Donnerstag, 19. August 2010

Nightmare on Elm Street 6 - Freddys Finale (1991)

Die Werbung versprach: Das Beste kommt zum Schluss!

Nun ja...

Machen wir es kurz - FREDDYS FINALE ("Freddy's Dead - The Final Nightmare"), der vermeintlich letzte Teil der "Nightmare"-Saga, ist neben Teil 5 auch der schwächste. Er beginnt ordentlich, lässt dann schnell nach und endet mit einer 15-minütigen 3D-Sequenz um Freddys angeblichen Tod, die so schlecht ist, dass man es kaum aushält.
Regisseurin Rachel Talalay verlegte die Handlung der Reihe 10 Jahre in die Zukunft. In Springwood (das auf wundersame Weise nach Ohio verlegt wurde) sind mittlerweile alle Teenager ausgerottet, nur einer hat überlebt (schon wieder), leidet aber an Amnesie und fährt mit einer Sozialarbeiterin und einigen verwahrlosten Teenagern zurück, um Freddy endgültig ins Jenseits zu schicken...

Einige Gastauftritte von Tom & Roseanne Arnold oder Johnny Depp (der in einem Anti-Drogen-Spot im TV von Freddy eins mit der Bratpfanne übergezogen bekommt) können nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier große Ideenlosigkeit herrscht. Beginnt die Story anfangs noch recht ansprechend, verzettelt sie sich in zu viele Rückblenden in Freddys Kindheit (Freddys Vater wird ausgerechnet von Alice Cooper gespielt), aus der wir eigentlich gar nichts erfahren wollen - tatsächlich hätte der Film wahrscheinlich heute mehr Chancen im Kino, sowohl wegen der 3D-Effekte als auch wegen des Zwangs, alles Unerklärliche erklären zu wollen. Das führt zu einigen Brüchen in der Continuity - so wird Freddy hier in seinem Zuhause von den Eltern der ermordeten Kids getötet, nicht an seiner Arbeitsstelle, wie es bislang stets erzählt wurde, etc.

Die Darsteller-Leistungen sind hier nur durchschnittlich, Hauptdarstellerin Lisa Zane ist zwar sehr attraktiv, spielt aber steif und gekünstelt. Humor ist so gut wie nicht vorhanden, auch Freddys Sprüche sind so öde wie nie zuvor. Die surrealen Momente können nie wirklich begeistern. In der originellsten Sequenz tötet Freddy einen hörgeschädigten Teenager. Der Mord an Breckin Meyer ("Studio 54"), der zum lebenden Charakter eines billigen Jump 'n Run-Spiels wird, ist dagegen komplett lächerlich.
Im Finale wurde Regisseurin Talalay genötigt, 3D-Effekte einzusetzen und musste sich auf deren Umsetzung konzentrieren, anstatt Freddy einen spektakulären Abgang zu verschaffen. In einem Interview, das auf der deutschen DVD zu sehen ist, erklärt die sympathische Regisseurin und Produzentin, dass sie selbst das Finale und den Film für "lame" hält und schämt sich offensichtlich, das kann man verstehen. Positiv wäre nur noch die Musik von Brian May ("Mad Max") zu vermerken.

Kultfigur Freddy Krueger hätte wahrlich einen besseren Abgang verdient. FREDDYS FINALE war auch an den Kinokassen der erfolgloseste Teil der Reihe und Freddy damit vorerst erledigt. Wes Craven, Schöpfer des Originals, reanimierte seine Alptraumfigur drei Jahre später in dem sehr gelungenen "Wes Cravens New Nightmare" (1994), dem aber ebenfalls kein Erfolg beschieden war. Was lernen wir daraus? Horror-Charaktere sind erst dann wirklich tot, wenn ihr Franchise tot ist.

02/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...