Donnerstag, 14. Oktober 2010

Draculas Rückkehr (1968)

DRACULAS RÜCKKEHR (Dracula Has Risen from the Grave) ist der dritte Dracula-Film der Hammer-Studios nach "Dracula" (1958) und "Blut für Dracula" (1966). Er war einer der größten finanziellen Erfolge der Produktionsfirma, auch wenn mit seiner Qualität nicht alle Beteiligten zufrieden waren.

Der Inhalt: kein Zombie, sondern eine weibliche Leiche hängt am Glockenseil einer Kirche, ganz in der Nähe von Draculas Schloss. Um Dracula (Christopher Lee) ein für allemal auszumerzen, machen sich zwei Priester auf, ein goldenes Kreuz vor die Schlosstür zu setzen, doch im Verlauf wird Dracula durch das Blut eines der Männer zu neuem Leben erweckt. Bald darauf geht er wieder um und sucht sich neue Opfer...

Nachdem sich Regisseur Terence Fisher bei den Vorbereitungen zum Film verletzte, sprang Kameramann Freddie Francis ("Schloss des Schreckens", 1961) ein und übernahm die Regie. Da Francis ein besserer Kameramann als Regisseur war, sieht der Film in erster Linie wundervoll aus. Für Draculas Auftritte benutzte Francis einen Farbfilter, der Draculas Umgebung stets in leuchtendes gelb und rot - die Farben der Hölle - taucht. Die Ausstattung kann sich ebenfalls sehen lassen, ganz besonders die Studio-Bauten, welche die Dächer des Dorfes darstellen, auf denen das eine oder andere Mal herumgeklettert wird.

Das Drehbuch hingegen (diesmal schrieb nicht Jimmy Sangster) offenbart einige Schwächen und logische Löcher - so wird etwa nie klar, wer eigentlich für die Leiche im Glockenturm verantwortlich ist, denn Dracula ruht an dieser Stelle noch unter dem Eis und hätte auch keine Kirche betreten können, wie man später erfährt. Auch mit Tag/Nacht-Wechseln und Topografien gibt es Verwirrung, so brauchen die Priester zu Beginn sehr lange, um Draculas Schloss zu erreichen, während unserem jungen Helden (Barry Andrews) im Finale ein recht kurzer Ritt genügt.

Das größte Manko des Films ist das Fehlen von Peter Cushing als Van Helsing. Ohne den Vampirjäger ist eine Dracula-Verfilmung einfach nur halb so gut, und Barry Andrews kann einen Cushing leider nicht ersetzen. Christopher Lee bekommt als Dracula wenig zu tun, er wartet in Kellergewölben auf Opfer, die ihm gebracht werden. Seine Präsenz ist aber gewohnt stark, und die Sequenz, in der Andrews das erste Mal gegen Dracula antritt, wird von Francis wuchtig in Szene gesetzt, ebenso die Verfolgung einer Bardame, die durch den Wald flieht.

Von allen Dracula-Verfilmungen der Hammer-Studios ist DRACULAS RÜCKKEHR der mit Abstand katholischste. Er steckt voller christlicher Symbolik (am Ende wird Dracula regelrecht gekreuzigt), und im Hauptstrang erzählt er von einem Atheisten, der ohne den rechten Glauben Dracula nicht besiegen kann, was zu einer absurden Szene führt, in welcher der bereits gepfählte Dracula sich den Holzpflock selbst aus dem Leib zieht - eine Szene, über die Dracula-Darsteller Lee so erbost war, dass er sich öffentlich über die mangelnde Sorgfalt der Produktion und das Verletzen der Vampir-Mythologie beschwerte.

Das Publikum hat es nicht gestört, es strömte in Massen in die Kinos. So ließ eine weitere Fortsetzung nicht lange auf sich warten, "Wie schmeckt das Blut von Dracula" (1970).

07/10

Kommentare:

  1. Hi Mathias, Diesen Dracula Film mag ich auch gerne, vor allem ist er sehr gut fotographiert. LG

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  2. Hallo Ray, das stimmt, der Look ist klasse, die qualmenden Dächer sind geradezu expressionistisch. Liebe Grüße!

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