Mittwoch, 18. August 2010

Nightmare on Elm Street 5 - Das Trauma (1989)

Sehr viel gibt es über den 5. Teil der "Nightmare"-Saga nicht zu berichten. Er konnte nicht ganz an den Erfolg der vorigen Teile anknüpfen, und eine gewisse Freddy-Müdigkeit setzte beim Publikum ein.

In NIGHTMARE 5 (A Nightmare on Elm Street 5 - The Dream Child) übernimmt erneut Lisa Wilcox als Alice die Hauptrolle. Sie lebt mittlerweile mit ihrem Freund Dan (Danny Hassel) zusammen und wird schwanger. Freddy Krueger dringt in die Träume ihres ungeborenen Kindes ein, um so an Alice und neue Opfer heranzukommen, was auch gelingt. Das Kind selbst begegnet Alice in ihren Alpträumen und kann sich nicht entscheiden, ob es seiner Mutter oder dem bösen Mann mit dem Pizzagesicht vertrauen soll, und so beginnt ein Kampf um den Nachwuchs...

Dieser Kampf spielt sich sowohl in Alices Traumwelt ab, als auch in der Realität, denn nach dem überraschenden Tod von Dan wollen dessen Eltern das Sorgerecht für Alices ungeborenes Kind übernehmen, da diese nach ihrer Ansicht mit all den Alpträumen und Horror-Fantasien kaum zur Kindeserziehung geeignet ist (dem könnte man zustimmen). Diese Soap-Handlung inmitten des Horror-Spektakels wird leider wenig überzeugend geführt und langweilt schnell, zumal die Eltern des ermordeten Lovers als durchweg böse und hysterisch gezeichnet werden und eine ernsthafte Diskussion von vornherein zunichte gemacht wird.
Wegen des Plots sollte man aber auch diesen NIGHTMARE - ebenso wie die anderen - bestimmt nicht sehen.

Mehr noch als "Nightmare 4" wird dieser 5. Teil zum Bewerbungsvideo der Special FX-Crew. Die Effekte sind allesamt gut, es sind allerdings bei weitem zu viele, so dass das Finale förmlich in Action und Masken ertrinkt und die ohnehin dünne Geschichte vollends zusammenbricht. Ein bisschen mehr erfahren wir über Freddys Vorgeschichte, ansonsten gibt Robert Englund gewohnt souverän den Zeremonienmeister des Todes. Die Teenager-Darsteller sind wie immer attraktiv, aber nicht durchweg sympathisch, so dass man sich eher freut, wenn Freddy auftaucht und sie ins Jenseits befördert, das ist auch so gewollt. Der Trend, den Mörder zum Helden zu machen, bei dessen Auftritten des Publikum johlt und auf originelle Morde hofft, wurde bereits in der "Freitag der 13."-Reihe zelebriert und bleibt zwiespältig.

Darüber hinaus bietet NIGHTMARE 5 unter der kompetenten Regie von Stephen Hopkins (der sich mit seinem australischen Thriller "Dangerous Game" für Hollywood und die "Nightmare"-Reihe empfahl) einige sehenswert-surreale Sequenzen: Alices geträumter Fast-Tod in der Dusche zu Beginn des Films ist ein echtes Highlight, ebenso der Mord an einem magersüchtigen Möchtegern-Model, das von Freddy "zu Tode gefüttert" wird und Danny Hassels Ableben auf einem Motorrad, dessen Maschinerie seinen Körper übernimmt (ein Effekt, der aus Cronenbergs "Videodrome" entliehen wurde). Der Mord an einem Comic-Freak in seiner Zeichentrick-Welt ist dagegen höchst albern, und die Szenen zwischen Alice und ihrem ungeborenen Kind (gut gespielt von dem skurrilen Whit Hertford) bleiben uninteressant.

Visuell bietet NIGHTMARE 5 nicht das poppig-bunte Farbschema seiner Vorgänger, sondern präsentiert einen entfärbten, kantigen und grimmigen Look mit vielen Blau-und Brauntönen. Alles in allem haben wir es hier mit kurzweiliger Fast Food-Unterhaltung zu tun, die niemandem weh tut, die man aber nur als Komplettist gesehen haben muss.
Der folgende "Nightmare 6 - Freddy's Dead" (1991) läutete das Ende der Reihe ein, bevor Wes Craven noch einmal intelligent, aber erfolglos mit "Wes Cravens New Nightmare" (1994) einen (vorläufigen) Schlusspunkt setzte.

04/10

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