Dienstag, 2. November 2010

Halloween III (1982)

Für den dritten Teil der "Halloween"-Reihe beschloss man, die ausgetrampelten Pfade des Slasherfilms zu verlassen und eine neue Geschichte zu erfinden, die rund um Halloween spielt. So lobenswert diese Idee auch ist, der Film HALLOWEEN III (Halloween 3 - Season of the Witch) kann leider nicht überzeugen und fiel im Kino mit Pauken und Trompeten durch - auch, weil wahrscheinlich jeder auf den Auftritt von Schlitzer Michael Myers gewartet hat, von dem hier jede Spur fehlt.

Auf dem Papier klingt die Handlung durchaus interessant: ein Arzt (Tom Atkins) kommt einer Verschwörung auf die Spur. Mit Hilfe von preparierten Halloween-Masken versucht ein größenwahnsinniger Spielzeughersteller namens Cochran (Dan O'Herlihy), der eine ganze Kleinstadt kontrolliert, die Kinder Amerikas in der Halloween-Nacht dahinzumeucheln. Zu seinen Helfern gehören Roboter, die Menschen täuschend ähnlich sehen, sowie mystische Steine aus Stonehenge mit geheimnisvollen Kräften...

John Carpenter, Erfinder der Reihe, erfüllte sich einen Traum und arbeitete für das Drehbuch mit dem angesehenen britischen Sci-Fi-Autor Nigel Kneale zusammen. Daher wirkt der Plot auch wie eine Zusammenstellung aus mehreren "Twilight Tone"-Folgen. Kneale aber verließ nach mehreren Überarbeitungen das Projekt und hatte keine guten Worte für die Zusammenarbeit übrig. Das fertige Drehbuch hatte laut Kneale nichts mehr mit seiner Arbeit zu tun.
Und tatsächlich, so originell die Geschichte klingen mag, so unlogisch und uninteressant ist sie umgesetzt und bricht unter den vielen, vielen offenen Fragen zusammen. Schon allein der Masterplan von O'Herlihy ist so kompliziert erdacht, dass er niemals funktionieren kann und trotz einiger Gräuelmomente (ein Kind verwandelt sich in einen Haufen Matsch mit Schlangen und Käfern) absurd bleibt.

Den Schauspielern ist nichts vorzuwerfen. O'Herlihy ist ein klasse Bösewicht, und Tom Atkins ein cooler Held, auch wenn er im Film seltsamerweise so viel Bier kaufen und runterkippen muss, dass er wie ein schwerer Alkoholiker wirkt, und seine Nachforschungen seltsam unbegründet bleiben. Auch eine Sexszene zwischen ihm und Hauptdarstellerin Nelkin wirkt völlig unmotiviert. Wie und wann einige Charaktere gegen Roboter ausgetauscht werden, bleibt ebenfalls unklar, wenn man bedenkt, dass so ein Prozess nicht gerade in fünf Minuten erledigt ist.

Regisseur Tommy Wallace war Cutter und Ausstatter beim Original-"Halloween", kann seinem Beitrag aber kaum Spannung abringen. Es ist lediglich das Können von Kameramann Dean Cundey, der erneut Carpenters Look erfolgreich kopiert und den Film wie immer elegant und sehr stylish aussehen lässt. Carpenters Musik, die nicht das "Halloween"-Thema benutzt, ist ein weiteres Highlight. Das beste an HALLOWEEN III ist der Beginn, wenn nach einem sehr originellen Vorspann ein 'Mann, der zu viel wusste', durch die Nacht gejagt und im Krankenhaus von einem Roboter ermordet wird. Danach sackt der Film ab und kann nur stellenweise noch unterhalten.

Fazit: nett gemeint, aber zu uninspiriert umgesetzt. Schade. HALLOWEEN III war so erfolglos, dass die Reihe fürs erste stillgelegt wurde, bis man für "Halloween 4" (1988) Michael Myers und seinen Gegenspieler Donald Pleasence wieder reanimierte. Nichtsdestotrotz kann man alle weiteren Sequels der Reihe getrost vergessen.

05/10

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