Donnerstag, 9. September 2010

Freitag der 13. - Die Sequels (1981-2001)


FREITAG DER 13. Teil 2 (1981)

Mit größerem Budget und besseren Production Values erzählt Steve Miner die Geschichte weiter, bzw. noch einmal von vorne. Jasons Mutti Betsy Palmer hat den ersten Teil bekanntermaßen ohne Kopf verlassen, also muss diesmal der Sohnemann selbst die Morde ausführen. Mit einem Sack über dem Kopf, aus dem ein Auge herausglotzt, geht er ans blutige Werk. Sean S. Cunningham und Autor Victor Miller sowie Tom Savini beteiligten sich nicht am Projekt.
Der Film plätschert lange Zeit dahin, die Morde sind erstaunlich unblutig (was auf Kürzungen seitens Paramount zurückgeht, die nicht schon wieder ihren guten Ruf aufs Spiel setzen wollten). Buch und Regie bedienen sich ausgiebig bei Mario Bavas "Bay of Blood" (1971). Hauptdarstellerin Amy Steel ist ein überzeugendes Final Girl, und der Schlussfight zwischen ihr und Jason bietet ein paar spannende Sequenzen. Ansonsten leidet der Film an der typischen Sequel-Krankheit. Alles schon dagewesen und keine neuen Ideen.

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. (1982)
Der dritte Teil der Reihe wartet als einziger mit Cinemascope und 3-D auf, inhaltlich gibt es wenig Neues. Wieder fahren ein paar dumme Teenager aufs Land, geraten an eine böse Rockerbande und werden von Jason dahingemetzelt.
Dies ist der Teil, in dem Jason endlich seine Hockeymaske erhält, die zum Markenzeichen wurde. Die 3D-Effekte sind relativ albern, mit Ausnahme einer Harpune, die direkt auf den Zuschauer abgefeuert wird. Die Darsteller sind nicht der Rede Wert, die Mordsequenzen drastischer als in Teil 2, aber in solch einem absurden Kontext besitzen sie keinen Schockwert. Trotzdem ist der Film nach wie vor bundesweit wegen Gewaltverherrlichung beschlagnahmt, was sicher nur die verstehen, die dafür verantwortlich sind.

FREITAG DER 13. - DAS LETZTE KAPITEL (1984)
Von wegen letztes Kapitel!
Das einzig bemerkenswerte an diesem erneuten Aufguss sind die Auftritte von Crispin Glover und dem jungen Corey Feldman als Horrorfreak Tommy Jarvis, der Jason letztendlich zur Strecke bringt, sowie die Tatsache, dass Tom Savini erneut für die Spezialeffekte zuständig war. Daher ist dieser Beitrag auch wieder etwas härter ausgefallen als die Vorgänger.
Regisseur Joseph Zito spult das blutige Geschehen düsterer als gewohnt herunter, und so wurde das "letzte Kapitel" mit seinem Grand Guignol-Finale (Jason "fällt" kopfüber in eine Machete - autsch!) zum beliebtesten Sequel der Fans.

FREITAG DER 13. - EIN NEUER ANFANG (1985)
Wer hätte das gedacht? Das Morden geht weiter.
Gäbe es Teil 8 nicht, wäre dieser Beitrag wohl der schlechteste. Die Erfolgsformel wird überraschend verlassen, um einen simplen Whodunit zu erzählen. Regisseur Danny Steinmann inszeniert ohne jede Handschrift, die unsympathischen Charaktere geben dem Film den Rest. Und von Jason ist weit und breit keine Spur zu sehen, da sich in diesem Aufguss nur jemand dessen Mordmerkmale ausborgt.
Lediglich Hauptdarsteller John Shepherd kann einigermaßen als gealterter und von Jason besessener Tommy Jarvis überzeugen. Aber ist er auch für die Morde in einer Erziehungsanstalt verantwortlich?

FREITAG DER 13. - JASON LEBT (1986)
Regisseur Tom McLoughlin setzt Jason wieder in den Wald, wo er hingehört. Er bemüht sich zudem um kreative Ideen in der ausgelutschten Storyline und baut selbstironischen Humor ein. So sehen wir etwa vor dem Vorspann das Erkennungsmerkmal der Bond-Filme mit Jason als 007, und einige Dialoge sollen eher zum Schmunzeln denn zum Fürchten anregen. Das reicht aber nicht, um den Film über das absolute Mittelmaß zu heben.
Hauptdarsteller Thom Mathwes ("Return of the Living Dead") ist hübsch anzuschauen, und der Film erzielt einen Riesen-Lacher, wenn ein Pärchen nachts im Wald auf Jason trifft und der junge Mann (Tony Goldwyn) beschließt, ihm Angst zu machen, woraufhin seine Freundin erwidert: "Wir machen IHM Angst?"

FREITAG DER 13. - JASON IM BLUTRAUSCH (1988)
Und noch eine neue Idee im Horror-Einerlei, auch bekannt als "Jason vs. Carrie".
Hier trifft der unkaputtbare Killer Jason auf ein telekinetisch begabtes Mädel namens Tina. Neben einem höheren Body Count, einem attraktiven Cast und dem scheußlich-schönen Anblick von Jasons Horror-Fratze ohne Maske bietet der Film ein effektemäßig ansehnliches Finale im ewigen Kampf Gut gegen Böse, kann aber letztlich nur Hardcore-Fans begeistern.
Was soll man von einem Teil 7 auch erwarten?

FREITAG DER 13. - TODESFALLE MANHATTAN (1989)
Der Film hält leider nicht, was der Titel verspricht, denn nach New York schafft es Jason erst in den letzten 20 Minuten, der überwiegende Teil des Sequels spielt auf einem Ausflugsdampfer, auf dem einige Teenager dem fröhlichen Beischlaf und Discomusik frönen, während unser Killer an die Arbeit geht.

Die lächerlichen Effekte, das Fehlen von Harry Manfredinis Musik und die komplette Ideenlosigkeit des Ganzen macht diesen Beitrag zum schlechtesten Teil der Reihe. Reine Zeitverschwendung.

JASON GOES TO HELL (1993)
New Line Pictures übernahmen die Rechte an der Reihe von Paramount und ließen erstmals "ihren" Jason auf die Leinwand los, um ihn sogleich in die Hölle zu schicken. Die Fans waren begeistert aufgrund des hohen Gore-Faktors, inhaltlich aber ist diese "Neuinterpretation" dermaßen konfus und spannungslos geraten, dass der Film kaum ein offizieller Schlusspunkt sein konnte.
War er auch nicht.
Die Klingenhand von Freddy Krueger, die in der Schlusseinstellung Jasons Maske in die Tiefen der Hölle reißt, war die Geburtsstunde der Idee, die später in "Freddy vs. Jason" (2003) realisiert werden sollte.

JASON X (2001)
Oder auch "Jason im Weltall". Der zweite von New Line produzierte Beitrag zur unsterblichen Slasher-Reihe wartet mit guten Effekten, kreativen Morden und einer ansehnlichen Portion Humor auf, außerdem spielt Regisseur David Cronenberg eine kleine Rolle und sorgt als einziger für ein bisschen Klasse.

Ansonsten gibt es weder echte Spannung noch Atmosphäre, die Grundidee wirkt sehr verzweifelt. Der Film lag zwei Jahre im Regal und war ein Flop, als er schließlich veröffentlicht wurde. Möglicherweise ist für einen Jason, der so sehr Prototyp des 80er-Kinos war, einfach kein Platz mehr im Kino der 2000er. "Freddy vs. Jason" und das überflüssige Remake des Originals von 2009 haben das nachdrücklich bewiesen.

Ich würde mich vielleicht nicht unbedingt als Hardcore-Fan der Reihe bezeichnen, aber ich sehe sie immer wieder mal gerne (wenn auch häufig im Schnelldurchlauf). Aus objektiver Sicht muss man aber feststellen, dass keiner der Teile auch nur eine einzige künstlerisch wertvolle Sequenz, gute Dialoge oder überdurchschnittliche schauspielerische Leistung bietet. Schon erstaunlich.

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