Donnerstag, 4. Oktober 2012

Der Mönch mit der Peitsche (1967)

Auf den erfolgreichen Wallace-Krimi "Die blaue Hand" (1967) folgte schnell der nächste Farbfilm der Reihe, die Ideen wurden allerdings merklich dünner, weswegen für dieses 29. Abenteuer der noch nicht lange zurückliegende Schwarzweiß-Hit "Der unheimliche Mönch" (1965) noch einmal aufgewärmt wurde und ein Trash-Update bekam.

Zum 'Inhalt': In einem Mädcheninternat geht ein Killer in der knallroten Mönchskutte um, der Lehrer und Schülerinnen mit einer Peitsche tötet. Inspektor Blacky Fuchsberger ermittelt gemeinsam mit seinem vertrottelten Vorgesetzten Sir John (Siegfried Schürenberg) zwischen leicht bekleideten Damen und kommt einem (nicht sonderlich) raffinierten Plan auf die Spur, der die Millionenerbin Ann Portland (Uschi Glas) um ihr zu erwartendes Vermögen bringen soll...

Wozu große Erbschaften führen, das hat die Wallace-Reihe bereits bis zum Erbrechen vorgeführt, aber man macht trotzdem munter weiter. Das Publikum hat es trotzdem genossen. Anders als der atmosphärische Grusler "Der unheimliche Mönch", an dessen Inhalt sich DER MÖNCH MIT DER PEITSCHE entlang hangelt, setzt Regisseur Alfred Vohrer hier auf knallige Farben, schrille Kostüme, wilde Musik und kurze Röcke. Die Schülerinnen des Mädcheninternats sind natürlich alle besonders knackig und laufen ständig in aufreizenden Negligés herum, allen voran unser 'Schätzchen' Uschi Glas, die damals wirklich noch ein niedliches Ding war und durchaus spielen konnte. Da kommt der Rentner Herr Schürenberg ganz schön ins Schwitzen beim Verhör. Sein Sir John ist nun endgültig grenzdebil und hat die Psychologie als Steckenpferd für sich entdeckt, was seinen Inspektor zur Verzweiflung treibt.
Joachim Fuchsberger sorgt für das nötige Wallace-Feeling, obwohl er den obercoolen, kaugummikauenden  Regenmantel-Ermittler schamlos überzeichnet. Daneben gibt es ein Wiedersehen mit der jungen Grit Bötttcher, die aber frühzeitig vom Mönch erlegt wird. Eine wirklich große schauspielerische Leistung erwartet man in diesem Kabinett der Albernheiten gar nicht, dennoch fehlt im Ensemble deutlich eine charismatische Leinwandgröße vom Schlage Kinskis.

Alfred Vohrer orientiert sich erneut an den satten Farbspielen Mario Bavas, ohne jemals dessen künstlerische Klasse zu erreichen, aber hübsch anzuschauen ist DER MÖNCH MIT DER PEITSCHE zweifellos. Zwischendurch wird es auch mal spannend, und am Ende gibt es sogar einen mordenden Gärtner! Also, wenn das kein Brüller ist, dann weiß ich es auch nicht. Sehenswert ist auch das Versteck des Oberverbrechers, der im Dunkeln zwischen leuchtenden Aquarien sitzt. Da hat wohl einer zu viele James Bond-Filme gesehen. Warum der mordende Mönch ein dermaßen auffälliges Outfit für seine Taten benutzt, (mit dem er übrigens weniger wie ein Mönch als vielmehr wie ein zu bunt geratenes Mitglied des Ku-Klux-Klans aussieht), warum ein tödliches Giftgas aussieht wie Spinnweben aus der Sprühflasche, warum ein Gefängnisausbruch so einfach wie ein Kinderspiel gerät, und warum die enthüllte Identität des Mönchs nicht zu dessen vorigen Auftritten passt (aus anatomischen Gründen), das sind so Fragen, die man sich stellen kann oder auch nicht.
Ob Alfred Vohrer hier schon bewusst parodistische Elemente einsetzt oder die Komik lediglich unfreiwillig passiert, das darf auch jeder für sich entscheiden. Aus heutiger Sicht haben die meisten Wallace-Filme sehr viel Staub angesetzt und altern rapide, ganz besonders, wenn sie auf der Höhe der Zeit sein wollten.

07/10

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