Mittwoch, 1. August 2012

Night Life (1989)

"Ich hab' kein Auto, kein Mädchen und keine Zukunft", klagt der junge Archie (Scott Grimes). Archie hat es aber auch wirklich nicht leicht im Leben. Nicht nur wird der skurrille Außenseiter von allen in der Schule gehänselt, er arbeitet auch noch in seiner Freizeit für den örtlichen Bestattungunternehmer, der dazu noch von John Astin gespielt wird, welcher einst das Familienoberhaupt der 'Addams Family' war. Als die coolen, gefönten Kids von der Highschool Archie wieder mal einen bösen Streich spielen, schlägt allerdings das Schicksal zu und lässt die gemeine Bande mit dem Wagen am Straßenrand verenden. Damit könnten für Archie bessere Zeiten anbrechen, doch kurz darauf kehren die Toten als Zombies zurück, um Archie endgültig fertig zu machen...

NIGHT LIFE (Night Life, auch bekannt als 'Graveyard Misdemeanors') ist eine ulkige Mischung aus Teenager-Komödie und Zombiefilm, die sich dem Trend der späten 80er anschließt und den Horror mit Humor erschlägt. Dafür bedient sich der Film von David Acomba ausgiebig bei Vorläufern wie "Return of the Living Dead - Verdammt, die Zombies kommen" (1986) oder "Die Nacht der Creeps" (1987) und wäre auch nicht weiter bemerkenswert, wenn er nicht hierzulande kurz nach Erscheinen als Gewaltverherrlichung beschlagnahmt worden wäre, woran sich übrigens bis heute nichts geändert hat. Wenn man NIGHT LIFE sieht, fragt man sich allerdings verdutzt, wie das angehen kann, denn weder ist er sonderlich brutal noch verstörend, er ist eine alberne, harmlose Komödie mit ein paar Zombie-Effekten. Gut, es gibt ein wenig schwarzen Humor, wenn Archie mit Leichenteilen hantiert oder ihm eine Verstorbene ständig vom Tisch rutscht, während deren Verwandter gerade anwesend ist, aber ganz ehrlich, das hat Hitchcock in "Immer Ärger mit Harry" (1955) schon gemacht, und niemand würde auf die Idee kommen, den verbieten zu wollen. Die Beschlagnahmung hat dem Film mehr Aufmerksamkeit beschert als er überhaupt verdient hat. Dumm gelaufen, liebe Zensoren.

Verboten gehört NIGHT LIFE eher wegen kompletter Langeweile. Obwohl ich ansonsten ein Fan des 80er-Horrors bin, konnte ich mit NIGHT LIFE nie so recht etwas anfangen. Die erste Filmstunde zieht sich wie Kaugummi, sämtliche Einfälle stammen aus besseren Filmen, und außer Scott Grimes, der eine passable Leistung zeigt als gequälter Schüler, der sich aber mit Witz wehren kann, gibt es nichts, weswegen man den Film empfehlen könnte. Seltsamerweise fehlt über weite Strecken auch (fast) jede musikalische Begleitung, was den Film noch mal schlafmütziger wirken lässt und wahrscheinlich auf Budgetbeschränkungen zurückzuführen ist. Überhaupt sieht alles in NIGHT LIFE sehr günstig aus, von einigen Maskentricks mal abgesehen.

In den letzten 20 Minuten, wenn die fiesen Zombies Jagd auf die Lebenden machen, kommt ein bisschen mehr Schwung in die Sache. Die Untoten können mit Waffen hantieren und bringen John Astin per Schmieröleinlauf zum Platzen, was der einzig härtere Effekt sein dürfte, der aber in seiner comichaften Übertriebenheit (und Unlogik) eher absurd ist. Regisseur Acomba ist nicht in der Lage, eine wirklich spannende Sequenz zu inszenieren. Die Lacher halten sich auch in Grenzen, und am Ende gibt es einen furchtbar schlechten Witz, mit dem Archie und seine neue Freundin (Cheryl Pollack) ins Happy End entlassen werden.

NIGHT
LIFE ist leider - im Gegensatz zu seinen Vorbildern - nie anarchisch oder satirisch, deshalb kommt er auch nie über seinen Direct-to-Video-Status hinaus. Wer über Zombies lachen will, sollte lieber gleich zu "Return of the Living Dead" greifen und nicht versuchen, an diesen schwer zu bekommenden Film heranzukommen. Er lohnt die Mühe nicht.

04/10

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