Sonntag, 29. August 2010

Das Pendel des Todes (1961)

Von den sieben Filmen, die Roger Corman nach Vorlagen von Edgar Allan Poe inszeniert hat, ist DAS PENDEL DES TODES (The Pit and the Pendulum) aus dem Jahr 1961 mein Liebster, auch wenn viele Fans seinen Erstling DIE VERFLUCHTEN für den besten halten.

Mit Poes Vorlage hat der Grusler außer dem titelgebenden Mordinstrument nicht viel zu tun, im Grunde variiert Corman hier erneut den "Untergang des Hauses Usher" und schildert den Besuch des jungen John Kerr in einem düsteren Gemäuer an der spanischen Küste, in dem seine Schwester (Barbara Steele) jüngst verblichen ist. Deren Ehemann (Vincent Price), Nachfahre eines Inquisitoren, steht bereits am Rand des Wahnsinns, und unheimliche Ereignisse wie die vermeintlich spukende Ehefrau treiben ihn bald zu einer mörderischen Tat...

Film-Ikone Vincent Price liefert hier eine seiner besten theatralischen Darstellungen ab, für die man ihn lieben muss, selbst wenn man sie für übertrieben halten kann. Barbara Steele - ebenfalls Kultfigur des Horrorkinos seit Mario Bavas "Die Stunde, wenn Dracula kommt" (1960) - hat nur eine kleine Rolle als verstorbene Gattin (oder lebt sie gar noch...?), bleibt aber durch ihr extravagantes Äußeres und ihre eiskalte Darstellung unvergesslich.

Dazu gibt es die typisch knalligen Farben und Breitwand-Spielereien von Roger Corman, komplett mit verzerrten Optiken, Rückblenden und Alpträumen, welche die im Grunde magere Story auf Spielfilmlänge strecken sollen, aber genau den zeitlosen Reiz dieser Filme ausmachen. Zahlreiche Spinnweben, Fackeln, Geheimgänge und Kerzenleuchter sorgen für die richtige Gänsehaut-Atnosphäre.
Wenn dann noch im Finale Poe zu seinen verdienten Ehren kommt und sich endlich das Pendel schwingt, wird das Ganze auch noch nervenzerrend spannend. Was kann der Grusel-Fan noch mehr verlangen? Ich kann das PENDEL DES TODES immer wieder sehen.

09/10

Kommentare:

  1. Hallo Mathias,
    Du warst ja total fleissig. Alle Poe Verfilmungen von Corman. Mir gefällt "Das Pendel des Todes" auch am besten. Lediglich "Grab des Grauens" hab ich bislang noch nicht gesehen.
    LG Ray

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  2. Hi Ray, ich hatte gerade eine Arbeitspause und wollte schon lange eine Corman/Price-Werkschau machen. Das "Grab" kann ich schon empfehlen, wenn Du die anderen Filme magst, ich finde ihn aus der Reihe aber am schwächsten. LG!

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