Samstag, 4. Juni 2011

9 Songs (2004)

Über diesen Film des Briten Michael Winterbottom ist viel geredet worden, deswegen halte ich mich so kurz wie möglich, immerhin verschwendet 9 SONGS (9 Songs) mit seinen 69 Filmminuten auch nicht viel Zeit. Oder eher doch.

Der Inhalt: Zwei junge Menschen begegnen sich bei einem Rockkonzert und haben Sex. Sie gehen weiter zu Konzerten, haben noch mehr Sex, ziehen auch mal eine Koksline, überlegen, ob sie mal zu dritt Sex oder auch alleine haben wollen, noch ein Rockkonzert, noch mal Sex, dann geht die Beziehung zu Ende. Dazwischen hören wir unseren Protagonisten aus dem Off in antarktischer Landschaft von seinen Problemen mit dem Älterwerden reden.

Das "Brisante" (und hinreichend bekannte) vorweg: In 9 SONGS gibt es realen Sex zu sehen. Tusch!
Es wird auf Bäuche ejakuliert, Oralverkehr praktiziert und einiges mehr. Der Schwanz von Hauptdarsteller Kieran O'Brien ist sehr ansehnlich, Glückwunsch. Anders als in professionellen Pornos bleibt die Kamera aber so diskret wie möglich. Das ist auch schon das einzig besondere an Winterbottoms Film, der sehr oft so tut, als ginge es um irgendetwas, dabei geht es nur um pure Langeweile, und das 69 Minuten lang (ein Schelm, der Schmutziges dabei denkt).
Das Herunterreißen von albernen Tabugrenzen alleine macht noch keinen guten Film. Einem Paar 69 Minuten beim Sex zuzusehen hat für mich den gleichen Effekt wie selbigem Paar 69 Minuten beim Abendbrot oder Fernsehen zuzuschauen. Auch daran könnte man zeigen, wie eine Beziehung verläuft. Das wäre genau so wenig spannend, würde aber für weniger Aufsehen sorgen. Ich will aber nichts unterstellen. Wenn Winterbottom es so haben will, soll er es so haben. Ich hätte gern mehr.

Der Titel bezieht sich auf die Konzertmitschnitte, in denen die dargebotenen Indie-Rocksongs, bzw. deren Lyrics, die Geschichte des Films/Paares erzählen. Es treten auf: Black Rebel Motorcycle Club, The Von Bondies, Elbow, Primal Scream, The Dandy Warhols, Super Furry Animals und Franz Ferdinand.
Wer die Musik mag, hat Glück. Wer sie nicht mag, hat Pech, dann ist der Film unerträglich.

Die FSK gab 9 SONGS übrigens ab 16 frei (noch ein Tusch!), was ebenfalls zu Kontroversen führte. Da es hier aber nichts Jugendgefährdendes zu sehen gibt, ist das in Ordnung, es sei denn, man empfindet Sex als jugendgefährdend. Dann hat man aber andere Probleme. Mit seiner Mutter möchte man den Film trotzdem nicht zusammen sehen.

Fazit: Als Experiment bedingt sehenswert, als Spielfilm ein großes, leeres Nichts.

02/10

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