Mittwoch, 23. Februar 2011

Brennende Rache (1981)

Sie nehmen kein Ende. Der Slasher BRENNENDE RACHE (The Burning) von Tony Maylam war ein weiterer Versuch, schnell und billig Kasse mit einem "Freitag der 13."-Rip-Off zu machen. Die Location ist wieder ein Sommercamp, und erneut haben zurückliegende Ereignisse blutige Konsequenzen in der Gegenwart.
Damals wurde nämlich dem Campaufseher Cropsy ein übler Streich gespielt, der furchtbar in die Hose ging und Cropsy mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus beförderte. Nun wird er entlassen, killt gleich eine Prostituierte und macht sich auf zum Sommercamp, wo er ab sofort in den Wäldern haust und Jagd auf sexbesessene Teenager macht, die ihren Sommer am Fluss verbringen...

Unter diesen Teenagern befinden sich übrigens die junge Holly Hunter, noch ein paar Jahre von ihrem verdienten Starruhm entfernt, sowie der spätere Sitcom-Liebling Jason Alexander ("Seinfeld").
BRENNENDE RACHE hat neben allerlei blödsinnigen Camp-Szenen im Stil von "Porky's" vor allem zwei Trumpfkarten - die Musik von Rick Wakeman und hervorragende Effekte von Makeup-Guru Tom Savini, der für diesen Film auf eine Mitarbeit bei "Freitag der 13. Teil 2" (1981) verzichtete. Da der Killer Cropsy am liebsten mit einer Heckenschere tötet, bietet sich reichlich Gelegenheit für abgeschnittene Fingerkuppen, zerstochene Augen und sontiges Gemetzel.

Regisseur Tony Maylam inszeniert zwar ohne erkennbare Handschrift (das haben die meisten Slasher gemeinsam, bei denen der Name Carpenter im Vorspann fehlt), hält aber Tempo und Gore-Gehalt hoch, so dass bei Freunden des Genres kaum Langeweile aufkommt. Im Finale wird es dann noch ziemlich spannend, wenn zur Abwechslung mal nicht das Final Girl, sondern mit Brian Matthews ein Final Guy zum Schlussfight gegen den deformierten Killer antreten muss. Das ist auch schon die einzige Variation des immer gleichen Grundplots. Ansonsten sind alle bekannten Elemente vorhanden - der abgelegene Ort, der Jugendstreich, der Spaßmacher, die lüsternen Pubertierenden, Sex im Freien und das alte "Ich gehe nur Holz sammeln und bin gleich wieder zurück."

BRENNENDE RACHE erlitt das gleiche Schicksal vieler Horrorfilme der frühen 80er. Obwohl er nicht blutrünstiger ist als andere Vertreter des Genres, wurde die Videokassette hierzulande wegen angeblicher Gewaltverherrlichung beschlagnahmt, und der Film ist bis heute nicht freigegeben, außer in gekürzter Fassung. Ebenso wurde er in Großbritannien im Zuge der 'Video Nasties'-Aktion aus dem Verkehr gezogen. Warum nun gerade dieser und nicht etwa "Freitag der 13." (1980), der einen in keiner Weise geringeren Blutgehalt bietet, bleibt ein ewiges Geheimnis.

BRENNENDE RACHE ist solide Kost für Slasherfans mit ein paar Highlights, einem originellen Soundtrack und ein paar zukünftigen Stars in Frührollen, die sie wahrscheinlich gern von ihrer Filmografie streichen würden.

06/10

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