Sonntag, 29. August 2010

Planet des Schreckens (1981)

Bruce D. Clarks PLANET DES SCHRECKENS (Galaxy of Terror) ist ein lupenreiner "Alien"-Abklatsch aus dem Hause Roger Cormans, der mittlerweile selbst einen beträchtlichen Kultstatus genießt.
Das liegt zum einen daran, dass er lange Jahre selten zu sehen und schwer zu finden war, zum anderen, weil er neben einigen herben Splatter-Effekten eine kultige Besetzung auffährt und kein geringerer als der junge James Cameron für Kostüme, Production Design und Effekte zuständig war.

Wie im Vorbild muss hier eine zusammengewürfelte Crew auf einen fremden Planeten düsen, um dort merkwürdige Ereignisse zu untersuchen. Dort angekommen, entdecken die Astronauten eine Pyramide, die einem futuristischen Irrgarten des Schreckens gleicht, in welchem jedes Besatzungsmitglied mit einem Monster konfrontiert wird, das direkt seinen eigenen Ängsten zu entspringen scheint...

Den surrealen Look von PLANET DES SCHRECKENS kann man mit billig, aber effektvoll beschreiben. Der Planet ist eine Art düsterer Schrottplatz im Dauernebel (James Camerons späteres Meisterwerk "Aliens" sieht ungefähr genau so aus, war eben nur weitaus teurerer), die Innenausstattung des Raumschiffs "Quest" steckt voller fantasievoller Details. Aufgrund des geringen Budgets wurden sogar Styropor-Verpackungen von "MacDonalds"-Burgern angemalt und an die Wände geklebt.
Die Spezialeffekte, die stellenweise sehr blutig ausfallen, sind allesamt handgemacht und besitzen einen nostalgischen Charme, dem kein CGI-Trick das Wasser reichen kann. Köpfe werden zerquetscht, Arme abgerissen, Innereien plumpsen aus dem Körper, und das alles ziemlich überzeugend.
Berüchtigt war PLANET DES SCHRECKENS wegen einer geschmacklosen Sequenz, in der eine blonde Astronautin von einer schleimigen Riesen-Made vergewaltigt wird, allerdings ist die Szene heute eher trashig-lächerlich denn erschreckend. Damals war sie so heftig, dass sie gekürzt werden musste, damit der Film sein 'R'-Rating erhält.

Bei der Besetzung begeistern vor allem die Nebendarsteller. Zur Crew gehören neben Grace Zabriskie (als Kommandantin, die eine merkwürdig erotische Beziehung zu ihrem Raumschiff pflegt und gern die Armaturen streichelt) auch Hollywood-Veteran Ray Walston ("Küss mich, Dummkopf"), Zalman King (der später "9 1/2 Wochen" produzierte und ins Regiefach wechselte) sowie "Freddy Krueger" himself, Robert Englund, der hier eine hervorragende Vorstellung zeigt und als sein eigenes böses Ich gegen Ende des Films schon einige Freddy-Eigenarten vorführt.

Die fantastische Idee, dass die Besatzung gegen Kreaturen ihres Unterbewusstseins antritt, war auch 1980 nicht neu, sie stammt aus dem Klassiker "Forbidden Planet - Alarm im Weltall" (1956) und wurde im Sci-Fi-Genre auch in späteren Filmen wie "Sphere" (1998) und "Event Horizon" (1997) wieder benutzt.
PLANET DES SCHRECKENS war ein großer Erfolg für Produzent Roger Corman, und es ist absolut erstaunlich, was für ein atmosphärischer und ideenreicher Film mit so wenig Geld entstehen konnte. Für Trash-Fans unverzichtbar, stellt er unter den unzähligen "Alien"-Imitaten eine sehr spaßige Variante dar, und für Horror-Fans gibt es viel zu entdecken.

Hierzulande ist PLANET DES SCHRECKENS offiziell nur auf VHS zu haben, das Tape hat mittlerweile Seltenheitswert. In den USA ist aktuell eine grandiose DVD/Blu-Ray des Films erschienen, auf der sich auch ein 60-minütiges Making Of befindet, in dem viele der Beteiligten lustige bis haarsträubende Anekdoten erzählen und sich mal wieder zeigt, dass James Cameron schon vor seinem Durchbruch irgendwie keiner leiden konnte.

05/10

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