Mittwoch, 27. April 2011

Die Rückkehr der Zombies (1981)

Bevor wir die Zombie-Ecke (hoffentlich) wieder verlassen, wenden wir uns noch einem Film zu, der einen ganz ordentlichen Ruf in Splatterkreisen besitzt, außer seinen Effekten aber nicht wirklich viel zu bieten hat - Andrea Bianchis DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES (Burial Ground / Le notti del terrore).


Die Story ist geschwind erzählt: eine Gruppe Reisender landet auf einem alten Landsitz irgendwo in der italienischen Pampa, außer einem Hausmädchen ist aber niemand da, denn der Besitzer, ein alter Professor, hat bei seinen Forschungen im Untergeschoss des Hauses lebende Tote entdeckt, die ihn sogleich verspeist haben. Nun machen sie Jagd auf die Neuankömmlinge, die sich bald verbarrikadieren und um ihr Leben kreischen. Aber es nützt alles nichts...

Inhaltlich haben wir hier eine Mischung aus Romeros "Nacht der lebenden Toten" (1968) und Fulcis "Woodoo" (1979), bei denen gleich ganze Szenenfolgen und Einfälle geklaut werden. So wird eine der bedauernswerten Darstellerinnen ebenso wie Olga Karlatos in Fulcis Vorbild mit dem Kopf voran durch eine Glastür gezogen, was ihrem Teint nicht gerade zugute kommt. Die Schauspieler haben nichts weiter zu tun als sich zum Knutschen in den herrschaftlichen Park zu verziehen und dann vor den Zombies schreiend davonzulaufen. Das tun sie mehr oder weniger schlecht. Unter den Reisenden befindet sich auch eine attraktive Mama mit ihrem jungen Sohn, der offensichtlich von einem kleinwüchsigen Erwachsenen gespielt wird, was dem Film einen extrem bizarren und unangenehmen Touch verleiht. Möglicherweise wollte man einem Kind die Splatterszenen nicht zumuten, das wäre dann immerhin lobenswert, zumal gerade die beiden in der wohl geschmacklosesten Sequenz agieren, in der das mittlerweile zum Zombie mutierte Bengelchen an Mamas Brust saugen möchte - um dann herzhaft zuzubeißen. Guten Appetit!

Die herben Bluteffekte lassen das Herz des Gorehounds höher schlagen, selbsternannte Zensoren dürften das Ganze eher nicht so spaßig sehen - weswegen der Film dann auch hierzulande flugs beschlagnahmt wurde. Dass DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES eher lächerlich denn verstörend ist, war den Damen und Herren wieder mal nicht bewusst, und der Film wäre vermutlich ohne das Verbot weit weniger bekannt in Fankreisen, denn - wie wir alle wissen - hat das Verbotene seinen ganz besonderen Reiz.

Erwähnt werden darf noch das gute Makeup der Zombies, die hier tatsächlich sehr originell und überzeugend vermodernd wirken - da hat man schon sehr viel ärmlichere Untote auf der Leinwand gesehen ("Großangriff der Zombies", 1981). Ansonsten aber gelingen Andrea Bianchi weder echte Spannung noch Nervenkitzel. Nur die bereits angesprochenen Effekte sorgen für den Unterhaltungswert dieses Horrorbeitrags aus der italienischen Kopierschule.

06/10

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