Samstag, 18. August 2012

Geheimagent Barrett greift ein (1965)

Aus einem streng geheimen Forschungslabor der Regierung wird ein ebenso streng geheimer Killervirus gestohlen, der bei Freisetzung die gesamte Erdbevölkerung auslöschen wird. Bald schon wird damit gedroht, ihn in L.A. einzusetzen. Der Geheimagent Lee Barrett (George Maharis) wird beauftragt, die Drahtzieher des Diebstahls zu finden. Gemeinsam mit der Generalstochter Ann (Anne Francis) macht sich Barrett an die Arbeit...

Der Agenten-Thriller GEHEIMAGENT BARRETT GREIFT EIN (The Satan Bug) entstand nach einer Romanvorlage von Alistair MacLean und war einer der ersten Versuche, auf der noch jungen Erfolgswelle der James Bond-Filme mitzuschwimmen. So erinnert Hauptdarsteller George Maharis dann auch weniger an den unvergleichlichen Sean Connery, sondern eher an Bond-Darsteller George Lazenby. Der Anzug sitzt, die Frisur ist scharf gescheitelt, aber ansonsten ist dieser Geheimagent ein absoluter Langweiler ohne Persönlichkeit.

Das trifft leider auch auf den gesamten Film zu. Zwar bemüht sich Regisseur John Sturges, der viele erfolgreiche Unterhaltungsfilme gemacht hat und es besser wissen müsste, um eine ernsthafte Erzählung, die von der comichaften Bond-Überhöhung bewusst abweicht, aber so richtig in Fahrt kommt der Thriller nie. Schon die stumme Anfangssequenz, in welcher der Killervirus aus dem Wüstenlabor gestohlen und dabei ein Security-Mann ermordet wird, sollte eigentlich eine Spielwiese für jeden Spannungsregisseur sein (was hätte wohl ein Hitchcock daraus gemacht? Naja, Mitte der 60er vermutlich auch nicht viel), stattdessen zieht sie sich in die Länge wie das berühmte Kaugummi. Anne Francis ist als Partnerin von Maharis mal nicht das sexy Dummchen, das man aus den frühen Bond-Abenteuern kennt, aber interessanter wird sie dadurch auch nicht. Sie ist mehr ein Anhängsel, das sich manchmal als nützlich erweist, meistens aber nur nebenherläuft. Schade.

Da nützt auch die wirklich großartige, beklemmende Musik Jerry Goldsmiths nichts, der sich für den Virus selbst ein Thema ausgedacht hat, das man lange noch im Kopf hat, wenn der Film, daraus längst entschwunden ist. Auch die wenigen Action-Höhepunkte des Abenteuers können nicht richtig überzeugen. In meiner Jugend sah ich GEHEIMAGENT BARRETT GREIFT EIN im Fernsehen und fand ihn einigermaßen aufregend, doch heute ruft er überwiegend Gähnen bei mir hervor.

Mehr gibt es auch schon nicht zu sagen - außer, dass die ständige Betonung, wie gefährlich der Virus sei, irgendwann nervt. Ja, alles klar, er wird alles Leben auslöschen, und nun? Neben der klasse Titelsequenz und dem bereits erwähnten Soundtrack gibt es nichts, weswegen man diesen müden Bond-Abklatsch empfehlen sollte. Das Plakatmotiv (s.o.) ist nicht schlecht. Ein Film der verschenkten Möglichkeiten.

03/10


Kommentare:

  1. Ich mag den Film und würde mindestens einen Punkt mehr geben.
    Grüße Klaus

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  2. Hallo Klaus, mit den Punkten ist das ja auch immer so eine Sache. Ich war gerade wegen meiner nostalgischen Erinnerungen an den Film doch sehr enttäuscht, ihn jetzt wieder zu sehen. Gruß von Mathias

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  3. prinzipiell hast du schon Recht. Der Nostalgiker in mir ist vielleicht noch größer.
    Grüße Klaus

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  4. :-) So geht's mir mit vielen anderen Filmen, die wahrscheinlich objektiv nicht gelungen, mir aber aus verschiedenen Gründen ans Herz gewachsen sind (wie "Das Landhaus der toten Seelen"). Das kennt glaube ich jeder. Grüße!

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