Donnerstag, 20. September 2012

Spellbinder - Ein teuflischer Plan (1988)

Dieser kleine, unscheinbare Mystery-Thriller verschwand Ende der 80er eher sang- und klanglos aus Kinos und Videotheken, hat sich aber einen kleinen Fankreis aufgebaut und tauchte (etwas überraschend) sogar in dem lesenswerten Buch "Die 100 besten Horrorfilme" von Hans Schifferle wieder auf. Das ist vielleicht etwas zu viel der Ehre, aber ansehbar und unterhaltsam ist diese düstere Liebesgeschichte mit Teufelsanbetung auf jeden Fall.

Zum Plot: der junge Anwalt Timothy Daly rettet eines Abends die schöne Kelly Preston vor einem gewalttätigen Freund, und da die Dame gerade kein Zuhause hat, zieht sie kurzerhand bei ihm ein. Daly wähnt sich schon in einer stürmischen Liebesgeschichte, doch dann stellt sich heraus, dass Preston offenbar von einem Satanskult verfolgt wird, dem sie bis vor kurzem angehörte. Je mehr unser Held sich aber bemüht, sie aus den Klauen des Kultes zu befreien, desto mehr muss er erkennen, dass hier alles ganz und gar nicht so ist, wie es zu sein scheint...

SPELLBINDER (Spellbinder) - das darf man an dieser Stelle verraten - ist ein kaum getarntes Remake des Horror-Kultfilms "The Wicker Man" (1973). Hier wie dort versucht ein aufrechter Mann, ein satanisches Verbrechen aufzudecken (bzw. es zu verhindern) und ist doch selbst nur Opfer böser Machenschaften. Die Verlegung der Geschichte ins Los Angeles der späten 80er hat dabei ihren besonderen Reiz, denn anders als in so vielen Filmen dieses Jahrzehnts wird die Spezies des Yuppies im Designeranzug mit Schulterpolstern hier nicht als ideale Lebensform, sondern als durch und durch Böse dargestellt. Während sich zuvor ein Michael J. Fox ("Das Geheimnis meines Erfolges", 1987) oder eine Melanie Griffith ("Die Waffen der Frauen", 1988) mit Witz und Ehrgeiz an die Spitze der Erfolgsleiter katapultierten und das Publikum auf ihrer Seite hatten, stellt SPELLBINDER klar, dass eben dort der Teufel regiert.

Der Film ist dabei als klassische Liebesgeschichte aufgebaut, mit einem einsamen Helden, der offensichtlich zu viele Filme gesehen hat und an die große Liebe auf den ersten Blick glaubt, der sich als Retter in der Not aufspielt und nicht merkt, dass er längst im Netz der Oberspinne zappelt, die sich geschickt als guter Freund und Vorbild tarnt. Die Darsteller spielen überwiegend überzeugend, und der Thriller bleibt trotz seines eher gemächlichen Tempos kurzweilig, weil das Drehbuch schnurgerade auf die finale Wendung zusteuert. Da macht es auch nichts, dass die Regie von Janet Greek eher uninspiriert ausfällt.
Dazu gibt es für alle Nostalgiker wunderschön-scheußliche 80er-Frisuren und Kostüme, sowie einen Gastauftritt von Audra Lindley, die einigen als Vermieterin 'Mrs. Roper' aus der Sitcom 'Three's Company' noch im Gedächtnis sein könnte.

Fazit: netter Film, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Fans des 80er-Horrors sollten einen Blick riskieren, leider ist der Film bislang nicht auf DVD erhältlich. Da muss die gute, alte VHS herhalten. 

07/10

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