Samstag, 17. Juli 2010

Final Instinct (1991)

Wo bleibt die DVD???

Nach dem Riesenhit des "schweinischsten Films aller Zeiten" (Zitat) namens "Basic Instinct" (1992) durchwühlten sämtliche Billigvideo-Anbieter ihren Fundus auf der Suche nach einem der unzähligen B- bis Z-Movies, die Sharon Stone machen musste, bis sie endlich zu verdientem Star-Ruhm gelangte.

Hier fand man einen hübschen kleinen Thriller namens SCISSORS, nannte ihn passend in FINAL INSTINCT um und designte eilig ein neues Cover, das eine "sexy" Stone mit Schere, Puppe und tiefem Ausschnitt präsentiert, aus dem ihr fast eine Brust herausfällt (siehe unten). Tatsächlich ist der Film gar nicht so schlecht, wie uns das Cover Glauben machen möchte, er ist nur haarsträubend konstruiert und rührend naiv.

Sharon Stone spielt hier - gar nicht sexy - eine junge Puppenmacherin, die stets eine Schere griffbereit in der Tasche hat, welche sich als besonders hilfreich erweist, als sie eines Tages in einem Fahrstuhl einer versuchten Vergewaltigung zum Opfer fällt. Sie kann den Täter mit ihrer Schere vertreiben, befindet sich danach aber an der Grenze zwischen Realität und Wahnsinn. Ihr Psychiater schickt sie unter einem Vorwand in sein Apartment, wo sie eine Leiche und einen krächzenden Vogel findet, der immer "Mörder" ruft, oder "Sie war's!", oder irgendwas ähnlich blödes. Und sie kommt nicht mehr aus der verriegelten Wohnung raus.
Das Ganze ist natürlich ein teuflisch-raffinierter Plan ihres Seelenklempners, der den Lover seiner Gattin umgebracht hat und es Sharon in die hochhackigen Schuhe schieben will. Eingeschlossen mit Leiche und Krähe verliert Sharon nun fast gänzlich den Verstand...

FINAL INSTINCT möchte gern ein Psycho-Thriller klassischen Zuschnitts sein, daher der "Lasst sie uns in den Wahnsinn treiben"-Plot. Neben Stone spielt leider kaum jemand von Interesse mit. In einer bizarren Doppelrolle sehen wir Steve Railsback als freundlichen Nachbarn Stones mit Zwillingsbruder im Rollstuhl, der natürlich aufgrund seiner Behinderung (vielleicht ist er gar nicht gelähmt...) sofort verdächtig ist. Die beiden Railsbacks kann man nicht nur durch den Rollstuhl voneinander unterscheiden, sondern auch dadurch, dass der eine einen Pony und der andere einen Seitenscheitel trägt - was sehr praktisch ist, denn gespielt werden sie beide gleich langweilig.

Der letzte Akt im bizarren Apartment ist Regisseur Frank de Felitta (der als Romanautor für die Vorlagen einiger Horrorfilme wie "The Entity" und "Audrey Rose" verantwortlich war) gut gelungen, die Einfälle sind absurd genug, dass man als Zuschauer wissen möchte, wie es ausgeht und wer hinter allem steckt - obwohl man schon genau weiß, um wen es sich dabei handelt, aber das ist ja Teil des Spaßes.

Sharon Stone spielt durchgehend mit treuem Dackelblick das liebe Mädchen (umso absurder, dass sie auf dem Cover wie eine Triebtäterin aussieht) und kann den aufkeimenden Wahnsinn durch heftiges Augenrollen und Zähneknirschen verdeutlichen.
Nicht zuletzt aber wegen ihr bleibt FINAL INSTINCT schon ein Guilty Pleasure.

06/10

Achtung, Brüste!

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