Mittwoch, 18. Juli 2012

The Nesting - Haus des Grauens (1981)

THE NESTING - HAUS DES GRAUENS (The Nesting) erschien, nachdem sich kurz zuvor "Amityville Horror" (1979) als absolute Granate an den Kinokassen entpuppt hatte und das Genre des Geisterhaus-Thrillers wieder in Mode war. Da ich persönlich Filme über Spukhäuser liebe, versuche ich in schöner Regelmäßigkeit mit THE NESTING warm zu werden, bin aber jedes Mal wieder furchtbar enttäuscht. Muss Masochismus sein.

Der Plot: Schriftstellerin Lauren (Robin Groves) leidet unter Agoraphobie, weswegen sie ihr Apartment in der Großstadt kaum verlässt. Als wäre das nicht schlimm genug (und das ist es offensichtlich nicht, denn für eine Agoraphobikerin läuft sie ganz schön viel draußen herum), wird sie auch noch von Visionen und Alpträumen gequält, bei denen es sich möglicherweise um verschüttete Erinnerungen handelt. Da Ärzte und Psychiater wie üblich nicht helfen können, beschließt Robin, aufs Land zu ziehen und findet ein altes, mysteriöses Haus, das ihr seltsam bekannt vorkommt. Nachdem sie eingezogen ist, häufen sich die merkwürdigen Ereignisse, Geistergestalten tauchen auf, Menschen sterben, das volle Geisterhaus-Programm eben. Wie kann es Lauren schaffen, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen?

Und vor allem - wen interessiert's?

THE NESTING ist ein unabhängig produziertes Billig-Produkt, das nur deshalb Eingang in die Filmgeschichte gefunden hat, weil B-Movie-Queen Gloria Grahame hier ihre letzte Vorstellung zeigt. Ein trauriger Abgang, in der Tat. Neben ihr spielt Horror-Ikone John Carradine den tattergreisigen Hausbesitzer, aber auch er verlässt den Film so schnell er kann, vermutlich, um den Agenten zu wechseln.
Regisseur Armand Weston hat zuvor Pornos inszeniert, das gibt einem vielleicht einen Hinweis auf die Qualität seiner Horror-Geschichte. Hauptdarstellerin Robin Groves spielt überraschend solide, kreischt allerdings zu viel herum und muss sich dank eines schwachen Drehbuchs ständig unlogisch verhalten. Ganz besonders dämlich ist dann auch eine Sequenz geraten, in der sie trotz Agoraphobie (die dringend von den Verantwortlichen noch einmal hätte nachgeschlagen werden müssen) aufs Dach ihres Hauses klettert, nicht mehr herunterkommt und ein freundlicher Arzt bei dem hirnrissigen Versuch, ihr herunter- oder hineinzuhelfen, in den Tod stürzt. 'Haus der Bekloppten' wäre ein vielleicht passenderer Titel.

Der Film hat ein, zwei gute Momente, wenn Geisterhände aus dem Jenseits nach den Lebenden grapschen, aber das war es dann auch schon. Das Haus ist hübsch ausgesucht und bietet eigentlich eine ideale Kulisse für solch eine Spukgeschichte. Die Lösung des Spuk-Rätsels liegt wie so oft in der Vergangenheit. Das Haus war während des zweiten Weltkrieges ein Bordell, und Gloria Grahame will als Spukgestalt aus dem Totenreich Rache nehmen (à la Alice Krige in "Ghost Story", 1981). Die meisten Zuschauer dürften zu dieser Zeit aber schon im Tiefschlaf liegen und selig von Geisterhaus-Klassikern wie "Bis das Blut gefriert" (1963) oder "Schloss des Schreckens" (1961) träumen.

Schade, denn die Ansätze für eine hübsche, altmodische Geisterbahnfahrt sind alle vorhanden. Das Covermotiv ist dann auch das Beste am ganzen Film und verspricht mehr als der Streifen halten kann. Ich bin gespannt, wann ich wieder mal reinschaue und dann wie immer frustriert das Handtuch werfe.

03/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...