Samstag, 27. März 2010

The Shining (1997)

Ich persönlich habe noch nie begriffen, warum so viele Menschen unbedingt ihre Lieblingsbücher 1:1 zum Mitlesen auf der Leinwand sehen wollen, als würde die Werktreue alleine schon einen guten Film ausmachen.
Und das kommt also dabei heraus, wenn man mit einem Kubrick-Film unzufrieden ist und beschließt, es selbst zu machen.

Anders als in Stanley Kubricks Version von 1980 hat Stephen King zu diesem TV-Mehrteiler selbst das Drehbuch nach seinem Roman "The Shining" verfasst. Es folgt tatsächlich wortgetreu dem Roman - aber was soll's? Immerhin hatte Kubrick als Regisseur eine Vision von der Geschichte, die vielleicht nicht unbedingt der Kings entsprach, die aber faszinierend, klaustrophobisch und in höchstem Maße visuell war. Diese TV-Version ist schlicht langweilig. Das Gerede nimmt einfach kein Ende, die vielen Details und Backstories der Charaktere helfen der Handlung nur auf dem Papier. Die Tricks sind einfach lächerlich.
Stephen King war besonders enttäuscht darüber, dass Kubrick seine Lieblingsidee, die lebendig werdenden "Gebüschtiere" weggelassen hatte, weil er sie albern fand. Jetzt sind sie da, und was sind sie? Albern, albern, albern!
Zu allem Überfluss gibt's noch ein übersentimentales, weinerliches Happy End, bei dem man nur noch den Kopf schütteln kann.

Den Darstellern sei hier nichts vorgeworfen, sie tun ihr Bestes (mit Ausnahme des Kindes, das ständig guckt, als würde es gleich vom Auto überfahren werden, und das 4 Stunden lang), aber die Inszenierung ist lahm, unspektakulär und uninspiriert.

Wer auf genaueste Umsetzung eines Buches zum Film Wert legt, dem sei diese Version ans Herz gelegt, aber wer wirklich begriffen hat, dass es einen gewaltigen Unterschied der Medien Buch und Film gibt, der wird sehr enttäuscht sein von diesem überlangen, zahnlosen TV-Film.

02/10

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