Sonntag, 11. Juli 2010

Leviathan (1989)

Und noch einer aus der Reihe 'Unterwasser-Horror der späten 80er'.

George Pan Cosmatos' LEVIATHAN (Leviathan) bemühte sich, wie seine Konkurrenten, vor James Camerons "The Abyss" die Kinos zu erreichen, blieb dort aber ebenso erfolglos wie seine Mitbewerber.

Die Story: Beim Abbau von Silber aus einer unterseeischen Mine entdeckt die Crew das Wrack eines gesunkenen russischen Frachters namens "Leviathan". Eine gefundene Flasche Wodka wird fröhlich herumgereicht, leider aber befindet sich darin eine geheime Testflüssigkeit zwecks genetischer Veränderung, welche bereits die russische Besatzung ausgemerzt hat. Bald schon weisen die ersten Minenarbeiter Hautveränderungen auf, sterben und erwachen zu entsetzlichem neuem Leben. Sie mutieren zu einem fischartigen Monster, das Jagd auf die übrigen Besatzungsmitglieder macht...

George Cosmatos Film fehlt der naive Trash-Charme eines "Deep Star Six", die Ausstattung der Unterwasser-Station kann sich aber sehen lassen - tatsächlich wirkt der Film teurer als er war. Wirklich unter Wasser wurde hier nicht gedreht, die Tauchsequenzen (welche nur 10% des Films ausmachen, der Rest spielt im Trockenen) sind allesamt Trickaufnahmen. Schon deswegen kann LEVIATHAN nicht mit James Camerons Multimillionen-Spektakel "Abyss" mithalten.
Das Drehbuch bedient sich reichlich bei anderen Filmen, namentlich "Alien" und "Das Ding" (die Carpenter-Version), erreicht aber bei weitem nicht deren Klasse. Die Monster-Kreation von Stan Winston ist überzeugend, man sieht nur zu wenig von ihr (wahrscheinlich Budget-Gründe).

Das soll aber nicht heißen, dass LEVIATHAN schlecht unterhält. Wer auf Unterwasser-Horror steht (wie ich), kann durchaus seine Freude mit diesem Abklatsch haben. Er bietet hohes Tempo und gute Darsteller, vorwiegend aus der zweiten Reihe. Peter Weller (als Ingenieur und Leiter der Truppe) und Richard Crenna (der Arzt an Bord, der nie da ist, wenn man ihn braucht) sind immer sehenswert, des Weiteren spielen Hector Elizondo ("Pretty Woman"), Daniel Stern ("Kevin - allein zu Haus") und Lisa Eilbacher ("Ein Mann wie Dynamit"). Ihre Charaktere bleiben naturgemäß eindimensional, sind aber soweit recht sympathisch. Hauptdarstellerin Amanda Pays hat es nach großem Erfolg mit der 80er-TV-Serie "Max Headroom" leider nie zu verdientem Starruhm geschafft.

Dazu bietet LEVIATHAN einen klasse Score von Jerry Goldsmith, der die Handlung vorantreibt und eigentlich in einen besseren Film gehört. Einige haarsträubende Logikfehler darf man gnädig übersehen - wie etwa in der beeindruckendsten Sequenz gegen Ende, wenn die letzten Überlebenden in ihren "Raumanzügen" die Station verlassen und zur Meeresoberfläche tauchen (eine Sequenz, bei der man unwillkürlich die Luft anhält, wenn die Charaktere mit letzter Kraft die vermeintliche Freiheit erreichen, wo sie sofort von Haien umzingelt werden) - ungeachtet der Tatsache, dass niemand von ihnen einen Druckausgleich vorgenommen hat (gut, in den Anzügen blinkt "Decompression").

George Pan Cosmatos hat gelegentlich Schwierigkeiten mit den Action-Sequenzen. Der Schnitt ist stellenweise konfus und unrhythmisch, was vielleicht an mangelnder Materialfülle lag, weswegen LEVIATHAN auch nie übers Mittelmaß hinauskommt. Alles in allem aber kann man 90 Minuten sehr viel schlechter verplempern. Übrigens: Die Meeres-Aufnahmen während des Vorspanns stammen sämtlich aus Nicolas Roegs "Castaway - Die Insel" (1987). Das nennt man gekonntes Recycling.

07/10

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