Donnerstag, 13. Januar 2011

Tourist Trap - Die Touristenfalle (1979)

In seinem lesenswerten Sachbuch "Danse Macabre" hat Stephen King TOURIST TRAP - DIE TOURISTENFALLE (Tourist Trap) sinngemäß als Juwel bezeichnet, das man entdeckt, wenn man sich durch unzähligen Horror-Schrott durchgearbeitet hat. TOURIST TRAP ist einer seiner Lieblings-B-Filme, und tatsächlich sollte jeder Horror-Fan, der ihn noch nicht gesehen hat, dies schnell nachholen und einen Blick riskieren. Es könnte sich lohnen.

Die Handlung: eine Gruppe Jugendlicher (was sonst?) strandet bei einem Campingausflug aufgrund einer Reifenpanne in der ländlichen Einöde. Der knackige Blonde aus der Gruppe macht sich auf die Suche nach einer Tankstelle, kehrt aber nicht zurück. Stattdessen begegnet er merkwürdigen Schaufensterpuppen mit telepathischen Fähigkeiten und wird von einem herumfliegenden Eisenstab aufgespießt. Die anderen lernen unterdessen den Einsiedler Chuck Connors kennen, der sie in sein bizarres Haus einlädt, wo er Puppen aus Wachs modelliert. So findet sich auch seine tote Ehefrau als Wachsfigur dort wieder. Ehe sich die Teenies versehen, taucht der angsteinflößende Bruder von Connors auf, dessen Gesicht hinter einer Puppen-Maske versteckt ist, und macht Jagd auf die Protagonisten, die sich schon bald in einem Alptraum wiederfinden...

Eine wirkliche Handlung kann man das nicht nennen, zumal alles sehr deutlich an Tobe Hoopers "Blutgericht in Texas" (1974) angelehnt ist. Nach der Begegnung mit dem durchgeknallten Connors besteht der Film eigentlich nur aus einer Reihe von Fluchtversuchen der Teenager, die immer wieder eingefangen und dann zu Wachspuppen verarbeitet werden.
Trotz des minimalen Erzählaufwandes und des geringen Budgets ist David Schmoeller (der u.a. den herrlich trashigen "Killerhaus", 1986, und "Puppet Master", 1989, inszenierte) dennoch ein feiner, kleiner, grusliger Schocker gelungen, der mit einer dichten Atmosphäre aufwartet. Schräge Kameraeinstellungen sorgen für beunruhigende Momente, ganz besonders, wenn die Schaufensterpuppen (oder Teile von ihnen) lebendig werden. Hier kommt es zu einigen durchaus surrealen Momenten, und extrem spannend wird es, wenn sich kurz vor dem Finale zwei unserer jungen Helden zwischen den Puppen verstecken müssen, damit der irre Connors sie nicht entdeckt. Am Ende bietet TOURIST TRAP dann auch noch eine nette Pointe, und Komponist Pino Donaggio hat einen klasse Score für den Film komponiert. Mit Brutalitäten hält sich TOURIST TRAP ebenfalls sehr zurück.

Außer Ex-Westernheld Chuck Connors erkennt man von den Darstellern nur noch Tanya Roberts, die einer von "Charlies Engeln", "Sheena, Königin des Dschungels" und eines der schlimmsten Bond-Girls aller Zeiten ("Im Angesicht des Todes", 1984) war, bevor sie aufgrund mangelnden Talents wieder in der Versenkung verschwand.

An der Kinokasse war TOURIST TRAP nicht sonderlich erfolgreich und ist über einen geringen Kennerstatus nie hinausgekommen. Ich kann mich Stephen Kings Urteil nur anschließen. TOURIST TRAP ist ein kleiner Geheimtipp und funktioniert übrigens am besten an heißen Sommertagen.

08/10

Kommentare:

  1. Hi Mathias, da hast Du ja wieder einige interessante Horrorfilme der 70er und 80er ausgegraben, die ich nur vom Namen kannte. "Maniac" gehört auch dazu - hab die zwei Filme aufgrund deiner guten Besprechung bestellt.
    LG Ray

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  2. Hi Ray, hoffentlich habe ich dann nicht zuviel verraten... :-)
    Da bin ich gespannt auf Deine Meinung, ich bin aber ziemlich sicher, dass sie Dir gefallen. "Maniac" ist ja doch so etwas wie ein kleiner moderner Klassiker. Liebe Grüße!

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