Samstag, 5. Februar 2011

The Hidden - Das unsagbar Böse (1987)

Jack Sholder ("Nightmare 2 - Die Rache", 1985) gelang mit seinem Action/Sci-Fi/Horror-Mix THE HIDDEN (The Hidden) 1987 ein Überraschungshit, der ebenso das Publikum wie die Jurys mehrerer Fantasy Filmfestivals begeisterte, und der sich heute noch gut anschauen lässt.

In L.A. herrscht Hochsommer, als sich brave Bürger plötzlich in mordgierige Waffenfanatiker verwandeln, Banken berauben und sich Schießereien mit der Polizei liefern. Detective Michael Nouri wird auf die Fälle angesetzt, hat aber keine Erklärung für die sonderbaren Vorkommnisse, außerdem geht ihm der zugeteilte Partner vom FBI, Kyle MacLachlan, auf die Nerven, der scheinbar mehr über die Fälle weiß, als er zugeben möchte. Als er endlich die Wahrheit erfährt, kann er sie kaum glauben - ein außerirdisches Wesen benutzt die friedlichen Bürger als Wirtskörper und wechselt diese, wenn die menschliche Kraft nachlässt, wobei es ein genaues Ziel anvisiert: die politische Machtebene! Unsere Cops müssen es stoppen, bevor es auf einer Wahlveranstaltung den Präsidentschaftskandidaten erreicht...

Von den Körpertausch-Filmen der späten 80er/frühen 90er (u.a. "Shocker" von Wes Craven) ist THE HIDDEN mit Abstand der unterhaltsamste. Jack Sholder drückt von der ersten Einstellung an auf die Tube und steuert einen Höhepunkt nach dem nächsten an. Zu diesen gehören eine Verfolgungsjagd durch ein Schaufensterpuppen-Lager, die Befreiung des vorübergehend inhaftierten MacLachlans, sowie das finale Shoot-Out in Slow Motion.

Wie drastisch THE HIDDEN vorgeht, wird einem schnell bewusst, wenn bereits in den ersten zehn Minuten ein unschuldiger Rollstuhlfahrer von einem Bankräuber im Ferrari niedergemäht wird, der daraufhin mit Karacho eine Polizei-Straßensperre durchbricht, bevor er im Kugelhagel der Cops sein Leben aushaucht.
THE HIDDEN besitzt neben dem halsbrecherischen Tempo auch einen bösartigen, oft satirischen Humor. So steht das Alien auf schnelle Autos, Geld, Waffen und laute Musik, die guten alten amerikanischen Werte. Ein harmloser Mittfünfziger wird durch das außerirdische Wesen in seinem Körper wieder zu einem halbstarken Punk, der im Restaurant die Anwesenden mittels Ghettoblaster und Rülpsen belästigt. Als das Alien später in den Körper einer sexy Stripperin (immer klasse: Claudia Christian) fährt, muss es zunächst die neu gewonnenen Brüste bestaunen - und findet sie toll. Warum auch nicht?

Michael Nouri ("Flashdance", 1983) gibt dabei einen solide-sympathischen Protagonisten ab, die bessere Rolle aber bekommt Kyle MacLachlan ("Blue Velvet", 1986) als intergalaktischer Alienjäger, der Aspirin-Brausetabletten kaut und zum ersten Mal von Menschenhand zubereitete Mahlzeiten zu sich nimmt. Er ist Nouri immer mehrere Schritte voraus, im wahren wie übertragenen Sinne (er geht stets vorweg). Die beiden agieren in bester Buddy Movie-Tradition, die in den 80ern dank "Lethal Weapon" (1987) gerade angesagt war.

Die Fortsetzung "The Hidden 2" (1994) ließ etwas auf sich warten und ist bei weitem nicht so gelungen wie das Original. Wer einen straffen B-Film mit monströsen Außerirdischen, knalligen Schießereien, ein paar guten Lachern und starker Spannung sucht, der liegt hier goldrichtig. Nonsens ja, aber sehr unterhaltsam.

7.5/10

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