Sonntag, 25. September 2011

Die Forke des Todes (1981)

Einer der besseren Beiträge, die auf dem Höhepunkt der Slasherwelle entstanden, ist Joseph Zitos DIE FORKE DES TODES (The Prowler), der zwar von keinem der großen Studios produziert und herausgebracht wurde und deshalb kaum zu sehen war, der aber dank seiner ultra-harten Effekte von Tom Savini und einiger hochspannender Sequenzen mittlerweile Kultstatus besitzt.

Der Inhalt unterscheidet sich nicht sonderlich von anderen Filmen des Genres. Wieder einmal sorgt eine alte Tat für neues Blut.
Wir schreiben das Jahr 1945. Der Krieg ist fast vorbei, aber viele der tapferen Soldaten müssen erkennen, dass ihre Lieben zu Hause nicht länger auf sie warten wollen. So auch Rosemary, die ihrem an der Front kämpfenden Geliebten einen sentimentalen Abschiedsbrief schreibt und zum alljährlichen Tanzfest in ihrer Heimatstadt von ihrem neuen Lover begleitet wird. Der abservierte Soldat aber spürt die beiden dort auf und tötet sie brutal mit einer Mistgabel - der "Forke des Todes" eben. 35 Jahres später soll die Tradition des Tanzfestes wiederbelebt werden, zumindest wenn es nach ein paar Studentinnen geht. Den Stadtbewohnern ist das gar nicht recht, aber die Teenager scheren sich nicht um Dinge, die 1945 geschahen. Pech, dass sie nun zur Zielscheibe eines unheimlichen Killers werden, der am Abend des Tanzvergnügens erneut in voller Uniform auszieht, um ein paar Jungs und Mädels abzuschlachten...

Die Schatten der Vergangenheit und ihre Auswirkungen auf die Jugend von heute (bzw. die Jugend der 80er) sind in fast allen Slasherfilmen die Grundzutaten für fröhliches Gemetzel, und so folgt auch DIE FORKE DES TODES den bereits ausgetretenen Pfaden. Wieder ist es ein maskierter Killer, der blutjunge, sexhungrige Mädels in Abendkleidern jagt, die alleine durch die Nacht rennen. Regisseur Joseph Zito aber kann trotz eines lächerlich geringen Budgets einiges aus dem bekannten Stoff herausholen. So verzichtet er beispielsweise auf Humor und schafft eine eher grimmige, düstere Stimmung, die dem Film zugute kommt. Das Motiv des Kriegsheimkehrers, der sich für Untreue und Verrat rächt, ist dabei ein interessanterer Ansatz für die Geschichte als der x-te Jugendstreich mit tödlichem Ausgang, wie er in so vielen anderen Vertretern des Genres benutzt wurde. Zwar nutzt er nicht wirklich die Gelegenheit, etwas über Kriegsgräuel zu erzählen, unter denen die folgenden Generationen zu leiden haben, aber er reißt das Thema wenigstens an und sorgt so für einen soliden Überbau.

Außerdem steht ihm mit Tom Savini ein Maskenbildner zur Seite, der für seine Kunst der blutigen Effekte berühmt ist, und die schnell zur hiesigen Beschlagnahmung des Films geführt haben. Tom Savini bezeichnet seine Arbeit an der FORKE DES TODES als eine seiner besten, und das zu Recht. Die Effekte erinnern in ihrem schockierenden Realismus an den zuvor entstandenen "Maniac" (1980) und sind um einiges drastischer als in vergleichbaren Slashern. Kehlen werden aufgeschlitzt, ein Bajonett durch einen Schädel gerammt, Gehirnmasse gegen die Tapete gesplattert, und dazwischen gibt es einen Duschmord (wieder mit der Forke), der so gar nichts mehr mit Hitchcock gemein hat. Der Film entstand in einer Zeit, als das jugendliche Publikum genau diese Art der Effekte sehen wollte, die Story war bestenfalls zweitrangig. Und hier bekamen sie eine ganze Menge für ihr Geld. Da kann man nicht meckern.

Dass der Film nebenbei noch einige sehenswerte Verfolgungsszenen und wirkungsvolle Stalk-'n Slash-Momente bietet, wertet ihn zusätzlich auf. Und dann wären da auch noch die alten Hollywood-Stars Farley Granger ("Der Fremde im Zug", 1951) und Lawrence Tierney, die dem Film durch ihre Anwesenheit etwas Respektabilität verschaffen. Ansonsten gibt es schauspielerisch nichts Aufregendes zu sehen, dafür wurde der Film auch nicht gemacht. Hier soll man kreischen, die Leinwand anbrüllen ("Geh' nicht da rein!" - "Hinter dir!" und dergleichen) und sein Popcorn wieder hochwürgen. Das schafft DIE FORKE DES TODES alles gnadenlos gut und gehört damit zweifellos in die Top 10 der 80er-Slasherfilme - was nicht viel heißen will. Zimperlich sollte man aber als Zuschauer nicht sein.

07/10

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