Montag, 21. Februar 2011

Hell Night (1981)

Bleiben wir kurz bei den Slashern der 80er. Hier haben wir es mit einem ziemlich guten Vertreter zu tun. HELL NIGHT (Hell Night) profitiert durch eine angenehme Gruselatmosphäre und solide Darstellerleistungen, auch wenn die simple Slasher-Formel kaum variiert wird.

Die Story ist schnell erzählt - ein paar College-Neuankömmlinge werden auf dem Höhepunkt einer Kostümparty zwecks Mutprobe in einem alten Gemäuer eingesperrt, in dem es angeblich spuken soll. Unter ihnen befindet sich auch Linda Blair, unser aller liebstes, vom Teufel besessenes Mädel aus "Der Exorzist", das sich zur Teenagerin gemausert hat und hier als Final Girl bestehen muss. Um den Jungs und Mädchen so richtig Angst einzujagen, haben sich die Mitstudenten ein paar Gemeinheiten ausgedacht. Als dann aber tatsächlich Köpfe rollen und das Monster aus dem Kellerverlies (oder sind es mehrere?) Jagd auf die Teenager macht, erleben die Studenten eine echte Nacht des Schreckens...

Regisseur Tom DeSimone schafft von Beginn an eine schöne Gruselatmosphäre mit unheimlichen Schatten, nächtlichem Stöhnen, Skeletten im Kleiderschrank und anderen beliebten Versatzstücken. So gibt es kein elektrisches Licht im alten Haus, nur Kerzenbeleuchtung. Viele Sequenzen spielen in fast vollkommener Dunkelheit, und der Film hält sein Monster so lange wie möglich außerhalb der Kamera, was deutlich zur Spannungssteigerung beiträgt.
Anders als in vielen anderen Vertretern des Genres haben wir es nicht mit hohl kreischenden Teenagern zu tun, sondern die vier Protagonisten sind relativ glaubwürdig und sympathisch gezeichnet, machen sich Sorgen um einander und interessieren sich neben Sex auch noch für andere Dinge. Die Kostüme, die sie zur Party tragen, verleihen dem Film eine hübsch klassische Note und lassen ihn besser altern als andere Beiträge der Reihe.

Linda Blair ist eine verlässliche Hauptdarstellerin, auch wenn sie nicht zu den begnadetsten Schauspielerinnen aller Zeiten zählt. Die Nominierung für die Goldene Himbeere 1981 hat sie definitiv nicht verdient. Ein paar Charakterdetails im Drehbuch, die Blair früh im Film erzählt, werden gekonnt im Finale eingelöst, wenn sie aus dem alten Gemäuer fliehen und einen Wagen kurzschließen muss, um zu entkommen. Dieser Schlussfight wird hochspannend erzählt, enthält ein paar echte Schocker und einen überraschenden Twist.

Regisseur Tom DeSimone hat übrigens vor seiner Karriere als Mainstream-Regisseur schwule Pornos inszeniert - vielleicht ein Grund, warum die jungen Männer in HELL NIGHT so hübsch sind und Vincent van Patten die halbe Filmzeit nur in Boxershorts verbringt.

Insgesamt handelt es sich bei HELL NIGHT nicht um eine Sternstunde des Horrorkinos, aber um einen spannenden und atmosphärischen Slasher mit klassischen Motiven, einer guten Portion Humor und einem Mindestmaß an Splatter. Die Betonung liegt hier auf Suspense, und das ist auch gut so.

07/10

Mittelalter meets Surfer-Dude
Linda Blair, Peter Barton und Vincent van Patten in "Hell Night"

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