Samstag, 19. Juni 2010

King Kong (1976)

"The Most Exciting ORIGINAL (!) Motion Picture of All Time"??
Wohl kaum.

Das KING KONG-Remake kam 1976 mit Riesen-Aufwand in die Kinos. Produzent Dino De Laurentiis sorgte während der Dreharbeiten für einen derartigen Rummel, dass die Presse bereits voreingenommen war, als der Film endlich das Licht der Leinwand erblickte. Demzufolge wurde er auch verrissen, was das Zeug hält. Er war ein Mega-Flop und beendete die Karriere von Jessica Lange für drei Jahre (glücklicherweise nicht für immer), erhielt einen lauthals ausgelachten Oscar für die 'Spezialeffekte', die gar nicht so spezial waren, weil sie als vollkommen neuartig angekündigt wurden, dann aber aus Kostengründen schließlich aufgegeben wurden. Letzten Endes ist der Riesenaffe nur Effektspezialist Rick Baker im Affenkostüm.

Die erste Hälfte von KING KONG kann sich dabei durchaus sehen lassen. Regisseur John Guillermin, Spezialist für aufwendige Projekte ("Flammendes Inferno"), schafft eine starke Atmosphäre und schöne Bilder (besonders die Aufnahmen des Ozeans und der Insel sind hervorragend). John Barry hat einen seiner besten Scores für den Film komponiert und schafft ein episches, aber unheimliches Stimmungsbild. Das war es dann aber auch schon. Beinahe alles, was nach Kongs erstem Auftritt kommt, kann dem Beginn nicht mehr  gerecht werden. Allein das Finale auf dem World Trade Center schafft noch einmal Spannung und Emotion.
Die Modernisierung der Story (statt einer Filmcrew ist nun eine Ölfirma unterwegs auf der Suche nach neuen Quellen) scheint zunächst logisch, lässt den Film aber furchtbar altern. Während das Original von zeitloser Klasse ist, landet Guillermins KING KONG mit all seinen Holzhammer-Öko-Botschaften, den bärtigen Helden (Jeff Bridges, der sich hinter seiner Gesichtsbehaarung versteckt), dummen Blondinen (Jessica Lange fragt Kong nach seinem Sternzeichen) und idiotischen Charakteren (Charles Grodin trifft als Leiter der Expedition eine saublöde Entscheidung nach der anderen) zielsicher im Exploitation-Trash-Bereich der 70er, er sieht nur teurer aus.

Mir persönlich ist der Film wegen seines 70er Charmes trotzdem lieber als das vollkommen überproduzierte 2005er Remake von Peter Jackson, das komplett aus dem Computer kommt und im letzten Akt dann auch noch (festhalten) NIEDLICH wird (Kong und Naomi on Ice). Was mich bei beiden modernen Varianten extrem stört ist die ausgewalzte 'Liebesgeschichte' zwischen Kong und unserer Hauptdarstellerin. Zur Erinnerung: im Original war Kong ein Schreckensmonster, das aber eine sensible Seite besaß und seine 'weiße Frau' Fay Wray am Ende beschützen wollte. Sie war dennoch heilfroh, aus den Klauen des Untiers entkommen zu sein, udn das Höchste der Gefühle für sie war Empathie. In den Remakes müssen sich Lange und Watts wie geistesgestörte Idiotinnen aufführen und sich gleichermaßen in das Zottelviech aus dem Dschungel verlieben.
Entschuldigung, aber was für eine kiloschwere, gequirlte Affenkacke!

06/10

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