Dienstag, 30. Oktober 2012

Halloween-Special 2012: Fünfzehn unvergessliche Film-Psychopathen

 
Es muss ja nicht immer "Halloween" (1978) zu Halloween sein, um sich auf der Couch bei Popcorn und Kürbissuppe (für die ich ein wunderbares Rezept habe - wer es haben will, bitte melden) ordentlich zu gruseln. Die folgenden Damen und Herren sind durchaus in der Lage, einem die eine oder andere Gänsehaut zu bereiten, und das aus ganz unterschiedlichen Gründen…


1. NORMAN BATES (Psycho, 1960)
Die Mutter aller Film-Psychopathen ist selbst ein sanftes Muttersöhnchen, das Frauen beim Ausziehen ihrer schwarzen BHs beobachtet und sich dann in Mütterleins Fummel schmeißt, um das neue Küchenmesser auszuprobieren. Alles unter Hitchcocks Anleitung. Dabei kann der Norman eigentlich keiner Fliege etwas zuleide tun... Ausführliche Rezension hier.







2. MARK LEWIS (Peeping Tom, 1960)
Der britische (bzw. österreichische) Bruder von Norman Bates hat eher Probleme mit dem Vater, der grausame Experimente über die Angst mit ihm anstellte. Seitdem muss Mark Frauen töten und sie nicht nur dabei filmen, sondern sie dabei filmen, während sie ihren eigenen Tod mitansehen. Michael Powell ruinierte seine und die Karriere seines Hauptdarstellers Karlheinz Böhm mit diesem Meisterwerk des Schreckens, das seiner Zeit weit voraus war. Ausführliche Rezension hier.





3. HENRY (Henry - Portrait of a Serial Killer, 1986)
Der Henry von nebenan ist deshalb so abgründig, weil er an der Oberfläche so harmlos und bemitleidenswert wirkt. Er kann ein guter Kumpel und Saufkumpan sein, er kann auch zuhören, aber wenn es ihn packt, bleibt kein Kopf lange auf dem Hals. Schuld ist wieder mal die Mama, aber der quasi-dokumentarische Blick John McNaughtons auf seinen Antihelden ist weniger unterhaltsam als schwer auszuhalten - und genau deswegen so gut.






4. DR. ROBERT ELLIOTT (Dressed to Kill, 1980)
Sie sind verbunden mit der Praxis von Dr. Elliott, Sprechzeiten sind Mo-Fr 09:00 bis ca. Mitternacht, bei heftigem Gewitter auch länger. Der Herr Doktor ist gerade nicht im Büro, sondern jagt Frauen mittleren Alters durch Museen, U-Bahnen und Apartmenthäuser, bevor er sie im Fahrstuhl abschlachtet. Hinterlassen Sie eine Nachricht, aber bitte kein Rasiermesser. Und machen Sie ihm keine offensichtlichen Avancen, sonst bekommt er gleich Schaum vorm Mund und setzt die blonde Perücke auf.
Ausführliche Rezension hier.


 

5. JACK TORRANCE (Shining, 1980)
Er war schon immer der Hausmeister im Overlook Hotel, auch wenn er gerade erst neu angekommen ist. Der von Jack Nichsolson gespielte Jack Torrance ist eine Erfindung Stephen Kings, hat aber mit der Romanfigur nicht mehr viel zu tun. Stattdessen wird er von Kubrick meisterhaft in den Wahnsinn geführt, mit Whisky, Axt und Eierlikör. Was du heute kannst besorgen...
Ausführliche Rezension hier.


 


6. TRAVIS BICKLE (Taxi Driver, 1976)
Gottes einsamster Mann ist auch Gottes unglücklichster Mann. Die reizende Blondine im weißen Kleid will nicht ins Porno-Kino mitgehen, und die junge Dirne vom Babystrich will sich nicht bekehren lassen. Ob die Welt einen armen Teufel mehr anerkennt, wenn man ein Blutbad anrichtet, aus guten Gründen natürlich? Da muss man schon unter Realitätsverlust leiden. Einen Versuch ist es aber wert.  Rezension hier.






7. ROBERT RUSK (Frenzy, 1972)
Essen, Sex und Tod waren Hitchcocks Lieblingsthemen, und zu allem gibt es sein kulinarisches Spätwerk, in dem Inspektoren von ihren Ehefrauen mit Nouvelle Quisine gefoltert und Frauen vom Gemüsefachverkäufer Robert Rusk nach erfolgter Vergewaltigung auf dem Bürostuhl mit der Krawatte erdrosselt werden. Die Themse ist seitdem etwas verunreinigt, und auch aus dem Kartoffelsack ploppt mal ein nackter Fuß. Aber such' bloß schnell das Weite, wenn du a) sein Kumpel oder b) "sein Typ" bist...
Ausführliche Rezension hier.




8. BABY JANE HUDSON (Was geschah wirklich mit Baby Jane, 1961)
Der alternde Kinderstar Baby Jane arbeitet hart an einem Comeback, das außer ihr niemand braucht. In ihrer Freizeit serviert sie der Schwester tote Kanarienvögel und Ratten, wenn sie gerade nicht das Hausmädchen mit dem Hammer erschlägt. Die besten Darstellungen sind immer nahe an der Parodie. Bette Davis hat die Größe, die Parodie gleich mitzuliefern, in Robert Aldrichs groteskem Meisterstück.
Ausführliche Rezension hier.






9. FRANK BOOTH (Blue Velvet, 1986)
Der sympathische Frank Booth gebraucht die Gossensprache, als würde sie morgen verboten werden, säbelt dem Mann von Isabella Rossellini ein Ohr ab und geilt sich gern mit Sauerstoffmasken auf, bevor er um sich ballert. Auch Lippenstifte sind kein Fremdwort für ihn. Um den sollte man lieber einen Bogen machen, sonst endet man im gelben Anzug, und das Gehirn tropft einem aus dem Kopfloch. Kein schöner Anblick. The Candy-Coloured Clown They Call the Sandman...
Ausführliche Rezension hier. 





10. DR. HANNIBAL LECTER (Das Schweigen der Lämmer, 1991)
Ein Psychiater, der seine Patienten von innen und außen kennt, ein Gourmet mit Vorliebe für Fava-Bohnen und Chianti, ein Lebemann, der Handcremes durch Panzerglas erschnuppern kann, ein Bonvivant, der wegen einer dringenden Essensverabrdeung auch mal ein Rendezvous mit Jodie Foster sausen lässt. Das alles und noch viel mehr ist Dr. Hannibal Lecter, der hier noch mit einem 'E' geschrieben wird. In den Fortsetzungen wurde ein 'O' daraus, die Filme wurden aber nie besser als dieser.
Ausführliche Rezension hier.




11. JERRY BLAKE (The Stepfather, 1987)
Wer von der heilen amerikanischen Familie träumt, der muss ja verrückt sein. Für den war Reagan mit seinen Familienwerten auch der beste Präsident aller Zeiten. Da kann man nur herzlich zum Sockenschuss gratulieren, und ab mit ihm in die Klapsmühle. Terry O'Quinn spielt diesen Psycho in einem der sträflich vernachlässigsten Horror-Thriller aller Zeiten. Seine beste Zeile: "Wer war ich nochmal hier?"
Ausführliche Rezension hier.





12. ANNIE WILKES (Misery, 1990)
Die Frau mit der Sau im Haus hat im wahrsten Sinne einen Hammer. Den benutzt sie vorwiegend, um erfolgreiche Bestseller-Autoren zu verkrüppeln, die es wagen, ihr ein Happy End vorzuenthalten. Das hat man davon, wenn man Schundromane schreibt und glaubt, die Fans wären harmlose Doofis. Das sind Psychopathen, Frau Pilcher! Also hübsch aufgepasst beim nächsten Winter-Ausflug...  Ausführliche Rezension hier.





13. RUPERT PUPKIN (The King of Comedy, 1982)
Lieber ein König für eine Nacht als ein Bettler sein Leben lang. Das findet zumindest der Mann mit dem unaussprechlichen Kürbisnamen, der wieder von Robert De Niro gespielt wird. Zuschauer und Kritiker meinten, der Film wäre eine Komödie. Falsch gedacht. Das hier ist Horror-Kino vom Feinsten, und unser Rupert einer der furchteinflößendsten Irren aller Zeiten. Muss man ja sein, wenn die einzige Freundin Sandra Bernhard heißt...
Ausführliche Rezension hier.





14. MRS. VORHEES (Freitag der 13., 1980)
Im Camp Crystal Lake, Teil 1 ist es eben nicht der psychopathische Sohn Jason mit der Hockeymaske, sondern dessen Übermutter selbst, die da mit Pfeil, Bogen, Machete und Jagdmesser auf die Teenager losgeht. Allein der Pullover ist schon zum Fürchten, und wer hätte das von der liebenswerten Betsy Palmer gedacht, dass die so böse sein kann? Rezension hier.






15. CAROL (Ekel, 1962)
Die junge Französin ohne Nachnamen lebt in London, arbeitet in einem Kosmetiksalon für nervige Matronen und ist sexuell etwas verklemmt. Rasiermesser mag sie gar nicht im Badezimmer haben, dafür steckt sie sich gehäutete Kaninchen in die Handtasche und sieht die Wände näher rücken. Als Vermieter sollte man nie persönlich erscheinen, um die Miete zu kassieren, sondern lieber einen ausgewählten Erzfeind hinschicken, den man auf diese Art und Weise schnell los wird.
Ausführliche Rezension hier.






Und eine spezielle Erwähnung erhält:


JOAN CRAWFORD (Meine liebe Rabenmutter, 1980)
Zu den typischen Pflichten eines Hollywoodstars gehört das Schreiben von Autogrammen, Sport, frühes Aufstehen und gelegentlich ein guter Schluck. Wenn dann noch Zeit bleibt, kann man sein Heim verschönern, in dem man die Rosenbeete mit der Heckenschere verwüstet, das Haus mit Scheuerpulver zuschüttet und die Adoptivkinder mit Drahtbügeln verdrischt.Wenn die Bälger dann noch aufmucken, werden sie einfach enterbt. Gespielt wird die Diva von Faye-"Ich kann noch drei Schippen drauflegen"- Dunaway.
Jubel-Rezension hier.





Kommentare:

  1. Hallo Mathias,
    vielen Dank für diese Halloween-Liste, ich hab bei den Kommentaren Tränen gelacht....
    LG Ray

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  2. Hallo Ray, schön von Dir zu hören! Und gern geschehen, die Listen machen doch immer am meisten Spaß. Liebe Grüße!

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