Freitag, 27. Juli 2012

Virus (1999)

Wenn Aliens die Erde erforschen, würden sie dann die Menschen als Virus betrachten? Als eine gefährliche Lebensform, die den Planeten bedroht, die man aber noch prima zum Recyceln nutzen kann?

So geschieht es in VIRUS (Virus), einer Comic-Verfilmung von John Bruno. Hier trifft mitten im Ozean ein amerikanischer Schlepper, der in Seenot geraten ist, auf einen russischen Kreuzer, der von Außerirdischen übernommen wurde, und der seitdem führerlos auf dem Meer herumschippert. Nur eine Überlebende gibt es, eine Wissenschaftlerin (Joanna Pacula), die sich vor den Aliens versteckt hält. Die Mannschaft des Schleppers kommt an Bord und wird bald darauf von der unsichtbaren Macht gejagt, die aus menschlichen Überresten grauenvolle Vernichtungsmaschinen bastelt...

VIRUS wurde von Gale Ann Hurd produziert, was natürlich beim Fan wohlige Erinnerungen an Sci-Fi/Horror-Klassiker wie "Aliens" (1986) weckt. Und tatsächlich benutzt VIRUS auch so ziemlich jedes Klischee, das wir in den letzten 30 Jahren in diesem Genre zu sehen bekamen. Leider wirkt der Film seltsam lustlos heruntergekurbelt und hat weder eine Handschrift noch einen interessanten visuellen Stil vorzuweisen, da Regisseur John Bruno vorwiegend fürs Fernsehen inszeniert. Aus der gar nicht dummen Grundidee wird nichts gemacht. Die Spezialeffekte-Abteilung sorgt zwar für ordentlichen Splatter mit verschiedenen Mensch/Maschine-Hybriden und Innereien-Gepansche, doch VIRUS ist vor allem eins - hässlich. Das russische Schiff ist ein einziger Schrottplatz, den der Film nach dem Entern der US-Crew bis zum Ende nicht mehr verlässt, und das Herumgerenne in den immer gleichen, dunklen Räumen voller Elektronik-Müll wird schnell todlangweilig und banal.

Da kann auch die Besetzung nichts mehr reißen, die immerhin ganz prominent zusammengestellt wurde. Ich habe mir den Film überhaupt nur wegen Jamie Lee Curtis angesehen, die ihre Rollen normalerweise gut auswählt (ich bin dafür sogar ins Kino gegangen, das war vielleicht eine Enttäuschung!), und auch William Baldwin fand ich Anfang der 90er recht knackig (Ich war jung). Baldwins Charme zeigt in VIRUS allerdings schon einige Abnutzungserscheinungen, während Jamie Lee zwar solide spielt, aber mit einer eindimensionalen Rolle keine Chance hat. Die angedeutete Romanze der beiden ist völlig unnötig und keine Sekunde überzeugend. Donald Sutherland streicht als gieriger Kapitän, der zum Oberbösen mutiert, ebenfalls nur seinen Scheck ein und überlässt die Arbeit seinem guten Namen. In einer Nebenrolle wiederholt Cliff Curtis seine Rolle aus "Octalus - Tod aus der Tiefe" (1998), den er ein Jahr zuvor gemacht hatte, und der weitaus besser geraten ist. Offensichtlich hatte er noch nicht genug von Monstern zu Wasser.

Mehr gibt es auch schon nicht zu sagen. VIRUS ist zwar reichlich laut, lädt aber eher zum Einschlafen ein. Fazit: nicht weiter der Rede wert.

02/10

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