Sonntag, 23. Januar 2011

Kinder des Todes (1980)

"Thank God they're somebody else's!" lautet der Werbespruch, und seien wir ehrlich - das kann man eigentlich über alle Kinder sagen. Auf die KINDER DES TODES (The Children) trifft das aber besonders zu.

Ein vollbesetzter Schulbus fährt in eine äußerst ungesunde gelbe Wolke, die aufgrund eines Lecks in der nahen Chemiefabrik entstanden ist. Plötzlich sind alle Kinder spurlos verschwunden, tauchen dann aber auf dem örtlichen Friedhof wieder auf und sind irgendwie nicht mehr dieselben. Nicht nur haben sie schwarze Fingernägel, sondern wenn sie Erwachsene umarmen, verbrennen diese innerlich wie äußerlich und geben sehr unansehnliche Leichen mit verkohlten Gesichtern ab. Die Eltern und Gesetzeshüter sind ratlos und halten sich gegenseitig davon ab, den Kindern zu nahe zu kommen. Dann kommt endlich jemand auf die geniale Idee, den Kindern die Hände abzuschlagen - was das einzige Mittel gegen sie zu sein scheint...

Lieber Arm dran als Arm ab, wie wir in den 80ern sagten. Was soll man viel über KINDER DES TODES erzählen? Der Film ist der reinste Horror-Trash aus der untersten Schublade. Passenderweise wurde er in den USA vom C-Film-Anbieter Troma veröffentlicht. Der Wille zum Tabubruch ist da, und gruslige Horror-Kinder gab es ja schon einige in der bewegten Geschichte des Genres, man denke nur an die weißhaarigen Kleinen im "Dorf der Verdammten" (1960), die unheimlichen Waisen im "Schloss des Schreckens" (1961) oder die Gnome in Schneeanzügen aus Cronenbergs "Die Brut" (1979).
KINDER DES TODES aber ist leider in jeder Beziehung schlecht - was nicht heißt, dass er nicht auf eine schundige Art unterhält. Die Maskeneffekte der verbrannten Elternleichen sind hübsch scheußlich, die Darsteller überbieten sich im Overacting, und die deutsche Synchronisation strotzt nur so vor "schnoddrigen" Redewendungen, die hier so gar nichts zu suchen haben. Inhaltlich wird an allen Ecken und Enden geklaut, bei Jack Arnold, George A. Romero und anderen, deutlich besseren Vorbildern. Trotzdem besitzt der Film einen gewissen Charme. Ein solcher Schund wäre heute kaum noch denkbar.

Interessant ist lediglich die Tatsache, dass Komponist Harry Manfredini hier bereits sehr viele Sounds ausprobiert, die in "Freitag der 13." (1980) Verwendung finden sollten. Deswegen den Film zu empfehlen wäre aber so, als würde man eine Wurzelhandlung beim Zahnarzt empfehlen, weil der Stuhl dort ganz bequem ist.

Das beste an KINDER DES TODES ist der dicke Mann mit Schnauzbart, der auf der deutschen Videocassette vor dem Hauptfilm die FSK-Einstufung erklärt ("Guten Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren"). Der ist allen Kids der 80er noch gut in Erinnerung, und wer eines der mittlerweile seltenen Exemplare der CBS/FOX-VHS besitzt, sollte sie hüten wie einen Schatz, denn so etwas kommt garantiert nicht wieder. - Überflüssig zu erwähnen, dass die deutsche Fassung zwar indiziert (mittlerweile freigegeben), aber an allen drastischen Stellen übel geschnitten wurde, so dass man sich fragt, warum dieser Quatsch mit Soße eigentlich ab 18 Jahren freigegeben ist. Und ohne die wenigen Effekte ist KINDER DES TODES schon gleich gar nichts mehr wert.

03/10

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