Mittwoch, 15. Juni 2011

Bloodnight (1989)

Produzent und Autor Scott Spiegel, der schon an Sam Raimis "Evild Dead 2" (1987) mitgeschrieben hat, gab mit BLOODNIGHT (Intruder) sein Regiedebüt und wählte dafür eine bekannte und solide Slasher-Formel, mit der er gleichzeitig seine Erfahrungen als Angestellter im amerikanischen Walmart abarbeiten konnte.


Der Plot ist schnell erzählt:
Die Crew eines einsamen Supermarkts wird gebeten, nachts noch eine Spontan-Inventur durchzuführen, weil der finanziell marode Laden in Kürze geschlossen werden soll. Frustriert und lustlos macht sich die Belegschaft an die Arbeit, doch ein unbekannter Eindringling fängt plötzlich an, einen Angestellten nach dem anderen dahinzumetzeln. Könnte es der psychopathische Ex-Freund der hübschen Kassiererin (Elizabeth Cox) sein? Oder ist es jemand aus den eigenen Reihen? ...

Nein, die Handlung ist wahrlich nicht originell, und der Slasherfilm war 1989 eigentlich auch schon durch. Nichtsdestotrotz sorgt Scott Spiegel mit originellen Kameraeinstellungen und viel Selbstironie für etwas frischen Wind im ausgelutschten Genre, auch wenn er praktisch ewig braucht, bis es endlich losgeht. Da sehen wir mal den Supermarkt aus der Perspektive des Einkaufswagens oder schauen vom Boden eines Papierkorbs hoch zum Darsteller, der seinen Müll entsorgt. Alles ganz nett, aber natürlich kein Ersatz für Spannung oder Substanz. Dafür, dass keiner der Charaktere auch nur einigermaßen zweidimensional daherkommt, lässt sich Spiegel viel zu viel Zeit.

Was den eigentlichen Reiz von BLOODNIGHT - zumindest für Hardcore-Horror-Fans - ausmacht, sind die saftigen Splatter-Szenen, die es wirklich in sich haben. Prominente Gesichter wie Ted und Sam Raimi werden von Fleischsägen in der Mitte zerteilt und auf Fleischerhaken gespießt, Augen landen in Olivengläsern, und ein Quittungs-Spieß wird zünftig zweckentfremdet. Dabei verliert Spiegel nie den Humor und schneidet etwa von einem durchtrennten Kopf auf eine Wassermelone, die soeben aufgeschnitten wird.
Was den Härtegrad angeht, kann sich BLOODNIGHT mehr als sehen lassen. Die damalige Verleih-VHS von CIC war um sämtliche Mordszenen beraubt und erreichte kaum noch Spielfilmlänge (eine ungeschnittene und sehr gesuchte Pressecassette war allerdings im Umlauf). Fans mussten Jahre auf eine ungekürzte Fassung warten, die nun auf DVD erhältlich ist.

Wer also nicht genug bekommen kann von unheimlichen Schlitzern, die eine Gruppe Teenager dezimieren, dem kann BLOODNIGHT durchaus ans Herz gelegt werden, in der vollständigen Version. Neben den kreativen Splatterszenen gibt es auch noch eine zynische Schluss-Pointe und den 30-sekündigen Gastauftritt von Bruce Campbell zu sehen. Das Covermotiv sollte man sich dabei nicht zu genau anschauen, denn es verrät intelligenterweise die Identität des Killers.

07/10

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