Freitag, 27. August 2010

Freddy vs. Jason (2003)

Eine goldene Hollywood-Regel lautet - solange es noch potentiell zahlende Besucher für zu Tode gerittene Ideen gibt, werden diese Ideen weiter ausgelutscht - und weiter, und weiter...

Die Idee zu einem Duell der Horror-Kultfiguren Freddy Krueger aus der "Nightmare on Elm Street"-Reihe und Jason Vorhees aus den "Freitag der 13."-Filmen war lange nur ein Gerücht und Wunschdenken von Fans. Nachdem dann bis zu 12 Autoren und Drehbücher verschlissen wurden und zunächst kein Regisseur von Format Lust hatte, den Film zu inszenieren, fand man in Ronny Yu den passenden Kandidaten. Immerhin hatte Yu schon der "Chucky"-Reihe mit "Bride of Chucky" rasantes Leben eingehaucht.
FREDDY VS. JASON (Freddy vs. Jason) genießt seltsamerweise in einschlägigen Foren und Internet-Plattformen einen guten Ruf und wird oft mit Höchstwertungen bedacht - offenbar reicht das bloße Aufeinandertreffen der geliebten Kultfiguren schon für Begeisterungsstürme aus. Mit den tatsächlichen 'Qualitäten' des Films hat das aber nichts zu tun.

Die Story: Freddy langweilt sich in seiner Traumwelt, denn in der Elm Street erinnert sich keiner mehr an ihn. Also reanimiert er Killer Jason, um ein bisschen Teenager-Gemetzel anzurichten. Prompt erinnert man sich wieder an Freddy, und er kann in die Träume der Kids eindringen. Dann muss Freddy Jason aber wieder loswerden, bevor dieser ihm alle Opfer vor der Nase wegschnappt. Das stellt sich als schwierig heraus, und es kommt zum ultimativen Schlussfight...

Dass jemand beim Pitch dieser Idee nicht umgehend aus sämtlichen Meetings entfernt wird, scheint unglaublich. Schon der Ansatz strotzt vor Unlogik. Wenn Freddy in die Träume eines Jason eindringen kann (er tritt dort als dessen Mutter auf), warum geht das dann angeblich nicht bei den Elm Street-Kids? Oder bei deren Eltern, denn die erinnern sich alle sehr wohl noch an Freddy und haben sichtlich Angst vor ihm. - Und das sind nur die ersten Fragen neben so belanglosen wie der, warum zwei aus der geschlossenen Psychiatrie ausgebrochene Kids den ganzen Film über durch die Stadt spazieren können, ohne jemals eingesammelt zu werden (an einer Stelle sitzt einer der Ausbrecher einfach so zu Hause herum, als sei nichts passiert).
Das zusammengestoppelte Drehbuch (offiziell zwei Autoren und ein Bearbeiter, der ordentlich gekürzt hat) hat so viel Löcher wie der berühmte Schweizer Käse, und die Geschichte ist eine einzige Zuschauer-Beleidigung. Keine der uninteressanten Figuren besitzt nur einen Hauch von Charakter, der Film bemüht sich nicht ein einziges Mal um echte Spannung.
Aber vielleicht sollte man sich um die Story (und die peinlichen Dialoge) nicht zu viele Gedanken machen.

Dann kommen wir kurz zu den "Schauspielern" und verlassen sie auch gleich wieder, denn da werden gerade nur die Mindestanforderungen erfüllt. Hauptdarstellerin Monica Keena wirkt 20 Jahre zu alt, um eine Teenagerin zu spielen, die übrigen Darsteller sind hübsch, aber weitgehend talentfrei. Interessante Gastauftritte (außer dem obligatorischen von Produzent Bob Shaye) gibt es auch nicht, so bleibt nur Robert Englund, der den Freddy erneut mit viel Laune spielt, aber das reicht bei weitem nicht aus.

Ronny Yu verzichtet auf die moderne Stakkato-Schnitt-Technik und choreografiert die Action-Szenen stattdessen, das ist immerhin mal etwas anderes. Das Blut fließt in Strömen, die Effekte stammen bis auf ein paar abgetrennte Körperteile aus dem Computer (sogar der Zigarettenrauch im Film ist animiert, so kommt leider keine Atmosphäre auf). Freddys Sprüche waren schon mal cooler, und der Schlusskampf zwischen Freddy und Jason ist so langweilig und plump, dass ich beim ersten Sehen tatsächlich dabei eingeschlafen bin (warum ich mir den Film ein zweites Mal angesehen habe, ich weiß es nicht wirklich). Beide Kultfiguren dreschen unendlich lange aufeinander ein, reißen sich Arme und Finger ab und Organe aus dem Leib, bis irgendwann alles in Flammen aufgeht. Dass keiner von beiden wirklich sterben kann, weiß man als Zuschauer, das macht es so unerträglich öde.

Auf der DVD befinden sich übrigens mehrere Deleted Scenes, zu denen Ronny Yu meint, sie seien zu langweilig und hätten den Film aufgehalten. Aus dem gleichen Grund hätte er eigentlich auch 80% des vorliegenden Materials entfernen können. Das Rezept hat jedenfalls funktioniert, der Film hat viele Fans (warum auch immer), es sei ihnen gegönnt.

Die Frage, wer den Fight eigentlich gewinnt, bleibt - haha - offen! Der Film mag sich da selbst nicht entscheiden, es könnten ja noch ein paar Dollars bei einem Sequel drin sein...

01/10

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