Freitag, 13. August 2010

Terror im Parkett (1984)

In dem Dokumentarfilm TERROR IM PARKETT (Terror in the Aisles) laden Horror-Ikone Donald Pleasence und Nancy Allen zu einem Rückblick auf mehrere Jahrzehnte filmischen Horrors.
Gemeinsam sitzen sie in einem Kino zwischen den Zuschauern und kommentieren Clips und Montagen aus Filmen der 70er und 80er. Dabei werden mehrere Themenbereiche wie "Erotik im Horrorfilm" oder "Horrorkomödien" gestreift, die passenden Ausschnitte liefert Regisseur Andrew J. Kuehn dazu.
Wegen der Kommentare sollte man sich den Film allerdings nicht ansehen, denn diese kratzen nicht einmal an der Oberfläche und sind eher zur amüsanten Unterhaltung denn zur ernsthaften Diskussion geeignet.

Stattdessen sollte man sich mit einer Tüte Popcorn zurücklehnen und sich einfach von den Meisterwerken des Genres berieseln lassen, die in schneller Montage an einem vorbeiziehen. TERROR IM PARKETT zeigt Szenen aus so ziemlich allen wichtigen und einflussreichen Horrorfilmen der zurückliegenden Jahrzehnte wie "Halloween", "Texas Chainsaw Massacre", "Omen", Rosemary's Baby", "Alien", "Das Ding", etc., dazu einige Klassiker wie "Die Vögel" und "Psycho", Trash wie "Abbott and Costello Meet Frankenstein" und Kultfilme wie "Die Frau mit der 45er Magnum".
Der Meister der Spannung, Alfred Hitchcock, kommt auch zu Wort und erläutert u.a. seine berühmte "Suspense-Theorie" (die mit der Bombe unterm Tisch).

TERROR IM PARKETT ist ein Film für Fans, mehr will er nicht sein, und als solcher funktioniert er wunderbar. Man kann ihn auch als Ratespiel mit Freunden goutieren, weil keine Filmtitel eingeblendet werden (was bei der manchmal sehr schnellen Montage auch schwierig wäre). Im Mittelteil hängt er etwas durch, wenn er sich plötzlich auf Action-Thriller wie "Nighthawks", "Vice Squad" und "Klute" konzentriert, die nicht wirklich etwas mit Horror zu tun haben. Hier sind auch die Ausschnitte viel zu lang geraten. Doch im Schlussteil nimmt TERROR wieder Fahrt auf und präsentiert eine rasante Aneinanderreihung von visuell ähnlichen Horror-Sequenzen (Charaktere, die Türen zuwerfen oder zu Waffen greifen), die eine erstaunlich spannende Wirkung erzeugt. Filmkomponist John Beal ("The Funhouse") hat alle berühmten Themen der Beiträge neu orchestriert und zu einem durchgehenden Score verbunden.

Die deutsche Video-Version ist trotz 18er-Freigabe gegenüber der Kinoversion gekürzt (es fehlen praktisch alle Splatter-Szenen, wie der explodierende Kopf aus "Scanners"), die US-Fassung zeigt deutlich mehr Ausschnitte erotischer Natur aus Filmen wie "Dressed to Kill".
Die deutsche Fassung leidet außerdem unter der kompletten Neusynchronisation - was verständlich ist, da man nicht zu jedem Schnipsel die Original-Synchro heraussuchen konnte/wollte. Für alle Kenner der gezeigten Filme ist das aber mehr als schade, zumal die Synchro aufgrund des geringen Budgets nicht gerade gelungen ist. Das beste Beispiel: in einem Clip aus "Halloween" geht P.J. Soles zum Telefon und sagt "I'm Gonna Call Laurie!", was mit "Ich kann dich auch Laurie nennen" übersetzt wird... Aua!

P.S. Ich bin übrigens jedem dankbar, der mir sagt, an welcher Stelle "Dawn of the Dead" im Film vorkommt, der zwar im Abspann genannt wird, den ich aber auch nach mehrfachem Sehen partout nirgendwo entdecken kann! Ich bitte um Zuschriften!

06/10

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