Freitag, 16. Juli 2010

Terror Eyes - Der Frauenköpfer (1981)

Aus der Reihe 'Slasher der 80er' stammt diese kanadische Produktion, Regie führte Kenneth Hughes, dessen bekanntester Film vielleicht das absurde Mae West-Rentnerinnen-Spektakel "Sextette" (1978) sein dürfte, und der nach TERROR EYES (auch bekannt als "Night School") keinen weiteren Film mehr inszenierte.

Inhaltlich entspricht TERROR EYES ganz dem nach "Halloween" beliebten Schema F, allerdings spielen keine Teenager mit, was den Film deutlich aufwertet. Der Blutgehalt ist erstaunlich niedrig, trotz der vielen Enthauptungen.

In TERROR EYES geht ein wahnsinniger Frauenköpfer um, der junge Damen in der Verkleidung eines Motorradfahrers mit Helm brutal ermordet und ihre Köpfe in Wasser legt. Ein Anthropologe (Drew Snyder) wird hinzugezogen, der gleichzeitig als Lehrer an einer Privatschule für Frauen arbeitet, wo er auch das erste Opfer unterrichtete, und der viel über Stammesrituale weiß, bei denen die Enthauptung eine wichtige Rolle spielt. Ist er der gesuchte Killer?

Der Horror-Thriller überzeugt in erster Linie durch eine nette Herbst-Atmosphäre, die gleich während des Vorspanns einsetzt, verstärkt durch die stimmungsvolle Musik Brad Fiedels, der hingegen für die Mordszenen ein hartes, pulsierendes Thema komponiert hat, das beunruhigend unter die Haut geht.

Schon die erste Mordsequenz ist fantasievoll umgesetzt, wenn das Opfer melancholisch auf einem Kinderkarussell Platz nimmt, welches plötzlich vom Killer in Bewegung gesetzt wird und sich immer schneller dreht, während das kreischende Opfer die tödliche Klinge des Mörders auf sich zukommen sieht.
Ein weiterer Mord findet in einem öffentlichen Aquarium statt, wo die Schildkröten verdutzt den abgetrennten Frauenkopf anglotzen, der ihnen entgegentrudelt. Ein weiterer Kopf wird in einer Toilette gefunden, und - die wohl makaberste und beste Szene im Hitchcock'schen Sinn - der Kopf einer Imbiss-Kellnerin landet im Suppentopf, den der nichts ahnende Chef schön aufwärmt und seinen Gästen als Linsensuppe mit Einlage serviert. "Du solltest dringend ein Haarnetz tragen", schimpft einer der Gäste, während er sich ein langes Haar aus den Zähne zieht.
Guten Appetit!

Die Darsteller sind durch die Bank in Ordnung, wenngleich nicht berauschend. Die schöne Rachel Ward ("Tote tragen keine Karos" und unvergessen durch "Die Dornenvögel") als Assistentin des Anthropologen bekommt den besten Part, ist zunächst nur potentielles Opfer, dann dreht sich die Figur um 180 Grad.
Das Ende tischt dann eine absolute Unglaubwürdigkeit auf (der Täter entspricht nach seiner Demaskierung niemals der Physiognomie, die man von ihm als Mörder gesehen hat), und die Zeichnung einer lesbischen Lehrerin am Mädchencollege ist mehr als bedenklich. Sie macht dem aufreißerischen Professor eine Szene und lädt dann ein junges Mädchen zu sich ein, um auf ihrem Bett gleich über sie herzufallen! Schlimmer hätte man Klischees nicht bedienen können.

TERROR EYES gehört nicht in eine Kategorie mit "Halloween", aber für spannende 90 Minuten ist mit diesem Slasher absolut gesorgt. Er ist außerdem so unbekannt, dass er für den Genre-Fan eine willkommene Entdeckung darstellt.

07/10

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