Montag, 24. September 2012

Runaway - Spinnen des Todes (1984)

Der Science Fiction-Thriller RUNAWAY - SPINNEN DES TODES (Runaway) wurde von Bestseller-Autor Michael Crichton inszeniert, der damit an frühere Regie-Erfolge wie "Westworld" (1973) anknüpfen wollte, was ihm aber nach seinem Flop mit "Looker" (1981) nicht mehr gelingen sollte. Auch RUNAWAY lief nur so lala in den Kinos.

In der futuristischen Welt von RUNAWAY haben Roboter einen festen Platz im Alltagsleben eingenommen. Wie Maschinen aber so sind, spielen sie eben manchmal verrückt. Dann greift Cop Tom Selleck ein, dessen Spezialgebiet das Jagen und Stillegen durchgedrehter Roboter ist. Gemeinsam mit seiner neuen Partnerin Cynthia Rhodes kommt er dabei den Plänen des größenwahnsinnigen Computerspezialisten Gene Simmons (Mitglied von 'Kiss' - der mit der Zunge) auf die Spur, der mit seinen vollautomatischen Waffen und Killer-Mikrochips das große Geschäft machen will und alle, die sich ihm in den Weg stellen, eiskalt auslöscht...

RUNAWAY ist ein typischer Crichton-Film in dem Sinne, dass er eine interessante Grundidee samt Gesellschaftskritik (Maschinen ersetzen Menschen, Konzerne regieren die Welt) für ein reines Action- und Spannungszenario nutzt, anstatt sie tiefgründig auszuloten. Das geht auch in Ordnung, denn Crichton will vor allem gut unterhalten und nicht die Welt verändern. Die düstere Utopie von Robotern, die allerorts das Alltagsleben bestimmen, ist zwar in der Realität noch immer nicht wahr geworden (offensichtlich sind Roboter im Haushalt den Menschen noch genau so suspekt wie eh und je), der Film selbst aber ist stark gealtert und ein typisches 80er-Produkt, mit rotstichigen Bildern, Synthie-Score und fiesen Dauerwellen.

Die Besetzung ist dabei tadellos. Tom Selleck (der bereits einige Jahre zuvor unter Crichtons Regie eine kleine Rolle in "Coma" hatte) versucht hier erneut, sich als Kinoheld zu etablieren, was ihm - obwohl er durchaus überzeugend agiert - nie wirklich gelang. Anscheinend akzeptiert das Publikum ihn nur auf dem TV-Bildschirm. Es mag an dem Proleten-Schnauzer liegen, der einfach furchtbar war, ist und immer sein wird. An seiner Seite ist die sympathische Cynthia Rhodes zu sehen, die ebenfalls nie den Sprung zum Star schaffte und stets die zweite Geige neben Jennifer Beals, Jennifer Grey und anderen (mittlerweile ebenso vergessenen) Kolleginnen spielen musste. Als Oberfiesling gibt Gene Simmons dank seines bizarren Charismas eine ziemlich gute Figur ab, und die junge Kirstie Alley (die seltsamerweise alle Dialoge schreit, anstatt sie zu sprechen) muss kurz nach ihrem ersten Auftritt schon einen Strip hinlegen, während sie von einer Maschine auf Wanzen gescannt wird. Darauf steht Crichton offenbar, denn auch in "Looker" unterzog sich die nackte Susan Dey einer ähnlichen Prozedur. 

Was Action angeht, gibt es wenig zu meckern. Insbesondere die Szenen, in denen Simmons mit elektronischen Hochgeschwindigkeits-Geschossen ballert, die ihr Opfer um Straßenecken jagen und töten, können sich sehen lassen. Allerdings fehlt deutlich eine Grundspannung, was an dem episodenhaften Drehbuch liegt. Sobald gerade nichts Aufregendes passiert, sackt der Film umgehend ab. Die titelgebenden 'Spinnen' (kleine Roboter, die an Wänden und Menschen hochkriechen und Säure verspritzen) sind von "Alien" (1979) beeinflusst und erzeugen eine nette Gänsehaut, spielen aber eine eher untergeordnete Rolle. Am Ende muss Selleck nicht nur gegen den Oberbösen zum letzten Duell antreten und seinen Sohn retten, sondern dabei auch noch seine Höhenangst überwinden. Da grüßt Hitchcock fröhlich aus dem Grab. Für alle Akrophobiker (wie mich) ist das Finale auf einem Baugerüst in schwindelerregender Höhe aber schweißtreibend inszeniert.

Alles in allem ist RUNAWAY ein sehenswerter Sci-Fi-Thriller, der nicht ganz die perfekte Achterbahn ist, die er gern sein würde, aber gute 80er-Unterhaltung. 

7.5/10


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