Sonntag, 8. Januar 2012

Kino-Liste: Die zehn besten Spukhaus-Filme

Unheimliche Schlösser, alte Landhäuser, knarrende Türen und Frauen, die im Nachtgewand, mit Kerzenleuchtern in der Hand, endlose Korridore hinabwandern, während wehende Vorhänge den Blick auf das Böse dahinter verbergen. Das sind die Zutaten meines liebsten Subgenres, dem Spukhaus-Film. Was haben mir diese Filme für eine schöne Gänsehaut beschert, damals, heute und für alle Zeiten. Oder wie die Zwillinge in Kubricks "Shining" sagen: "Für immer. Für immer..."

1. Schloss des Schreckens (1961)

"Es war nur der Wind", meinen die beiden engelhaften Kinder, aber deren Gouvernante, Miss Giddens, weiß es besser: es war der Gärtner. Können Kinder Monster sein, oder ist die liebe Miss Giddens mit ihrer religiösen Erziehung das Unheil in Person? Sie hat es doch nur gut gemeint. Jack Claytons Meisterwerk über die Schatten der Nacht, Gesichter hinter Fensterscheiben und verdorbene Unschuld. Ausführliche Rezension hier.


2. Bis das Blut gefriert (1963)

Eleanor hat endlich ein Zuhause gefunden, und es war nicht Theo, die ihre Hand so fest gedrückt hat. In der Nacht. Eine Spukgeschichte über eine junge alte Jungfer, die sich aus Einsamkeit ins Reich der Geister begibt. In der Nacht. "Sie können das Haus billig haben", sagt Russ Tamblyn, vom Zynismus befreit, angesichts atmender Türen in 'Hill House'. In der Nacht. Ausführliche Rezension hier.


3. Shining (1980)

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen, also schnell noch einmal angeschaut, dieses Schauerstück von Stanley Kubrick über verschlungene Labyrinthe in den Korridoren des Overlook-Hotels und im Geist von Jack Nicholson. "Du würdest Mama und mir doch nie etwas tun, oder?" Von wegen! Was heißt eigentlich 'Redrum'? Ausführliche Rezension hier.


4. Landhaus der toten Seelen (1976)

Der Traum aller Hausbesitzer: das Landhaus der Familie Allerdice erneuert sich selbst! Das spart die Handwerker und jede Menge Ärger - fast. Man muss nur seine Seele dafür opfern. Karen Black verwandelt sich in Mrs. Bates, Oliver Reed landet in der Frontscheibe seines Wagens, und der armen alten, kettenrauchenden Bette Davis wird die letzte Lebensenergie ausgesaugt. Schwund ist immer. Wenn der Chauffeur lächelt, kommt das Grauen. Ausführliche Rezension hier.


5. Das Waisenhaus (2007)

Keine Angst, die wollen nur spielen. Die Kinder des alten Waisenhauses langweilen sich im Jenseits und suchen neue Spielgefährten. Zuerst holen sie Lauras Sohn, dann Laura selbst. Nicht umdrehen, sie stehen genau hinter dir! Ein wundervolles Drama um Abschied und Loslassen. Ausführliche Rezension hier.


6. Das Grauen (1980)

George C. Scott verliert verliert zwar Frau und Kind, bekommt aber ein echtes Spukhaus. Das Trommeln in der Nacht stammt von einem ertränkten Kind, das auch gerne unsichtbar im Rollstuhl durchs Haus geistert, mit Bällen wirft und ein verrücktes Medium in den Wahnsinn treibt. Schuld ist wieder mal die Politik. Ausführliche Rezension hier.


7. Tanz der Totenköpfe (1973)

Auf 'Hill House' folgt 'Hell House', und wieder stolpern Geisterforscher ins Unglück. In einer Hauptrolle: Pamela Franklin, britische Scream Queen, die als junges Mädchen Deborah Kerr in den Wahnsinn getrieben hat (siehe Platz 1 der Liste). Kaum der Pubertät entronnen und zur Frau erblüht, wird sie auch schon vom Geist des Hauses vergewaltigt, der gern auch als schwarze Katze unterwegs ist. Da helfen keine Maschinen. Ausführliche Rezension hier.


8. Zimmer 1408 (2007)

Könnte mal jemand die Klimaanlage runterschalten? Oder hoch? John Cusack glaubt nicht an Gespenster, aber das Zimmer 1408 im Dolphin Hotel belehrt ihn eines Besseren. Oder hat er beim Surfen nur einen zu heftigen Schlag abbekommen? Wenn Samuel L. Jackson dir sagt, du sollst Leine ziehen, überleg' dir lieber zweimal, was du tust. Ausführliche Rezension hier.


9. Der unheimliche Gast (1940)

Wenn man ein altes, englisches Landhaus an der Steilküste sehr günstig erwerben kann, sollte man stets in die Vergangenheit schauen. Es könnte sein, dass dort ein Geist umgeht, Blumen in Sekunden welken und kalte Räume schwer zu heizen sind. Hätte man das den Geschwistern Ray Milland und Ruth Hussey vorher gesagt, hätten sie vielleicht nicht die Bekanntschaft mit ihrem unheimlichen Gast gemacht.


10. AMITYVILLE HORROR (1979)

"For God's Sake, Get Out!" Im Amity-Haus, das mit seinen Dachfenstern so unheimlich in die Landschaft glotzt, sind ein paar Morde geschehen. Ein Schnäppchen, selbstverständlich (siehe oben), aber mit geringem Budget nimmt man auch ein paar hundert Fliegen in Kauf. Merke: wenn Nonnen, die zu Besuch sind, in den Vorgarten göbeln, kommt bald der Hausherr mit der Axt um die Ecke. Besonders fies: dieses Haus lässt sogar Geld verschwinden! Ausführliche Rezension hier.



BONUS

Eine besondere Erwähnung verdient die "Avengers"-Folge "Weekend auf dem Lande" (The Joker, 1967), in der Emma Peel (Diana Rigg) von einem psychopathischen Ex-Liebhaber, den sie ins Gefängnis brachte, in einem einsamen Landhaus mit Blumen, Liebesliedern und Löchern in Tapeten terrorisiert wird. Kein Spuk, nein, aber toll.


Und die Ehrung für den schlechtesten Spukhaus-Film aller Zeiten geht an Steven Spielberg und Jan De Bont, die mit "Das Geisterschloss" (The Haunting, 1999) nicht nur bewiesen haben, dass Remakes von Meisterwerken grundsätzlich eine dämliche Idee sind (ja, Herr von Sant, damit sind auch Sie gemeint), sondern dass sie nicht mal ansatzweise verstanden haben, was Horror und Grusel bedeuten. Dabei sollte es zumindest einer der beiden besser wissen.

Morjen, Kinder, wie kommen wir aus diesem Haus raus?
Oder noch besser - aus diesem Film?



Kommentare:

  1. Hi Mathias,
    ins Zimmer 1408 sollte ich wohl ein zweites Mal einchecken, beim ersten Besuch fand ich das Zimmer nur Durchschnitt.
    Aber deine Spitzenreiter sind mit meinen identisch, auch die miese Gurke am Ende deines Ranking kann ich sehr bestätigen.
    LG Ray

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  2. Hi Ray, das lag vielleicht an den Erwartungen, ich hatte gar keine und war dann sehr positiv überrascht bei 1408. Vielleicht lohnt sich ein zweiter Versuch. Aber die Geschmäcker können natürlich auch auseinander gehen. Zu 1408 gibt es sehr unterschiedliche Kritiken. Ich bin ja schon froh, wenn Erwachsene mitspielen, die nicht bauchnabelfrei herumlaufen. Wobei die Bewertungen ja auch immer tagesabhängig sind. Gestern habe ich mir noch einmal "My Bloody Valentine 3-D" angeschaut, der bei mir damals ganz gut wegkam (blöd, aber unterhaltsam), heute würde ich ihm doch eine glatte 2/10 geben (nur blöd). Der hält einem wiederholten Sehen überhaupt nicht Stand. :-) Liebe Grüße, Mathias

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  3. Hi,Mathias, ich habe eine Frage, an die ich durch den "BONUS" erinnert wurde: ich habe als Kind (ich schätze, im Volksschulalter) im Fernsehen folgende Szene gesehen: Frau möchte vor Mann aus einem Zimmer fliehen, aber er taucht in beiden Türen immer wieder auf und hindert sie daran, zwischen den Türen hängen grimmige Masken exotischen Ursprungs. Mich hat das Ganze damals ziemlich erschreckt, vor allem die (für mich als Kind) gespenstische Atmosphäre und die Aussichtslosigkeit. Die von Dir beschriebene Avengers-Folge war es dann leider doch nicht, aber hat vielleicht irgendjemand eine Ahnung? Danke + LG, Christian

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  4. Hallo Christian, das sagt mir leider erst mal nichts, vielleicht kann da ein anderer Leser helfen. Hört sich aber in der Erzählung sehr gut an. :-) Lieben Gruß, Mathias

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