Dienstag, 1. März 2011

Creepshow II - Kleine Horrorgeschichten (1987)

Die Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit von Stephen King und George Romero in "Creepshow" (1982) wurde von Michael Gornick, Romeros bevorzugtem Kameramann, der auch den Vorgänger fotografierte, inszeniert. Leider stand ihm bei der Produktion aber sehr viel weniger Geld zur Verfügung, weswegen CREEPSHOW II (Creepshow 2) einen eher billigen Eindruck hinterlässt.

Neben einer überflüssigen Rahmenhandlung, in welcher der junge Billy von einigen Rowdys belästigt wird und mit Hilfe gefräßiger Pflanzen Rache nimmt, erzählt CREEPSHOW II drei kleine Horror-Geschichten.

In der ersten erwacht ein alter Holzindianer vor einem heruntergekommenen Tante Emma-Laden zum Leben und nimmt blutige Rache an einigen Jugendlichen, die den gutmütigen Ladenbesitzer und dessen Frau (George Kennedy und Dorothy Lamour) überfallen und getötet haben. Hier läuft alles sehr vorhersehbar und ohne jede Überraschung ab. Die Tricks sind gut, aber von den drei Episoden ist diese die schwächste, zumal sie auch hoffnungslos sentimental ausfällt.

Die zweite Story handelt von vier Teenagern, die an einem einsamen Bergesee schwimmen gehen und sich vor einem merkwürdigen Fleck im Wasser auf ein Floß auf der Mitte des Sees retten. Der düstere Fleck frisst nicht nur quakende Enten, sondern macht prompt Jagd auf die Kids, die ihm der Reihe nach zum Opfer fallen. - Die zugrunde liegende Kurzgeschichte "Das Floß" gehört zu Stephen Kings besten Werken, die filmische Umsetzung ist eher unspektakulär ausgefallen, zumal der "Fleck" wie eine Plastikplane aussieht und keinerlei Faszination ausübt. Trotzdem gibt es in der Episode schön scheußliche Makeup-Effekte zu bewundern, garniert mit reichlich nackter Haut der Jugendlichen in Badekleidung. Der angehängte Schluss-Schock, der so nicht in der Kurzgeschichte vorkommt, ist dagegen höchst albern geraten.

Die letzte und beste Episode erzählt von der ehebrecherischen Lois Chiles, die sich mitten in der Nacht nach einem Date mit einem knackigen Callboy auf dem Weg nach Hause befindet und vor lauter Zeitdruck mit ihrem Wagen einen Anhalter über den Haufen fährt. Nach kurzer Überlegung beschließt sie, weiterzufahren und so zu tun, als sei nichts gewesen, doch leider wird sie den toten Anhalter nicht mehr los, der sie bis nach Hause verfolgt. - Lois Chiles ("Moonraker", 1979) spielt die betrügerische Protagonistin mit sehr viel Humor, und hier stimmt die Mischung aus Spannung, makaberer Komik und groteskem Gerechtigkeitssinn. Stephen King taucht kurz als Trucker auf.

Visuell ist CREEPSHOW II ohne eigene Handschrift inszeniert. Michael Gornick verzichtet - wahrscheinlich wegen des geringen Budgets - auf die knalligen Farben und abstrakten Sets des Originals und filmt das Geschehen eher realistisch und eindimensional. Einen direkten Vergleich mit "Creepshow" sollte man deswegen lieber nicht anstellen. Die Animation der Rahmenhandlung bewegt sich leider auf sehr plumpen Niveau. Gerettet wird der Film durch die soliden Darsteller, einige hübsche Schocker und die letzte Geschichte. Insgesamt ist CREEPSHOW II etwas besser als sein Ruf, und dank DVD-Technik kann man mühelos die erste Geschichte überspringen.

6/10

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