopping besitzt keinerlei Längen, weswegen ich ihn auch so gerne gucke. Bei der besten Szene mit dem Kopf wirst Du wohl recht haben, wegen der Pointensetzung würde ich allerdings hierfür die zweite Kopfexplosionsszene nennen. ;)

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  2. Das stimmt, die kommt an wirklich origineller Stelle. :-) "Zero Boys" habe ich mal in den 80ern auf Video gesehen, da hat er mir aber nicht so gefallen. Muss ich mal wieder sichten. Ja, die Kelli ist echt nicht der Brüller, auch wenn sie ganz ordentlich kreischen kann.

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