Freitag, 15. April 2011

Astaron - Brut des Schreckens (1980)

So lieben wir das italienische Exploitation-Kino! Da werden Kinohits wie "Alien" (1979) mit heimischen Highlights wie "Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies" (1979) kombiniert, ein bisschen Bond darf auch gern sein, statt nur eines aufplatzenden Bauches gibt es gleich Dutzende, dazu Trash-Schauspieler wie Ian McCulloch und Siegfried Rauch, das alles kombiniert mit einer klasse Musik von "Goblin", und fertig ist ein Klassiker der frühen 80er, der zwar von vorne bis hinten keinen Sinn macht, aber herrlich unterhält. Eigentlich fehlen nur noch ein paar Zombies, um das Spektakel perfekt zu machen.

Der Beginn von ASTARON - BRUT DES SCHRECKENS (Contaminazione) ist gleich mal von Lucio Fulcis Zombie-Hit geklaut. Hier wie da treibt ein führerloses Schiff im New Yorker Hafen, allerdings kein ominöses Segelschiff wie in "Woodoo", sondern ein stinknormaler Frachtkahn, der bald von ein paar Polizisten in Schutzanzügen (Hallo, "Crazies") durchsucht wird. Diese finden dann außer einigen Leichen unzählige grüne Eier im Lagerraum, von denen eines seltsam vibriert und bald darauf aufplatzt und die Cops mit ätzendem Schleim vollsaut, woraufhin deren Bauchdecken aufplatzen und die Eingeweide nur so umherfliegen. Die Eier werden natürlich fachgerecht in wissenschaftlichen Labors untersucht und vernichtet, doch wo kommen sie eigentlich her? Sind sie von einer Marsmission auf die Erde gebracht worden? Man forscht nach und kommt einer unglaublichen (im wörtlichen Sinne) Auflösung auf die Spur...

Regisseur Luigi Cozzi (im Vorspann sehr international 'Lewis Coates' benannt) kümmert sich einen Dreck, bei wem er gerade klaut, stattdessen setzt er seine Splatter-Orgie mit Schmackes in Szene. Außer einer unendlichen Reihe aufgeplatzter Bauchdecken gibt es allerdings wenig zu sehen, diese sind jedoch so schön umgesetzt, dass sich der Gorehound durchaus am Film erfreuen kann. Dazu baut das Buch hier und da trockenen Humor ein, so dass weniger eine grimmige als eine verspielt-alberne Atmosphäre entsteht, denn ernst nehmen kann und soll man ASTARON unter keinen Umständen. Im Mittelteil hängt der Film zwar höllisch durch, doch das absurde Finale mit dem Ober-Alien (das man einfach gesehen haben muss) entschädigt für die Wartezeit.

Die Darsteller sind gut gelaunt und geben sich seriös, was angesichts der hanebüchenen Dialoge schon eine Leistung ist. Irgendwie will man aber auch genau diese Dialoge in einem Film wie ASTARON hören. Mein Lieblingszitat: "Hilfe, helft mir, hier ist ein Ei!"
Dazu wird der Trash stimmungsvoll mit einem "Goblin"-Soundtrack veredelt.
Alles in allem handelt es sich hier um eine B-Film-Perle aus der Hochphase der italienischen Filmproduktion, in der zwar ungeniert amerikanische Vorbilder kopiert, aber durch Zugabe vieler eigener Ideen und jeder Menge Atmosphäre selbstständige Werke kreiert wurden, die sich heute noch gut anschauen lassen - zugegebenermaßen mehr von denen, die - wie ich - in den 80ern groß geworden sind, als solche Filme auf der Tagesordnung standen.
Von einem guten Film ist ASTARON ganze Galaxien entfernt, aber was ist schon gut, wenn man so nett unterhalten wird?

07/10

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