Freitag, 16. September 2011

Chucky 2 (1990)

Nach dem großen Erfolg von "Chucky - die Mörderpuppe" (1988) war es nur eine Frage der Zeit, bis Produzent David Kirschner die mordende Puppe erneut auf das Publikum loslassen würde. Das Drehbuch zu CHUCKY 2 - DIE MÖRDERPUPPE IST ZURÜCK (Child's Play 2) stammt erneut von Don Mancini, Überraschungen aber gibt es keine, lediglich den gleichen Handlungsablauf noch einmal von vorne.

Der böse Geist des Serienwürgers Charles Lee Ray (Brad Dourif) steckt noch immer in der Puppe Chucky, die zu Beginn des Films wieder hergestellt wird, nachdem sie im Vorgänger doch arg ramponiert wurde. Der Spielzeughersteller will die von der Puppe verübten Morde natürlich totschweigen, und der junge Andy (wieder Alex Vincent) kommt zu Pflegeeltern (Jenny Agutter und Gerrit Graham). Chucky spürt das Kind auf, denn es braucht ja noch immer einen neuen Wirtskörper, also nimmt das Gemetzel erneut seinen Lauf...

Und wieder glaubt dem Kleinen keiner. Gähn!
Wie man an der Inhaltsangabe sieht, beschreitet CHUCKY 2 nun wirklich keine neuen Wege, aber zumindest ist er über weite Strecken unterhaltsam und stellenweise recht spannend. Auch diesmal leiht Brad Dourif der Puppe Chucky seine Stimme und hat noch mehr Scherze und coole Sprüche auf Lager als im Vorgänger. Der junge Alex Vincent spielt hier besser (offenbar hatte er zwischendurch Schauspielunterricht) als in Teil 1, leider aber ist von Catherine Hicks als Andys Mutter weit und breit nichts zu sehen. Dass ihr der Sohn dann offensichtlich doch weggenommen wurde, wogegen sie den ganzen ersten Teil hinweg gekämpft hat, ist eine bittere Note, mit der man das Fehlen der Darstellerin mal eben fahrlässig erklärt und sich keine Mühe macht, die Figuren - wie im Original - ernst zu nehmen.

So schlägt dann CHUCKY 2 auch insgesamt deutlich schwarzhumorigere Töne an und kann mit einigen bizarren Einfällen aufwarten, wie der Tod von Jugendamt-Mitarbeiterin Grace Zabriskie, die sich quasi zu Tode fotokopiert. Andys neue Eltern werden erfreulicherweise von alten Hasen des Genres gespielt. Jenny Agutter ("American Werewolf", 1981, und Gerrit Graham, "Phantom im Paradies", 1974) geben sich viel Mühe und sind durchweg sympathisch, aber auch mit ihnen meint der Film es nicht gut und serviert sie kaltherzig ab. Diese Lieblosigkeit ist stets spürbar und Teil der Sequel-Krankheit, in der es nur noch um Einspielergebnisse geht, nicht darum, einen guten Film zu machen. Zur Seite steht Andy diemal mit Christine Elise ein "schwieriger Teenager" nach Hollywood-Art - soll heißen, ein so nettes Mädel kann man sich nur wünschen, und das, was hier "schwierig" sein soll, hat mit der Realität herzlich wenig zu tun.

Die Spezialeffekte sind wie schon zuvor hervorragend. Die Puppe Chucky muss im Sequel deutlich mehr agieren und durchleiden, bleibt dabei aber immer so glaubwürdig, wie eine lebende Puppe glaubwürdig sein kann. Der Blutgehalt wird ein wenig hochgeschraubt, und neben der sehr schönen Titelsequenz, in der die ramponierte Puppe wieder aufbereitet wird (als würde sich wirklich jemand die Mühe machen!) kann vor allem das Finale in der Spielzeugfabrik begeistern, durch die Andy und seine neue Freundin von Chucky gejagt werden, bevor die böse Puppe im heißen Plastikbad dran glauben muss. Aber natürlich wissen wir spätestens seit dem Kassenerfolg dieser Fortsetzung, dass Chucky wiederkommt. Wie Paulchen Panther schon zu sagen pflegte: Heute ist nicht alle Tage...

07/10

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