Montag, 17. Januar 2011

Dämonen (1986)

Oder auch:
DEMONI Reloaded.

Auf die Umdrehung der Titelreihenfolge bin ich in der Rezension von "Dämonen 2" (1985) bereits eingegangen. Mit DÄMONEN (DEMONI 2) haben wir nun die Fortsetzung von Lamberto Bavas Horror-Kracher aus den schönen 80ern. Man könnte das Sequel auch Remake nennen, denn die Handlung (soweit man diese so nennen kann) wurde vom Original fast 1:1 übernommen, lediglich der Schauplatz wurde geändert. Statt im schönen Berlin spielt DEMONI 2 in Hamburg, und so gibt es auch hier - wie im Vorgänger - ein paar atmosphärische Originalschauplätze wie den Rathausmarkt zu sehen. Die Produktion und Teile des Drehbuchs übernahm wieder Dario Argento.

Die titelgebenden Dämonen, oder besser: Zombies, steigen dieses Mal nicht von einer Kinoleinwand, sondern aus dem Fernseher, und die bedauernswerten Opfer befinden sich anstelle eines Kinosaals in einem modernen Hochhaus. Erstes Opfer der Zombies wird die junge Sally (Coralina Cataldi-Tassoni, bekannt aus Argentos "Opera", 1987, und "Phantom der Oper", 1998), die eigentlich eine Geburtstagsparty feiern will, sich stattdessen aber in einen mordlustigen Zombie mit Reißzähnen verwandelt. Unter den weiteren Bewohnern des Hauses befinden sich noch ein junger Physiker mit seiner schwangeren Frau, eine Gruppe Bodybuilder, eine Prostituierte auf Hausbesuch und ein kleiner Junge. Erneut abgeschnitten von der Außenwelt, müssen sie um ihr Überleben kämpfen.

Der Gore-Gehalt wird in DEMONI 2 ein wenig heruntergeschraubt, weswegen der Film im Gegensatz zu seinem Vorgänger auch hierzulande nicht beschlagnahmt wurde - was den Video-Verleiher aber nicht davon abhielt, einfach mal das komplette Finale aus dem Film herauszuschneiden. Nachdem das überlebende Pärchen sich vom Dach des Hochhauses abseilen konnte, endet bei uns der Film abrupt, während die beiden in der Originalfassung noch ein TV-Studio aufsuchen, in dem die Heldin ihr Baby zur Welt bringt und sich zeigt, dass die Zombies nicht besiegt sind.

Die Beleuchtung in DEMONI 2 ist weniger knallbunt als im Original, ansonsten bleibt alles beim alten. Sogar einige Darsteller, die in Teil 1 ihr Leben lassen mussten, sind wieder mit von der Partie. Insgesamt ist DEMONI 2 ein schwächerer Beitrag, weil schlicht die originellen Ideen fehlen, bzw. alles schon einmal genau so da gewesen ist. Ich mag ihn trotzdem, weil ich a) Filme liebe, die in Hochhäusern spielen (Cronenbergs "Shivers" gehört zu meinen Lieblingen), und weil man b) selten eine Sequenz zu sehen bekommt, in der eine hochschwangere Frau in ihrem Apartment mit Bratpfanne gegen ein rasendes Teufelchen kämpfen muss.
Übrigens, für den muskulösen Urbano Barberini im Vorgänger springt hier David Knight ein, der zwar einen Physikstudenten spielt, aber so aussieht, als würde er zehn Stunden täglich im Fitnessraum verbringen. Ja, so dicht hält sich die Fortsetzung ans Original.

Neben den Elementen aus Teil 1 finden sich in DEMONI 2 übrigens noch Details aus "Dressed to Kill" (1980), dem bereits angesprochenen "Shivers" (1975), und die ganze "Monster aus dem TV"-Nummer ist natürlich aus "Videodrome" (1983) geborgt, dessen inhaltliche Tiefe natürlich nicht ansatzweise mit übernommen wird.
So wurde DEMONI 2 fast schon mit Gewalt auf Erfolg getrimmt, war aber letztlich nicht so populär wie sein Vorgänger. Das Publikum merkt schon den Unterschied zwischen frischer Ware und einem zweiten Aufguss - wenn auch nicht immer.

07/10

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