Donnerstag, 2. Juni 2011

Das Nest (1988)

DAS NEST (The Nest) ist eine dieser unzähligen Video-Veröffentlichungen, die in den späten 80ern die Videotheken überschwemmten, und sticht nur durch ein paar handfeste Ekeleffekte aus der Masse heraus, ansonsten gibt es hier nichts Neues und schon gar nichts Innovatives zu sehen.

Ein verschlafenes Inselnest mit skurrilen Bewohnern wird von Kakerlaken heimgesucht, die sich dank geheimer Genexperimente in tödliche Monster verwandelt haben. Zunächst findet man nur einen angenagten Schäferhund, kurz darauf fallen die Tierchen auch über die Menschen her. Der nette Sheriff (Frank Luz) hat derweil ganz andere Probleme, weil seine Jugendliebe (Lisa Langlois) wieder auf die Insel gekommen ist. Eine eingeflogene Schabenexpertin (Terri Treas) soll helfen, ist aber Teil des Problems. Als sich dann auch noch die Kakerlaken mit den toten Opfern kreuzen und bizarre Mutationen verursachen, wird es richtig ekelhaft...

Der Inhalt hält sich an altbekannte Muster, die man aus ähnlichen Tier-Horrorfilmen kennt - von Hitchcocks "Die Vögel" (1962) bis B-Trash wie "Squirm" (1976). Die Figurenkonstellation ist nur bedingt interessant und sorgt für einige Längen in der ersten Hälfte, wenn die hungrigen Krabbler noch nicht das Regiment übernommen haben und lediglich durchs Gras rascheln - wobei sich der Film nicht entblödet, deren Subjektive (à la "Jaws", 1975) auf Bodenhöhe einzufangen.
Hier und da gibt es aber schon einige hübsch blutige Effekte, die sich im Lauf des Films steigern. Die letzten 20 Minuten sind dann maskentechnisch sehr ansehnlich, auch wenn die Kreuzung zwischen Mensch und Monster herzlich wenig Sinn macht. Dafür gibt es eine scheußlich-schöne Verwandlung von Ortsbösewicht Robert Lansing in ein Kakerlaken-Monster, das in bester "Die Fliege"-Tradition inszeniert ist. Die Kakakerlakenkönigin kommt dann im Finale auch noch zu Wort.

Der beste Einfall ist womöglich die seltsame Insektenforscherin im 80er-Jahre-Outfit (Schulterpolster, als gäbe es kein Morgen), die beim Anblick des Ungeziefers scheinbar zu sexuellen Höhepunkten kommt und am Ende vor lauter Ekstase den Kopf verliert. Da wird der zuvor doch eher langweilige Video-Trash kurz sehr unterhaltsam. Die F/X sind übrigens alle hausgemacht und - wie der gesamte Film - preiswert hergestellt. Produziert wurde der Film von Roger Cormans Gattin Julie, und so wirkt er auch insgesamt wie ein lupenreines Corman-Produkt.

Wer unbedingt sämtliche Tierhorrorfilme gesehen haben muss, kommt an DAS NEST wohl nicht vorbei, alle anderen können sich diesen x-ten Aufguss einer bekannten Story im Grunde schenken und sich lieber noch einmal Hitchcocks Original ansehen.

04/10

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