Samstag, 24. Juli 2010

Maniac Cop (1988)

Sie haben das Recht, zu schweigen... für immer!

Das findet zumindest der unheimliche Cop, der nachts durch New Yorks Straßen zieht und weder Freund noch Helfer ist, sondern ein offenbar geistesgestörter Mörder. Dabei tötet er nicht etwa Kriminelle in einem übersteigerten Selbstjustiz-Blutrausch, sondern unschuldige Passanten, Autofahrer und Menschen, die Hilfe bei ihm suchen. Durch einen dummen Zufall gerät der nette Polizist Bruce Campbell unter Verdacht, und gemeinsam mit dem ermittelnden Cop Tom Atkins kommt er dem wahren Täter auf die Spur, bei dem es sich um einen ehemaligen Kollegen handelt, der nach eigener Verhaftung im Gefängnis brutal angegriffen und für tot erklärt wurde...

MANIAC COP (Maniac Cop) ist eine sehr spaßige Mischung aus Action und Horror von Regisseur William Lustig, der zu Beginn der 80er mit seinem Horrorfilm "Maniac" für Aufsehen sorgte. Als klassischer B-Film inszeniert, verzichtet MANIAC COP auf jeden Schnörkel oder Subplot und jagt Hauptdarsteller Bruce Campbell von einem Spannungs-Szenario zum nächsten. Höhepunkt des Films ist Campbells Flucht aus einem Polizeirevier, in dem der Killer gerade gewütet hat und alle Hinweise erneut auf Campbell als Täter deuten.
Der Film ist nicht übermäßig brutal, sondern setzt mehr auf Suspense und Tempo. Kleinere bis größere Logiklöcher darf man gnädig übersehen (warum ausgerechnet Unschuldige dran glauben müssen, obwohl unser Titelheld eigentlich nur Rache an seinen Peinigern nehmen könnte, wird z.B. nie erklärt).

Kameraarbeit und Musik (Jay Chattaway) sorgen für eine angenehm düstere Atmosphäre, und die Besetzung besteht aus gleich mehreren Horror-Veteranen. Neben Campbell (aus der "Evil Dead"-Reihe) und Atkins ("The Fog") spielen Laurene Landon, Richard Roundtree und - hervorragend als irre Geliebte des durchgedrehten Cops - Ex-Busenwunder Sheree North mit Krückstock und Mordlust in den Augen.

MANIAC COP ist sicher kein Must-See, aber nette Horror-Unterhaltung für zwischendurch. Das Finale enttäuscht ein wenig, weil es nur auf Autoverfolgung statt konsequenter Weitererzählung der Geschichte setzt, aber der Gesamteindruck bleibt positiv.
Der Film war so erfolgreich, dass Regisseur Lustig selbst zwei Fortsetzungen inszenierte, die man sich aber schenken kann. Im zweiten Teil wird Bruce Campbell gleich zu Beginn getötet, um den Weg frei für eine neue Geschichte zu machen - ein gern genommener Dreh, den ich grundsätzlich nicht ausstehen kann (siehe "Freitag der 13., Teil 2, "Hostel 2", etc.), weil er den Zuschauer und dessen Sympathie mit dem Helden des Originals beleidigt.

Heute arbeitet Lustig übrigens nicht mehr als Regisseur und kümmert sich mit seinem DVD-Label "Blue Underground" lobenswert um die gute Veröffentlichung von Klassikern seiner Horror-Kollegen.

07/10

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